Ein Fall für Sherlock Holmes
Shownotes
Arthur Adams packt gerade Weihnachtsgeschenke ein, als er über sich ein Klopfen hört. Das Zeichen! Sofort stürzt er nach oben zur Wohnung von Miss Gilchrist. Das Klopfzeichen bedeutet, dass sie Hilfe braucht. Doch die alte Dame öffnet die Tür nicht. Plötzlich hört Arthur Schritte. Die Haushälterin kommt gerade die Treppe hinauf. Gemeinsam öffnen sie die Tür. In diesem Moment tritt ein fremder Mann aus der Wohnung und verschwindet. Im Wohnzimmer finden sie die alte Dame auf dem Teppich liegen.
Nur wenige Tage später wird auf einem anderen Kontinent ein Mann wegen des Mordes an Miss Gilchrist festgenommen. Die Polizei ist sich sicher: Er ist der Täter. Doch einige Menschen zweifeln an dieser Version der Geschichte. Einer von ihnen greift zu Zettel und Stift und schreibt einen Brief an den einzigen Menschen, der den vermeintlich Unschuldigen vor der Todesstrafe bewahren kann: den berühmtesten Detektiv der Welt. Sherlock Holmes.
Quellen (Auswahl)
Buch "Der Fall Oscar Slater" von Arthur Conan Doyle Buch "Trial of Oscar Slater" von William Roughead Artikel BBC Website National Records of Scotland
Eine Produktion von Auf Ex Productions Hosts: Leonie Bartsch, Linn Schütze Recherche: Michael Mauder, Maike Frye, Linn Schütze Redaktion: Antonia Fischer Produktion: Julian Ortleb, Alexander Chouzanas
Mehr Informationen, Bilder und Videos zum Fall findet ihr auf Social Media unter @mordaufexpodcast Privat könnt ihr uns auch auf Instagram folgen: @leonie_bartsch & @linnschuetze
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Transkript anzeigen
00:00:31: Hallo und herzlich willkommen zu einer neuen Folge.
00:00:35: Mord auf Ex.
00:00:37: Hallo, mein Name ist Leonie Bahansch
00:00:39: Und mein Name sind Schütze.
00:00:41: Wir sprechen hier über wahre Kriminalfälle und ordnen die für euch ein.
00:00:46: Und Leo ich wurde neu gefragt wie kann es eigentlich sein dass True Crime jetzt so ein Hype ist?
00:00:51: Also das true crime wirklich aus dem Nichts entstanden ist?
00:00:54: und jetzt auf einmal hören alle Podcast Überware verbrechen.
00:00:59: Das ist, glaube ich die meistgefragte Frage in Interviews seit sechs Jahren.
00:01:04: Seitdem wir diesen Podcast machen werden wir nach dem True Crime-Hype gefragt.
00:01:08: Ja und wir sagen ja immer eigentlich das Gleiche nämlich dass wir glauben dass true crime kein neues Phänomen ist sondern dass Leute sich schon immer für Verbrechen interessiert haben.
00:01:18: Und dieser Fall den ich euch heute erzähle der zeigt das so sehr.
00:01:25: Also eigentlich müsstet ihr diese Folge jeder Person schicken die euch fragt Warum hört ihr denn jetzt True Crime?
00:01:29: Was ist auf einmal mit den ganzen Frauen los, dass sie jetzt true crime hören.
00:01:33: Leute diese Folge zeigt das Menschen wirklich schon eine sehr lange Zeit von true crime fasziniert sind es einfach nur noch nicht true crime genannt haben
00:01:43: und Es gab halt da noch kein podcast.
00:01:45: also ich glaube das ist das worüber man dann eigentlich eher redet, dass das neu ist.
00:01:49: Dass wir uns das alle per Podcast anhören weil irgendwelche Schlagzeilen mit Warenverbrechen die gab's wirklich schon seit Jahrzehnten in Printzeitungen dann eher.
00:01:58: aber ich hab gerade gedacht damals haben die Leute halt Bücher darüber geschrieben und jetzt habe ich mich gefragt wenn es da mal schon Podcast gegeben hätte ob diese Person über die ich heute spreche Einfach ein Kollege von uns wäre.
00:02:10: Das ist ganz wild, weil ich hab mir einen Fall ausgesucht über niemand anders als über einen der berühmtesten Schotten der Geschichte kann man glaube ich sagen?
00:02:20: Weil ich bin ja gerade in Schottland und über diesen Mann oder er gesagt die Person über die er hauptsächlich geschrieben hat... Wow!
00:02:28: Ich weiß, ich rede grade so in Rezeln Die begegnet mich hier überall.
00:02:34: Okay Du merkst schon, das wird eine kleine Folge, wo du mal wieder so ein bisschen
00:02:37: ... Rätseln.
00:02:39: Nein, Notizblock grausholen musst und etwas rätselmust?
00:02:41: Ja!
00:02:42: Es fängt jetzt direkt an mit der Person um die es geht.
00:02:45: Aber keine Sorge, wir lösen das alles gleich auf.
00:02:47: vor gibt's nur noch mein zu dumm zum Verbrechen.
00:02:57: Das wurde uns nämlich zugeschickt von einer Person, der das Kennzeichen vor der Haustür geklaut wurde.
00:03:03: Die hat das natürlich sofort angezeigt.
00:03:06: Ziemlich schnell wurde der Täter auch gefunden, er hat nämlich das geklaute Kennzeichen einfach an ein geklautes Auto angebracht und sich dann aber entschlossen bekifft an einer Ampel am Steuer einzuschlafen.
00:03:18: Und als die Polizei ihn dann geweckt hat, hat sie gemerkt ja ... Das Kennzeigen stimmt nicht und so wurde der ganze Fall aufgeklärt.
00:03:27: also vielleicht nicht am Steuer einschlaven weil man noch einen geklauteten Kennzeichern
00:03:31: hat.
00:03:31: Also mal wieder Dummer Verbrecher, der ist der.
00:03:34: Polizei dann doch eher einfach gemacht hat!
00:03:37: Aber bevor wir jetzt weiter über diesen eingeschlafenen dumm Verbrechersprechen würde ich gerne mehr Infos kriegen zu deinem Fall weil du hast da schon so in Rätseln gesprochen.
00:03:48: Ich weiß halt nur dass du gerade in Schottland bist?
00:03:50: Ich weiß sonst gar nichts.
00:03:52: anscheinend ein alter Fall...ich hab' gar keine Ahnung.
00:03:55: Ich war ja auch vor einem Jahr in Schotland und Da ist mir zumindest nichts aufgefallen, dass jetzt irgendwie alle Menschen über einen Fall sprechen würden gerade oder so.
00:04:03: Bin gespannt was du mir jetzt erzählst!
00:04:05: Es ist ja auch weniger der Fall und mehr die Person, die in diesem Fall involviert ist.
00:04:10: aber ich klär dich jetzt auf.
00:04:11: wir starten mit meinem Fall.
00:04:18: Arthur Adams packt grade mit seinen Schwestern Weihnachtsgeschenke ein als er auf einmal ein lautes Krachen hört.
00:04:26: es klingt als wäre etwas großes umgekippt.
00:04:30: Draußen weht ein eisiger Wind durch die vereisten Straßen von Glasgow.
00:04:35: Kohlerauch aus den Kamin hängt tief in den Straßen der schottischen Stadt.
00:04:41: Es ist kurz nach neunzehn Uhr, alle haben gerade zu Abend gegessen als aus der Wohnung über Arthur einen Krachen ertönt und dann drei ganz deutliche Klopfgeräusche – als würde jemand mit der Faust auf den Boden schlagen!
00:04:57: Staubresel von der Decke.
00:05:00: Das Klopfen ist laut und energisch.
00:05:03: Der forty-jährige Klavierbauer und Musiker überlegt jetzt nicht lange, er stützt aus der Wohnung und dann die Steintreppe nach oben.
00:05:13: Miss Gilchrist ist dreiundachtzig Jahre alt – sehr wohlhabend was man auch an ihrer Vornehmkleidung und ihrer teuren Schminke erkennt.
00:05:22: Zwar lebt eine Haushälterin mit ihr in der Wohnung aber Miss Gillchrist und Arthur haben ein Deal Wenn sie auf den Boden hemmert, bedeutet das Miss Gilchrist brauche Hilfe.
00:05:35: Also es klang wie so ein Klopfen und er kennt das Klopfe anscheinend schon?
00:05:38: Ist das so ein ausgemachtes Zeichen dass er hochkommen soll und ihr helfen soll?
00:05:43: Ja also ist noch nicht so häufig passiert.
00:05:45: aber ein paar mal dachte sie zum Beispiel jemand wäre in ihrer Wohnung Und dann hemmert sie halt auf dem Boden weil er hört das automatisch ja unten Und hat ihr dann versprochen, er kommt hoch?
00:05:56: Das hat er schon ein paar Mal gemacht.
00:05:58: Da war aber niemand da und es war immer alles okay.
00:06:01: Also so haben die ein gutes nachbarschaftliches Verhältnis und er kümmert sich halt auf diese Art um sie.
00:06:06: Ja!
00:06:06: Jetzt hemmert sie wieder...
00:06:08: Ja jetzt hemmert sie immer wieder auf den Boden.
00:06:11: So rennt Arthur nach oben.
00:06:14: Hier klingelt er an der Tür einmal zweimal dreimal Aber nichts passiert keine Reaktion.
00:06:23: Mit jeder Sekunde steigt jetzt Arthurs Anspannung.
00:06:27: Er fragt sich, was ist passiert?
00:06:29: Ist die alte Dame vielleicht gestürzt und wo ist ihre Haushälterin, die sich ja eigentlich um sie kümmert?
00:06:35: Dann hört Arthur etwas auf der anderen Seite der Tür.
00:06:39: Aus einem der Räume heilen leise Schritte – und ein Geräusch als würde jemand dünnes Holz zerbrechen!
00:06:46: Hm, es scheint doch jemand dort zu sein….
00:06:49: Und so geht Arthur jetzt wieder runter... Doch in seiner Wohnung hörte er neut das Klopfen.
00:06:55: Aber seine Schwestern reden jetzt auf Arthur ein, er soll noch mal schauen ob wirklich alles okay ist.
00:07:02: und so geht Arthur wieder hoch.
00:07:05: Als er erneut klingelt stoppten die Geräusche.
00:07:08: dann hört der Schritte auf der Treppe hinter sich.
00:07:11: Hinter sich.
00:07:12: also es kommt anscheinend jetzt jemand das
00:07:14: Treppenhaus hoch?
00:07:15: Ja!
00:07:16: Die einundzwanzigjährige Haushälterin Helen Lamby kommt gerade wieder nach Hause.
00:07:22: Sie hat dunkle Haare, große Augen und trägt genauso wie ihre Chefin sehr teure Kleidung und ist aufwendig geschminkt.
00:07:30: Wie jeden Abend hat sie gerade die Zeitung gekauft – und war deshalb nicht in der Wohnung der alten Dame.
00:07:37: Das dauert nicht lange also sie ist immer nur so zehn Minuten weg?
00:07:41: Und Arthur, der erklärt dir jetzt dass er halt dieses laute Rumpeln gehört hat und das klopfen!
00:07:46: Helen winkt jetzt ab.
00:07:48: Wahrscheinlich ist einfach nur die Wäscheleine in der Waschküche auf den Boden gefallen.
00:07:53: Sie geht jetzt zur Tür und schließt sie auf, dann tritt aber ein fremder Mann aus der Wohnung hinaus!
00:08:02: Wie?
00:08:02: Und
00:08:03: da geht ihr jetzt einfach
00:08:04: daraus?!
00:08:05: Ja also während die beiden vor der Tür stehen kommt jetzt einfach ein Mann aus dieser Wohnung.
00:08:11: Er trägt einen langen, grauen Mantel und ein Hut.
00:08:15: Er lächelt freundlich und geht dann zielstrebig, aber nicht gehetzt aus der Wohnung hinaus.
00:08:22: Doch als er die Treppe runtergeht werden seine Schritte schneller.
00:08:26: Dann beginnt er zu rennen!
00:08:28: Okay also er hat sich wahrscheinlich davor zusammengerissen dass sie ihn nicht sofort aufhalten und hat noch so den Anschein von sich gegeben das er einfach nur zur Besuch war.
00:08:37: Aber wenn er jetzt so schnell wegrennt ist ja wohl etwas passiert.
00:08:41: Ja es ist jetzt ganz komisch was passiert.
00:08:44: Weil Helen betritt einfach die Wohnung und Arthur, der bleibt an der Türschwelle stehen.
00:08:50: Und er wundert sich auch dass die Haushälterin diesem fremden Mann, der gerade aus der Wohnung kommt gar keine Aufmerksamkeit schenkt.
00:08:58: Deswegen denkt sich Arthur auch das der Mann ein Bekannter ist und er lässt den Mann vorbeigehen.
00:09:04: Also wenn die Haushälterin so reagiert dann ist es ja eigentlich eine schlüssige Erklärung.
00:09:11: Die Haushälterin geht jetzt auch in die Wohnung, zuerst in die Waschküche und sie ruft jetzt Arthur zu.
00:09:17: Hier ist alles in Ordnung!
00:09:19: Arthur bleibt trotzdem noch auf der Türschwelle stehen und will sicher gehen dass wirklich nichts passiert ist.
00:09:24: Und das war auch ein guter Instinkt denn als die Haushältern jetzt das Wohnzimmer betritt schreit sie entsetzt auf.
00:09:34: Arthur stürzt in die Wohnung.
00:09:36: Die Wohnung ist extrem schick eingerichtet.
00:09:39: Eine dunkle Tapete reicht bis zum goldenen Stück an der Decke.
00:09:43: Gold eingerammte Bilder hängen an der Wand, die Möbel sind aus schwerem Holz gefertigt.
00:09:49: Wertvoller Schmuck liegt offen herum –.
00:09:52: als Arthur ins Wohnzimmer kommt sieht er einer der massiven Stühler am.
00:09:57: Ess-Tisch ist umgekippt.
00:09:59: Blutspritzer sind dann einem Stuhlbein!
00:10:02: Der fremde Mann scheint außerdem die Öllampe angezündet zu haben….
00:10:07: Die Streichhölzer hat er dargelassen.
00:10:10: Der Schriftzug darauf lautet Runaway, die Haustür hatte die Haushälterin übrigens auch abgeschlossen als sie gegangen war.
00:10:19: der Eindringling muss also entweder ein Schlüssel gehabt haben oder Miss Gilchrist hat ihn hereingelassen.
00:10:27: Darauf deutet hin dass ihre Lesebrille neben dem Sesse liegt so als wäre Sie beim Lesen aufgestanden und hätte den Mann hineingelassen.
00:10:37: Das ging dir alles nach dem Tatort, was du beschrieben hast?
00:10:40: Also gerade auch die Blutspritze auf den Stühlen ... Und dass alles da so durcheinander ist, grade der offene Schmuck.
00:10:48: Aber der Schmuckschein scheint ja noch dazu sein!
00:10:50: Das verwirrt mich jetzt schon mal.
00:10:51: Und natürlich frage ich mich die ganze Zeit, wo sind denn die alte Dame?
00:10:55: Wo ist dann Frau Gilchrist?
00:10:58: Ja das fragt sich Arthur auch.
00:11:00: aber ihr seht jetzt schon die Haushälterinnen, die Kniet am Boden Und vor ihr liegt Miss Gilchrist.
00:11:07: Zuerst denkt Arthur, dass sie vom Stuhl gestürzt ist.
00:11:10: Doch als er näher kommt, sieht er, dass ihr ein Wolltuch über das Gesicht gelegt wurde.
00:11:16: Es ist voller Blut.
00:11:18: Nein aber lebt sie noch?
00:11:20: Ja, dass kann Arthur jetzt nicht so richtig bestimmen.
00:11:23: Er schaut sich erst mal nochmal um und er sieht, dass auf dem Boden eine aufgebrochene Holzbox liegt.
00:11:30: Um die herum ... sind überall ausgebreitete Papiere.
00:11:35: Also so, als ob jemand was gesucht hätte dort?
00:11:38: Ja das könnte sein!
00:11:39: Jetzt wo Arthur näher an seine Nachbarin herangeht sieht er der Schädel der Seniorin es eingedrückt – sie hat mehrere tiefe Wunden am ganzen Kopf und auch ihre Augenhöhle ist fast nicht mehr zu erkennen.
00:11:55: Und als Arthur jetzt näher ein Miss Gilchrist herantritt merkt Und so rennt er schnell zu einem Arzt.
00:12:04: Doch als dieser in der Wohnung ankommt, kann er nur noch Miss Gilchrist tot verstellen – sie ist in den Arm ihrer Haushälterin gestorben.
00:12:14: In die nächsten Stunden untersuchen mehrere Ärzte die Leiche und kommen zum folgenden Beschluss.
00:12:20: Ich habe dir den Befund einmal mitgebracht Leo, vielleicht kannst du ihn ja einmal vorlesen!
00:12:25: Miss Gilchrist erlitt zahlreiche schwere Schläge gegen den Kopf, die fast alle Knochen des Gesichts und des Schädels zertrümmerten.
00:12:34: Die Gewalt war so massiv dass das Gehirn direkt geschädigt wurde.
00:12:38: Außerdem sind mehrere Rippen gebrochen was darauf hindeutet daß der Mörder auf seinem Opfer geknieht oder mit großer Wucht auf dem Trustkorb eingewirkt hat während er die Schläger ausführte.
00:12:50: Die tiefen und massiven Verletzungen stammen von einem schweren Gegenstand oder einem Instrument mit größerer Hebelwirkung.
00:12:58: Die Wunden sind vergleichbar mit Verletzung, die durch den Tritt eines Pferdes entstehen
00:13:03: können.".
00:13:03: Was?
00:13:05: Also ich gehe davon aus dass der Mann irgendwas damit zu tun haben könnte.
00:13:09: das klingt ja unfassbar brutal Und ganz ganz schlimm wenn man bedenkt auch dass es eine alte Dame ist und einfach Ganz brutales Gewaltsames Vorgehen, was erst mal auszuwirkt als ob da ganz viel Wut vorhanden war.
00:13:25: Warum sollte man jemandem so unfassbar gewaltvoll umbringen?
00:13:30: Ja das kann man durchaus vermuten.
00:13:32: die Obduktion ergibt dass die Schläge auf jeden Fall mit einem stumpfen Gegenstand zugefügt wurden.
00:13:38: Die Ermittler überprüfen auch eigentlich alle Gegenstände in dem Zimmer und kommen zu dem Entschluss dass es wahrscheinlich nichts aus dem Zimmer war aber es hätte zum Beispiel auch ein Stuhlwein sein können.
00:13:48: Also es wurde vielleicht irgendwie mitgenommen?
00:13:51: Ja, man glaubt dass der Täter die Tatwaffe mitgenommen hat.
00:13:55: Die Polizei stellt außerdem fest das eine Diamantbranche gestohlen wurde.
00:14:01: Außerdem wurde die verschließbare Holtschattole aufgebrochen in der sich ja einige Dokumente von Miss Gilchrist befanden
00:14:09: Und der Rest an wertvollen Gegenständen ist aber noch in der Wohnung, also Goldschmuck
00:14:14: und so.
00:14:15: Genau das ist alles noch da.
00:14:17: Das ist ja merkwürdig!
00:14:19: Man geht aber schon jetzt ziemlich schnell von einem Raubmord aus davon dass der Täter es vielleicht sogar auf mehr Gegenstände abgesehen hatte.
00:14:29: aber auch überrascht wurde durch Arthur die Haushälterin.
00:14:33: Gut okay, sie hat ja dann halt schnell geklopft.
00:14:35: Dadurch war Arthur dann auch schnell oben und das hat nicht lang gedauert.
00:14:39: Und Arthur war ja zweimal oben also vielleicht wurde er auch einfach dampanisch, hat nur noch was gegriffen.
00:14:44: Was mich jetzt so verwundert ist dass der Schmuck da so offen
00:14:46: liegt, der
00:14:47: die einfach nochmal einstecken können und das nach Dokumenten gesucht wird.
00:14:50: Das wirkt ja so als ob er in der Holzschatulle entweder noch wertvolleren Schmucks vermutet hat oder vielleicht hinter einem Dokument her war.
00:14:58: Gott, ja ich verstehe warum du sagst was ich mitschreiben soll.
00:15:01: Weil ich fühl mich wirklich schon wie in so Ermittlungen und Du hast dir auch erwähnt dass das jetzt schon ein recht alter Fall ist oder?
00:15:09: In welchem... Du hast ja gar nicht erzählt bisher in welchem Jahr befinden wir uns oder in welchen Jahrzehnte oder Jahrhundert befinden Wir uns überhaupt?
00:15:17: Ja das ist schon bisschen länger her.
00:15:19: also das ganze passierte am einen zwanzigsten Dezember Also noch vor dem Ersten Weltkrieg, das spielt auch schon eine Rolle in diesem Fall.
00:15:28: Das Ja?
00:15:29: Nicht das Ja aber so ein bisschen die Stimmung zu der Zeit im Schottland oder generell in der Welt.
00:15:37: Also ich hab natürlich jetzt unfassbar viele Fragen.
00:15:40: Deswegen brauch' ich ganz viele weitere Infos, also du musst mich auch mal ein bisschen informieren darüber wie die gesellschaftlich-politische Lage dann in Schottland ist, weil das kann ich jetzt gar nicht so einschätzen gerade im Jahr...
00:15:51: Kommen wir noch zu?
00:15:52: Und ich kann auch den Gedanken nicht so richtig loswerden.
00:15:55: es erinnert mich auch so ganz bisschen auch wenn man natürlich bedenken muss dass es ein wahrer Fall ist.
00:16:00: Es gibt mir so ganz leichte Kluido-Vibes, natürlich wie gesagt es ist ein wahrerer Fall, es ist eine wahre Schicksal.
00:16:07: Gerade so dass das Großbritannien ist also britische Namen dann das Jahrhundert dann was aus dem Zimmer mitgenommen wurde, dass man nicht weiß welche Tatwaffe es ist diese alte Dame.
00:16:19: Das alles gibt mir einen bisschen diesen Kluidovib nur eben halt mit der Prämisse dass es wirklich passiert ist und ich habe jetzt vor allem eine Frage Wer war dieser unbekannte Mann?
00:16:31: Erlebt dafür setzt sich dir jetzt auf dein Spielfeld nochmal eine neue Figur drauf.
00:16:37: Etwa eine Woche nach dem Mord weht die kalte Dezemberluft des Nordatlantik, dem thirty-sechjährigen gebürtigen Deutschen Oscar Josef Leschziner ins Gesicht.
00:16:48: Sie zerzaust seine sorgfältig gekämmten dunklen Haare und sein ordentlich gepflegten schmalen Schnurrbad.
00:16:55: Auch die Kleidung des schlanken Mannes ist ordentlich und elegant.
00:16:59: Er trägt einen dunklen Mantel über seinem Anzug, mit dem er unter den eher schlicht gekleideten Menschen in der dritten Klasse heraussticht.
00:17:09: Etwa zweihundert Passagiere sind an Bord der MS Lysitenia auf dem Weg von Liverpool nach New York.
00:17:16: Sie sieht der berühmten Titanic, die in ein paar Jahren losfahren und sinken wird.
00:17:21: zum Verwechseln ähnlich.
00:17:23: Herauszustechen ist eigentlich gar nicht Oscars Art.
00:17:28: Ganz im Gegenteil, er zieht die Anonymität vor.
00:17:32: Es jüdischstämmiger Deutscher lebt aber in Glasgow unter dem Namen Oscar Slater um nicht als Ausländer erkannt zu werden.
00:17:40: Er verdient sein Geld mit Glücksspiel und zeitweise als angeblicher Zahnarzt.
00:17:45: Was ist denn ein angeblicher Zahnarzt?
00:17:47: Also war es einen Hochstapler, der einfach so getan hat als ob er Zähne repariert.
00:17:51: Er ist schon in so ein paar dubiose Sachen verstrickt also auch gerade mit Glücksspiel.
00:17:55: das war ja auch teilweise zu der Zeit noch illegal.
00:17:58: und ja dass er wirklich jetzt ein Arzt ist war auch nicht bestätigt.
00:18:03: Gerade is Oscar mit seiner Geliebten auf dem Weg nach New York um dort Geschäftsfreunde zu besuchen und seinen siebenund dreißigsten Geburtstag zu feiern.
00:18:12: Auf den Reisedokumenten gibt er sich den Namen Otto Sando und zu verhindern, dass ihn seine Ex-Frau, die ihm bis heute nachspioniert ausfindig machen kann.
00:18:23: Deswegen hat er auch allen Leuten gesagt das wenn jemand nach ihm fragt sie alle sagen sollen Sie wissen nicht wo Oscar ist!
00:18:38: Ja, und jetzt steht er ja auf diesem Schiff.
00:18:42: Und langsam sieht Oscar die Freiheitstatue in der Distanz immer größer
00:18:47: werden.".
00:18:48: Und warum genau spioniert die ihm
00:18:50: nach?
00:18:51: Ja weil er sie ja betrogen hat.
00:18:53: ne also erst hier jetzt mit seiner Affäre unterwegs und das hat sich auch schon in die Ehe gezogen.
00:19:00: Also ich glaube er war jetzt nicht der beste Ehemann und wahrscheinlich hat sie noch ein Hühnchen mit ihm zu rupfen wie man so sagt.
00:19:08: Am diesen, der neunundzwanzigste Dezember, den Jungen, legt das Schiff im Hafen von New York an.
00:19:15: Doch gerade als Oscar ein Fuß auf amerikanischen Boden setzt wird er von einer Gruppe Polizisten beiseite genommen.
00:19:21: Nach einer kurzen Vernehmung wird er verhaftet und in Untersuchungshaft gesteckt.
00:19:27: Der Vorwurf?
00:19:28: Er soll der Mann sein, der Miss Gilchrist ermordet hat!
00:19:32: Ein Spielfreund von ihm hat der Polizei in Glasgow gesteckt, dass Oskar kurz vor seiner Abreise in einer Spielhalle versucht habe ein Fanscheinticket für eine Branche zu verkaufen.
00:19:43: Eine Branche die angeblich genauso aussah wie die, die der Mörder von Miss Gilchrist gestohlen hat.
00:19:51: Als die schottischen Beamten dann bemerken das Oskars jetzt auch noch auf dem Weg nach Amerika ist kontaktieren sie umgehend ihre Kollegen auf der anderen Seite des Ozeans.
00:20:01: Und tatsächlich, bei der Durchsuchung von Oscars Gepäck findet die Polizei ein Fanscheinticket für die Branche und einen kleinen Hammer.
00:20:09: Die Ermittler vermuten sofort, das ist die Tatwaffe!
00:20:14: Alles passt für die Ermittlern zusammen – die Flucht, die Brusche, dass Oscar im Glücksspielmilieu unterwegs ist…und auch, dass er Jude isst.
00:20:24: Leo ich hab dir ja schon gesagt, daß die Zeit eine Rolle spielen wird?
00:20:30: Ich kann mir vorstellen, dass das jetzt vor allem seine Religion betrifft.
00:20:34: Also Antisemitismus ist ja ein Problem, vor allem in Deutschland aber auch in anderen Ländern der Welt.
00:20:40: Ja tatsächlich ist es wirklich so, dass insgesamt vom Ersten Weltkrieg ... Allgemeiner Judenhass und Fremdenhassen ganz großes Thema ist, auch in Schottland.
00:20:50: Nämlich zwischen eighteenhundert achtzig und neunzehnhundert vierzen kamen viele jüdische Flüchtlinge aus Osteuropa nach Großbritannien.
00:20:57: vor allem sind die halt geflohen aus dem russischen Reich aus Poln und Littown und dann halt auch irgendwann Deutschland.
00:21:03: sie flohen vor Progromen Diskriminierung und Gewalt und viele ließen sich in London in Manchester oder in Glasgow nieder.
00:21:12: Das führte zu einem wachsenden Antisemitismus in Teilen der britischen Gesellschaft.
00:21:18: Es gab im frühen zwanzigsten Jahrhundert sogar in Großbritannien regelrechte Kampagnen gegen sogenannte Aliens, also man hat dann die fremden Aliens genannt und damit meinte man vor allem osteuropäischer Einwanderer.
00:21:33: Und die Einwanderer wurden v.a.
00:21:35: als kriminell, als moralisch fragwürdig, gefährlich oder nicht britisch bezeichnet.
00:21:42: Okay, also all das was du mir erzählst führt dazu dass ich jetzt erstmal hier den Verdacht kriege.
00:21:48: Dass sich da die Behörden eher darauf eingeschossen haben was für eine Religion er hat, dass er eben jüdisch ist als dass er jetzt wirklich des sein könnte oder?
00:21:57: Ja auf jeden Fall!
00:21:59: Also da schwingt schon ganz viel mit.
00:22:01: Die Branche ist trotzdem natürlich auffällig und es werden jetzt auch drei weitere Zeugen befragt nämlich unter anderem die Haushälterin und der Nachbar sowie eine weitere Zeugen, ein Mädchen das den Mann vom Haus gesehen hat.
00:22:15: Und all diese Zeugen schauen sich jetzt Oscar genauer an – sie sagen dass er durchaus der Täter sein könnte.
00:22:24: Sicher sind Sie sich aber nicht!
00:22:26: Oscar hingegen behauptet es sei unschuldig.
00:22:30: Um das zu beweisen stimmt dazu sich zurück nach Schottland ausliefern zu lassen.
00:22:34: Er hatte sowieso nicht geplant länger als ein paar Tage in den USA zu bleiben.
00:22:38: In Schottland laufen die Ermittlungen jetzt auf Hochtouren.
00:22:42: Die Polizei findet mehrere Zeugen, die den unbekannten Täter in den Tagen vor dem Mord gesehen haben wollen – wie er das Haus der alten Dame beobachtete!
00:22:52: Die Polizei gibt diesen Zeugen den Titel «Die zwölf Watcher», also «die Zwölf Beobachter».
00:22:59: Als Oscar jetzt zurück an Schott land ist, macht die Polizei mit den zwölfen Watchern eine Gegenüberstellung Und tatsächlich identifizieren alle Oskar eindeutig als den Täter.
00:23:11: Okay, das sieht natürlich jetzt überhaupt nicht gut aus für Oskars wenn ihnen so viele Zeugen gesehen haben wollen?
00:23:18: Ja, Oskarr kommt jetzt in Untersuchungshaft und vier Monate später am dritten Mai, der Prozess beginnt gegen ihn.
00:23:26: Der Gerichtssaal des schottischen Oberstrafgerichts in Edinburgh ist imposant mit dunkler Holzvertefelung, schweren Balken und hohen Fenstern durch die gedämpftes Tageslicht fällt.
00:23:39: Der Staatsanwalt ist sich im Prozess ganz sicher, Oscar ist der Mann, der Miss Gilchrist ermordet hat.
00:23:45: Er sagt im Gerichtssaal folgendes – Leo das habe ich dir auch noch mal mitgebracht?
00:23:50: Also seine Aussage ist hier, wie sie hier steht, folgender.
00:23:55: Der Angeklagte lebt von Einkünften aus der Prostitution, er besitzt keinerlei moralisches Gruppe.
00:24:01: Ein Mann von seinem Lebensstil, ein Glücksspieler und Ausländer der regelmäßig seinen Namen wechselt ist von vornherein als verdächtig zu betrachten.
00:24:09: Nur ein schuldiger Mann würde Glasgow so plötzlich in einer überstürzten Flucht verlassen.
00:24:15: Im Prozess ist auch noch sehr belasten für Oscar – die Haushälterin Helen ändert ihre Aussage!
00:24:22: Sie sagt jetzt sie ist sich doch jetzt sicher das Oskar, der man im Haus war?
00:24:29: Also ich krieg da ja Bauchschmerzen, also auch bei dem Statement vom Staatsanwalt.
00:24:34: Das klingt ja alles nach einfach nur Vermutungen und der Lebensstil könnte auch der Liebenstil sein von einem Mörder aber es könnte auch genauso gut der Lebensdienst sein von jemandem, der politisch verfolgt ist wegen seiner Religion und hier und da die falsche Abbiegung genommen hat und zu sehr im Glücksspiel hängt.
00:24:49: Aber das alles bedeutet nicht dass er ein Mörter ist.
00:24:52: Und die haben ja offensichtlich nur die Augenzeugen Die aber auch, das kennen wir ja aus vielen Fällen nicht die glaubwürdigsten Zeugen oft sind.
00:25:01: Also Augenzeugen vertauschen Farben, vertauschern Kleidung in ihrer Erinnerung oder auch Daten.
00:25:07: Plötzlich sehen sie jemandem drei Tage eher und plötzlich ist es wieder eine Woche später.
00:25:11: Wir alle kennt das ja.
00:25:12: ich weiß nicht mehr was ich gestern gefrühstückt habe also werde nicht jetzt doll nach denn gefällsen wieder ein.
00:25:17: Aber dann nicht wenn du mich fragst was hab ich vor zwei Wochen gefrühlstückt Und deswegen habe ich da als dolle Bauchschmerzen dass die so schnell sich auf Oscar eingeschossen haben.
00:25:26: Die Jury braucht jetzt aber nur knapp über eine Stunde, um das Urteil zu fällen.
00:25:31: Am Ende stimmt nur eine Person für unschuldig – fünf für nicht erwiesen.
00:25:37: Also es bedeutet dass sie sich enthalten und neun für schuldig.
00:25:42: Nach der Verkündung des Urteils schreit Oscar im gebrochenen Englisch.
00:25:47: Sie haben einen unschuligen Mann verurteilt.
00:25:53: und soll schon drei Wochen später, am siebenundzwanzigsten Mai hingerichtet werden.
00:25:58: Sein Schicksal scheint
00:25:59: besiegelt.".
00:26:01: Doch genauso Leber wie dir das alles ein bisschen seltsam vorkommt geht es auch einem Mann der diesen Prozess beobachtet hat.
00:26:09: Das ist der Journalist und der ehemalige Polizist William Park – er glaubt Oscar!
00:26:15: Er hat das Gefühl dass Oscar aus antisemitischen Gründen vorverurteilt wurde….
00:26:20: Ich habe ja gerade schon erzählt Die Fremdenfeindlichkeit ist in Großbritannien gerade besonders groß und vor allem jüdischstämmige Personen gelten als unehrlich und betrügerisch.
00:26:30: Der Journalist hat damit das Gefühl, dass die Staatsanwaltschaft nicht objektiv gehandelt hat.
00:26:36: Aber wie soll der Journalist jetzt schaffen, die Unschuld von Oscar zu beweisen?
00:26:41: Und dafür beschließt der Journalists sich an einen Mann zu wenden, der es schafft jedes Rätsel zu lösen!
00:26:48: Der Journalist schreibt seine Beobachtung nieder und legt noch einen bittenen Brief von Oskars Freundinnen dazu.
00:26:54: Dann klebt er den Brief zu, und schreibt folgende Adresse drauf.
00:26:58: Mr.
00:26:59: Sherlock Holmes.
00:27:00: Was?
00:27:01: Two-two one B Baker Street London Wie?
00:27:06: Warum schreibt es an Sherlock Holmes sich da?
00:27:08: Sherlock Holmes ist eine erfundene Person aus einem Roman!
00:27:11: Gab's wirklich in Sherlock
00:27:12: Holmes?!
00:27:13: Vielleicht gab es einen echten Sherlock Holmes, Leo.
00:27:17: Mal gucken!
00:27:18: Aber die Person kennst du oder?
00:27:20: Also ich kenne den Sherlock Holmes so wie glaube ich die meisten aus legendären Filmen, Serien und Büchern... ...wie er fiktiv Fälle löst Und ich nehme an das ist die Person auf die du am Anfang der Folge angespielt hast.
00:27:34: Die berühmte Person, die ich ja auch kennen würde Das hast Du ja gesagt sei ein Schotter.
00:27:40: Aber der Brief geht jetzt nach London.
00:27:41: Und irgendwie hab ich Mr.
00:27:42: Sherlock Holmes auch im Kopf so als englische Person, also alle Fälle die ich von ihr mitbekommen habe waren immer irgendwie gefühlt London!
00:27:50: Ja aber der Mann, der hinter Sherlock Holmes steckt und ehrlich gesagt das wusste ich auch nicht bevor ich nach Schottland gegangen bin, der ist ein Schotte nämlich Sir Arthur Conan Doyle.
00:28:01: Ja, der Autor.
00:28:03: Genau und er sitzt jetzt gerade an seinem wuchtigen Mahagonisch-Schreibtisch in seinem großen Anwesen mitten in der Natur knapp hundert Kilometer südlich von London.
00:28:13: durch die großen Fenster schaut er auf die angrenzende Parkanlage.
00:28:18: vor etwa fünfzehn Jahren hat er jetzt fünftigjährige Schriftsteller der damals noch ein gewöhnlicher Landarzt war seine ersten Kurzgeschichten über den genialen Detektiv im Strandmagasin veröffentlicht.
00:28:31: Aus der Figur Shadowcomes ist ein richtiges Phänomen geworden und aus Arthur Conan Doyle, ein reicher und einflussreicher Mann.
00:28:39: Und diesen Einfluss setzt er gerne ein!
00:28:42: Er hat einen großen Gerechtigkeitsin und ein großes Fable – das wir mit ihm teilen, Leo?
00:28:48: Also ich würde sagen Arthur Conan-Doyle, jetzt sehr weitgegriffen, ist ein Kollege von uns weil er interessiert sich für wahre Kriminalfälle.
00:29:00: Man kann eigentlich sagen, der Erfinder von Shellacomes ist genauso wie wir alle ein Fan von True Crime.
00:29:08: Also wenn er in der aktuellen Zeit leben würde wäre es wahrscheinlich schon ein Podcast-Kollege oder zumindest ein Exy!
00:29:14: Ich würd jetzt einfach mal die These aufstellen, dass der Erfinder von Shadow Combs ... Wenn er im Jahr für Podcasts hören würde, könnte er sich auch als Exi identifizieren.
00:29:25: Das würd ich gerne demnächst in so Small Talks droppen.
00:29:29: Weil man auf so einer Party ist, wenn man so unnützes Wissen raushaut, das man sagt ja also ich hör True Crime und dann sind Leute so true crime?
00:29:38: Und da bist du so.
00:29:39: Ja aber der Erfinder von Shadowcombs war schon ein True Crime Fan!
00:29:42: Ich finde, das Wichtige ist wirklich zu betonen Exi auch.
00:29:46: Lass uns das als einfach behaupten!
00:29:47: Das ist jetzt ein bisschen weit gegriffen?
00:29:48: Das wissen wir nicht...
00:29:50: Uns ist ja Sir Arthur Conan Doyle schon mal begegnet.
00:29:54: Wir haben schon mal über die Folge vom Verschwinden der Krimikönigin gesprochen.
00:29:58: Nämlich der Fall von Agatha Christie selbst, der auch nicht nur Krimis geschrieben hat, sondern selbst einmal zu einem wahren Kriminalfall wurde als die.
00:30:10: und da hat sich der Erfinder von Sherlock Holmes wiederum also Arthur Conan Doy an der Suche beteiligt.
00:30:16: Ich erinnere mich, er hat ja auch noch so ein Medium beauftragt um die Geisterwelt zu befragen ob sie noch lebt.
00:30:22: Da war dann auch ein bisschen stolz darauf, dass sein Medium am Ende recht hatte.
00:30:26: Muss ich sagen... ja weiß ich jetzt nicht ob das die krasseste Ermittlungsarbeit ist?
00:30:32: Ich bin gespannt was er jetzt macht.
00:30:33: also jetzt wird er offensichtlich wieder gefragt ob er bei einem Fall helfen kann oder?
00:30:38: Ja es ist nämlich so daß seine Faszination für echte Kriminalfälle soweit führt, dass er mit der Royal Mail also der britischen Post ein Deal hat, das alle Briefe die an Two Two One B Baker Street in London geschickt werden zu seinem Landhaus weitergeleitet werden.
00:30:54: Also jeder der an Sherlock Holmes schreibt, der schreibt eigentlich an den Erfinder von Sherlock Holmes.
00:31:00: Two Two one b Baker street ist nämlich in den Büchern die Adresse von Sherlock Homes und neben zahlreichen Fans, die dem fektiven Direktiv ihre Bewunderung aussprechen melden sich auch immer wieder verzweifelte Angehörige von ermordeten oder zu unrecht verurteilten Personen.
00:31:30: Leo,
00:31:30: ich sehe schon die Schlagzeile bei Promi Flash.
00:31:33: Sind Sie jetzt grüßenwahnsinnig geworden?
00:31:36: Podcast darin vergleichen sich mit Autor von Shallow Combs!
00:31:42: Ich würde diese These weiterhin einfach mal aufrechterhalten.
00:31:45: Fake it till you make it – wir müssen das so oft erwähnen dass es ganz selbstverständlich wird.
00:31:48: Dass Leute irgendwann sind, ach euer Podcast ist der wo ShallowCombs Fan von ist
00:31:52: oder?!
00:31:53: Ja,
00:31:53: finde ich sehr gut.
00:31:55: Regelmäßig sitzt Arthur Conan Doyl jetzt an seinem großen Schreibtisch mit Blick auf die Parkanlage und öffnet die Briefe, die an ihn und Sherlock Holmes adressiert sind.
00:32:05: An diesem Tag im Jahr neunzehnhundertneuen hält er den Brief in den Händen, den der Journalist geschrieben hat.
00:32:12: Was der berühmte Autor noch nicht ahnt – der Inhalt dieses Briefes wird ihm die nächsten zwanzig Jahre beschäftigen!
00:32:19: Natürlich hat er als Two Crime Fan schon von dem Fall gelesen….
00:32:23: Die persönlichen Worte wecken aber jetzt vollends sein Interesse.
00:32:28: Sir Arthur Conan Doyle beschließt, er möchte nichts unversucht lassen und zu verhindern, dass ein potenziell unschuldiger Mann nur aufgrund seiner Herkunft und seines Standes dem Tode geweiht ist – und so nimmt sich zwar nicht Sherlock Holmes diesen Fall an, der isst und bleibt ja leider eine fiktive Figur, aber sein Erfinder selbst schlüpft in die Rolle seiner berühmtesten Figur!
00:32:53: Er zieht sich jetzt einen imaginären Hut und Mantel an.
00:32:56: Und vielleicht steckt er sich sogar eine Pfeife
00:32:59: an?
00:32:59: Also, eigentlich hat er über sie selbst geschrieben
00:33:01: oder er wird jetzt zu seiner Figur – er hat ja schon die Bücher geschrieben – und kann sicher auch auf das berufen was Sherlock Holmes normalerweise macht.
00:33:11: Sherlock Holmes hat ja bestimmte Leitsätze, eine berühmte Homes-Methode.
00:33:17: Leo, erinnerst du dich daran, was Sherlock ausmacht an seine Ermittlungen, was so Leitsätze sind.
00:33:24: Schelle Combs könnte auch ein Vorbild für moderne Polizeiarbeit sein weil er ja immer ganz rational vorgeht.
00:33:32: also er lässt sich erst mal gar nicht ablenken von irgendwelchen Vorurteilen wie in diesem Fall ja viele existieren Und in den Filmen und Büchern, die ich von dir mitbekommen habe.
00:33:43: Ist ja immer so ganz logisch und ganz trocken auch wenn er das alles sofort trägt wie er das sich erklärt?
00:33:49: Ja du hast es eigentlich gerade schon richtig gesagt!
00:33:51: Er hat verschiedene Leitsätze.
00:33:53: zum einen beobachten statt übersehen also auf die kleinsten Details achten, die andere ignorieren dann logisch kombinieren Hinweise Schritt für Schritt zusammensetzen.
00:34:04: Dann gibt es das Ausschlussprinzip Alles Unmögliche wird ausgeschlossen, was übrig bleibt muss die Lösung sein und – der wichtigste Punkt glaube ich gerade für diesen Fall – objektiv bleiben.
00:34:16: Gefühle und Vorurteile möglichst ausblenden!
00:34:20: Und genau das macht Arthur Conan Doyle jetzt auch.
00:34:23: Dafür besorgt er sich die vollständigen Protokolle des Verfahrens, analysiert Zeugenaussagen, Polizeiberichte.
00:34:32: Es schaut sich also eigentlich nur das an, was auch im Prozess und in den Ermittlungen schon da war.
00:34:39: Und je tiefer Arthur Conan Doyle in die Akten eintaucht, desto mehr Widersprüche fallen ihm auf.
00:34:45: Als er gerade bis über beide Orden in der Recherche steckt erreicht ihn eine gute Nachricht.
00:34:51: Oskar's Urteil wurde von der Todesstrafe auf eine lebenslängliche Haft abgeändert.
00:34:56: Seine Anwälte haben nach Verhandlung Unterschriften gesammelt Und tatsächlich hatten viele Menschenzeife an dem Urteil.
00:35:04: Und auch viele Bürger sind gegen die Todesstrafe!
00:35:06: Zwanzigtausend Unterschriften sind innerhalb weniger Tage zusammengekommen, der Druck auf die Justiz ist so hoch dass sie das Urteil abändern.
00:35:15: Für den Sherlock Holmes-Erfinder ist es aber kein Grund aufzugeben – immerhin sitzt ein vermeintlich unschuldiger im Gefängnis.
00:35:23: Aber er hat während Zeit gewonnen jedes Detail des Fals zu durchdeuchten und das tut Arthur Conan Doyle.
00:35:29: jetzt Erfolgt dem Rat seiner berühmtesten Figur.
00:35:33: Denn wie Sherlock eins sagte, trauen sie niemals allgemein Eindrücken, mein Junge!
00:35:38: Sondern konzentrieren Sie sich auf die Einzelheiten und das machen wir jetzt auch.
00:35:43: Also Leo, schnapp dir deine Pfeife und dein Hut?
00:35:46: Wir ermitteln mit Sherlock Holmes persönlich.
00:35:49: Wo fangen wir denn da an?
00:35:51: Was können wir uns mal genauer nochmal anschauen?
00:35:54: Also was Oscar ja am Ende dann auch zum Verhängnis geworden ist sind die ganzen Zeugen die ihn gesehen haben sollen.
00:36:02: Also du hast ja genannt, die Twelve Watcher, die zwölf Beobachter und die haben ja wirklich als Summe geäußert Ja er war es aber wenn der wirklich unschuldig ist dann müssen sie sich das ja ausgedacht haben?
00:36:17: Ja ausgedach oder sie wurden vielleicht auch beeinflusst oder wie du schon gesagt hast Zeugenaussagen haben sich verändert.
00:36:24: Arthur Conan Doyle schaut sich vor allem erst mal die belastendsten Zeugenaussagen an, nämlich die der Haushälterin und des Nachbarn.
00:36:33: In den Ermittlungsakten steht, dass die Haushältern gesagt habe sie ist um kurz vor sieben aus dem Haus gegangen und war circa zehn Minuten lang weg.
00:36:42: Als sie wiederkam stand ihr Nachbar Arthur schon von Miss Gilchristür und hat geklingelt.
00:36:47: er hat ihr von den Geräuschen erzählt.
00:36:49: Helen hat dann die Wohnung aufgeschlossen Und hier gibt es jetzt schon die ersten Widersprüche zwischen den Aussagen, denn die Haushälterin Helen sagt sie sei genau wie Arthur auf der Türschwelle stehen geblieben.
00:37:01: Arthur sagt jedoch sie sei ein paar Schritte in die Wohnung hineingegangen – in dem Moment sei der Täter ihnen entgegen gekommen.
00:37:09: und auch in einer Täterbeschreibung sind die beiden sich uneinig.
00:37:12: Die Haushältern sagt, der Mann habe einen runden Stoffhut getragen und einen dreiviertel langen grauen Mantel.
00:37:18: Sein Gang sei auffällig gewesen!
00:37:20: Den Nachbar Arthur hingegen sagt, er war etwas größer und breiter gebaut als ich.
00:37:25: Kein kräftiger Mann aber mit markanten Gesichtszügen und glattrasiert.
00:37:29: Ich kann nicht genau beschwören ob er einen Schnurbert hatte – aber wenn?
00:37:33: Dann war er sehr sperrlich!
00:37:34: Er wirkte wie ein Handelsreisender oder vielleicht ein Angestellter und ich wusste nicht, ob er nicht einer ihrer Freunde war.
00:37:41: Ein auffälligen Gang hat Arthur nicht bemerkt.
00:37:44: Der Erfinder von Sherlock fragt sich aufgrund dieser Widersprüche jetzt, wie glaubwürdig diese Zeugen sind.
00:37:51: Und tatsächlich findet er heraus – der Nachbar Arthur ist kurzsichtig und hat an diesem Abend seine Brille nicht dabei gehabt!
00:38:01: Und sollte die Haushälterin Helen tatsächlich im Flur gestanden haben als der Täter an ihr vorbei ging?
00:38:05: Ist es sehr erstaunlich dass sie diesen auffälligen Gang bemerkt hat denn dann waren die nur wenige Schritte voneinander entfernt und das ist zu kurz, um ein Gangbild festzustellen.
00:38:16: Und dann gibt es hier noch das Mädchen die dritte Zeugen, die den Täter auf der Straße gesehen hat.
00:38:21: In ihrer Beschreibung war der Mann älter – sein Mantel bräunlich!
00:38:25: Er trug einen Hut und seine Nase war schief.
00:38:28: Wir haben jetzt also drei Leute mit unterschiedlichen Aussagen.
00:38:32: Und Arthur Conan Doyle sieht auch, dass die Polizei ihre Täter-Beschreibung mehrmals änderte.
00:38:38: Die angepasste Vision lautet groß und schlank, glattrasiert mit einer leicht zur Seite geneigten Nase.
00:38:47: Er trug ein der runden Tweet-Hüte sowie einen rehbrauen Mantel bei dem es sich möglicherweise um ein Regenmantel handelte dazu dunkle Hosen und braune Stiefeln.
00:38:57: Für Arthur Conan Doyl wirkt diese Täterbeschreibung nach seiner Recherche willkürlich zusammengewürfelt.
00:39:04: er findet heraus dass es außerdem weitere Zeugen gab die nie gehört worden sind.
00:39:09: Mehrere Menschen haben in den Wochen vor Miss Gilchrist tot ein Mann in ihrer Straße herumlung ansehen.
00:39:15: Sie vermuten, dass das der Täter war!
00:39:18: Eine Frau hat den Täter sogar sprechen gehört und keine Auffälligkeiten entdeckt – er hatte kein Akzent auch keinen Deutschen.
00:39:25: Okay,
00:39:25: das ist natürlich alles mega auffällig weil wenn es jetzt wirklich Oscar gewesen wäre hätte man das ja auch gehört.
00:39:32: Weil er auch im Gericht sei er nur mit gebrochenem Englisch dann am Ende gesprochen.
00:39:37: Man merkt jetzt schon diese Identifikation von Oskar, die war nicht so eindeutig wie sie zunächst schien.
00:39:44: Der Nachbar Arthur hat auch nie sicher gesagt das ist er sondern er hat nur gesagt er könne nur sagen dass Oscar den Mann ähnelt.
00:39:55: Bei der Haushälterin Helen hat sich ja die Sicherheit ihrer Aussage im Verlauf des Prozesses dann komischerweise geändert.
00:40:03: und dann gab es noch die zwölf Watcher Die Menschen, die Oscar in den Tagen vor dem Mord gesehen haben wollen und die ihm bei der Gegenüberstellung identifizierten.
00:40:13: Und auch hier zitieren wir wieder Schalak Homes?
00:40:16: Nichts ist trügerischer als eine offenkundige Tatsache!
00:40:20: Denn Arthur Conan Doyle findet heraus alle Zeugen haben vor ihrer Befragung bereits ein Foto von Oscar gesehen – wo die Polizei ihn sagte dass sie glaubten das dieser Mann der Täter sei.
00:40:33: Dazu kommt, dass Oscar bei dieser Gegenüberstellung in einer Reihe mit Männern stand, die ihn kaum ähnelten.
00:40:40: Oscar war die einzige Person, die hier aufgrund seiner Herkunft fremd wirkte.
00:40:44: Arthur Conan Doyle findet auch heraus – Die wichtigsten Watcherzeugen beschrieben den Mann, den sie gesehen hatten als glatt rasiert.
00:40:52: Genauso ja wie der Nachbar und Oscar hatte aber zu der Zeit einen dichten Bart.
00:40:58: Das hat sogar seinen Friseur noch im Prozess bestätigt!
00:41:02: Das finde ich auch so geil, stell dir vor, du bist ein Friseur.
00:41:04: Bitte bestätigen Sie den Bartfuchs ihres Klienten!
00:41:08: Es
00:41:08: ist auf jeden Fall total schockierend wie hier vorgegangen wurde.
00:41:12: Also
00:41:13: dass denen auch noch vorhin Foto gezeigt wurden.
00:41:15: dann ist es ja offenbar irgendwie schon subtil beeinflusst worden was da am Ende bei rumkommt.
00:41:21: Ja man muss ja auch sagen das Augenzeugenaussagen zu den Fehler an fälligsten Beweismitteln überhaupt zählen.
00:41:28: Die moderne Psychologie zeigt, dass Menschen Erinnerungen nicht wie eine Kamera speichern.
00:41:33: Erinnerung verändern sich mit der Zeit und können auch unbewusst beeinflusst werden.
00:41:38: Deswegen gelten Augenzeugen-Identifikation heute in der Kriminalpsychologie als besonders vorsichtig zu behandelnde Beweise – aber das reicht jetzt natürlich noch nicht um Oscars Unschuld zu beweisen!
00:41:51: Deswegen schaut sich Arthur Conan Doyle den nächsten Beweis an… die Tatwaffe.
00:41:57: Anhand der Verletzung tippt der Gerichtsmediziner auf ein Stuckerteuerhammer als Tatwaffe, der einen kurzen Griff und einen langen kräftigen Kopf hat.
00:42:06: Bei Oscars Festnahme hat man tatsächlich einen Hammer gefunden!
00:42:10: Aber der Erfinder von Sherlock Holmes ist überzeugt – dieser Hammer ist nicht die Tatwappe, er ist zu klein und so leicht um einem Menschen damit so schwere Verletzungen wie die, die Miss Gilchrist aufweist, zuzufügen….
00:42:24: Der Täter müsste den Hammer außerdem beim Herausgehen in seiner Tasche versteckt haben, weil die Zeugen keine Tatwaffe gesehen haben.
00:42:32: Das heißt der blutige Hammer hätte Spuren auf der Kleidung hinterlassen müssen – an Oscars Kleidungen fand man aber keinerlei Blutspuren.
00:42:40: Gut ihr hättet vielleicht auch die Blutsspuren dann irgendwie in der Wohnung abwischen können und damit haben wir wieder rausgegangen sein können?
00:42:46: Ja, aber man muss ja bedenken dass der gesamte Tatzeitraum nur zehn Minuten waren!
00:42:51: Also insgesamt sehr wenig Zeit, um dann noch eine Tatwaffe zu reinigen.
00:42:56: Und wenn die Verletzungen eh nicht zum Hammer passen?
00:42:58: Dann ist es ja auch eigentlich ganz schön egal ob Oscar ein Hammer dabei hat oder nicht.
00:43:02: Ja das ist auch wieder so.
00:43:03: ne Wenn man sich nicht auf ihn ein Zeter schon eingeschossen hätte wäre das überhaupt nicht verdächtig gewesen dass er ein hammer dabei gehabt hätte.
00:43:10: Historiker sehen darin ein typisches Beispiel für sogenanntes confirmation bias also einen Bestätigungsfehler.
00:43:17: Das bedeutet, Ermittler suchen dann nicht mehr offen nach allen Möglichkeiten.
00:43:20: Sondern interpretieren neue Hinweise so, dass sie die bestehende Verdachtstheorie stützen – also in dem Fall er hat ein Hammer?
00:43:28: Ah!
00:43:28: Dann war das wohl das Tatwerkzeug.
00:43:31: Also auch hier merkt unser Erfinder von Sherlock Holmes Die Beweislage ist mehr als dünn.
00:43:38: Kommen wir zu einem der wichtigsten Beweise Dass die bis gut.
00:43:43: Du hast ja schon gesagt, es ist eigentlich ein bisschen merkwürdig, dass nur diese Branche geklaut wurde.
00:43:49: Denn tatsächlich hatte Ms.
00:43:52: Gilchrist Schmuck im Wert von dreitausend Pfund bei sich zu Hause!
00:43:57: Das sind heute ungefähr eine halbe Million Pfund.
00:44:00: Einige der wertvollen Steine waren im Safe, andere waren sehr gut versteckt – zum Beispiel eingenäht in den Vorhängen, in Jacken oder an Kleidern.
00:44:10: Aber von all den wertvollenen Sachen wurde nur eine Diamantenbranche im Wert von etwa zweihundertfünfzig Pfund entwendet.
00:44:16: Das ist total ungewöhnlich, dass der Täter nicht noch mehr Schmuck mitgenommen hat – gerade weil ein paar Schmucksstücke auch noch ganz offen herumlagen.
00:44:25: Aber es gab hier diesen Fandschein für die Diamantenbrosche, der gefunden wurde.
00:44:29: Gegen Oscar spricht ja aber ganz eindeutig das es diesen Fanschein gab, Die
00:44:37: Diamantenbranche ist das Einzige von Anfang an, was ich auch verdächtig fand.
00:44:42: Das wurde geklaut und genau sowas wird dann bei ihm festgestellt, dass er es direkt weiterverkauft hat.
00:44:52: Aber wahrscheinlich findet da der Erfinder von Sherlock Holmes wieder neue Infos raus?
00:44:57: Wir wenden wieder das Prinzip von Sherlock Homes an, nämlich beobachten statt übersehen!
00:45:06: besaß er schon seit Jahren.
00:45:08: Er hatte sie für seine Affäre gekauft und das ist jetzt ganz entscheidend, Leo!
00:45:13: Der Fanschein für die Branche wurde bereits zwei Tage vor dem Mord ausgestellt.
00:45:19: Das wusste die Staatsanwaltschaft übrigens auch schon im Prozess.
00:45:23: Also das beweist ja dann wirklich dass das nicht die Diamantbranche war wenn er die zweitage vorm Mord auch schon besessen hat und auch dann herauskam, bis zu zwei Tage vom Mord noch besaß und an dem Tag halt verfendet hat, also schon Jahre zuvor irgendwann für seine Geliebte geholt hat.
00:45:42: Das zeigt ja es kann sich gar nicht um die Diamantbranche von Miss Gilchrist handeln.
00:45:46: Und ich finde das wirklich eigentlich skandalös, weil die Ermittler hier und auch die Staatsanwaltschaften haben ja noch nicht mehr mehr das Vorgehen vom Waren Sherlock Holmes, also die Vorgaben beobachten statt übersehen.
00:45:59: Die haben das ja doch nicht mal vergessen!
00:46:03: Absichtlich falsch gemacht.
00:46:05: Sie wussten diese Sachen ja und haben die einfach nicht mit einbezogen, sie haben es noch nicht mehr übersehen.
00:46:11: Sie haben's absichtlich ignoriert, obwohl sie's gesehen haben.
00:46:15: Und also das finde ich so heftig ...
00:46:18: Ja oder sie haben an den richtigen Stellen nicht nachgefragt weil es gibt auch diesen großen Punkt dass die die ganze Zeit gesagt haben Oskar sei überstürzt abgereist.
00:46:27: Das war ja super verdächtig, dass er dann genau in dem Moment weggefahren ist.
00:46:33: Aber Sir Arthur Conan Doyle recherchiert auch hier hinterher und er findet heraus, das kann er auch an Hand von Briefen nachverfolgen.
00:46:40: Ostres USA-Reise war schon Wochen vor der Tat geplant worden weil er dort berufliche Termine hatte.
00:46:47: Also eigentlich lösen sich damit all die Dinge auf, die ihm auch nur ansatzweise irgendwie als verdächtig ausgelegt wurden?
00:46:54: Ja dann gibt es noch einen Punkt den auch Arthur Conan Doll jetzt in den Ermittlungsakten findet und das bringt für ihn Das Fass zum Überlaufen, denn Oscar hat eigentlich ein Ali-Bi.
00:47:08: Drei Leute haben tatsächlich angegeben, zum Tatzeitpunkt bei Oscar gewesen zu sein – seine Geliebte die Haushälterin und einen Freund.
00:47:17: Das wurde auch alles von der Polizei zur Protokoll genommen aber danach nie wieder erwähnt!
00:47:23: Denn die Polizei und die Justiz waren zu sehr davon überzeugt, Oscar ist der Täter.
00:47:28: Der fremde Mann war's… Passte perfekt ins Bild.
00:47:32: Als seine Rechercheergebnisse bündelt Arthur Conan Doyle in einem Buch, das er drei Jahre nach Oscars Verurteilung veröffentlicht – es heißt der Fall Oscar Slater.
00:47:44: Es beginnt mit Doyles These.
00:47:46: Oscars Slater ist unschuldig!
00:47:49: Durch das Buch wird der Fall einem sehr breiten Publikum zugänglich und dadurch werden zum ersten Mal Zweifel am Urteil öffentlich diskutiert.
00:47:57: In dem zeigt der Sherlock Holmes Outdoor, es gibt keinen einzigen handfesten Beweis das Oscar den Mord begangen hat.
00:48:05: Arthur Conan Doyle schreibt hier,
00:48:22: Ja ich glaube dieser letzte Satz ist wirklich Zu diesem Zeitpunkt, jeder andere Mann in Schottland hätte gewesen sein können.
00:48:30: Der macht ihn noch mal deutlich, was die Polizei hier eigentlich gemacht hat.
00:48:33: Sie haben sich alles an den Hahn herbeigezogen und sie hätten das bei jedem anderen auch zurechtdrehen können.
00:48:39: Also jede andere, der auch ein Alibi hatte, hat vielleicht ja irgendwie nach rechts gebogenen Nase oder hatte plötzlich genau den Regenmantel zu Hand und hätte es genauso gut sein können.
00:48:49: also wenn's nach solchen Kriterien bewertet wurde Dann haben sie ja eigentlich wirklich nichts.
00:48:55: Aber das bringt mich jetzt zu meiner nervösen Nachfrage, also der Varyshelle Combs Arthur Conan Doyle, der dir zumindest schon mal beweisen können, dass es ganz offensichtlich Oscar nicht war.
00:49:08: hat er denn irgendwelche Hinweise darauf gefunden wer stattdessen
00:49:13: war?
00:49:14: Ja leider konnte nie eindeutig geklärt werden wer Miss Gilchrist getötet hat.
00:49:20: Aber es gibt zwei Theorien, und die stelle ich dir einmal vor.
00:49:25: Theorie Nummer eins ist – Es war ein gescheiteter Raubüberfall!
00:49:29: Der Täter wurde aber von dem Nachbar und der Haushälterin überrascht.
00:49:33: Also genau wie man's bei Oscar vermutet hat nur dass der Täter halt dann einfach jemand anders war.
00:49:39: Die Haushältern hat nämlich erzählt das sie ihrem Buchhändler davon berichtet hat, dass ihre Chefin teuren Schmuck zu Hause habe.
00:49:47: Die Polizei hat sich den Buchhändler auch angeschaut, aber keine Hinweise für eine Täterschaft gefunden.
00:49:52: Aber es kann natürlich sein dass der das auch noch mal jemand anderen erzählt hat?
00:49:56: Ja und wenn sie's schon jetzt dem Buchhendler erzählt dann hat sie vielleicht doch nochmal irgendwo im Nebensatz jemand anderem gegenüber erwähnt.
00:50:04: die Sache ist ja auch Wenn man sich ein Haushälterin leisten kann, die da jeden Tag mitarbeitet Hat man wahrscheinlich auch schon gewisses Vermögen Und wenn das die falschen Leute hören ist das natürlich sehr gefährlich.
00:50:16: Und was tatsächlich auch ein bisschen komisch ist und was darauf hindeuten könnte, dass diese Tat geplant war.
00:50:22: Ist das Miss Gilchrist ein Hund hatte?
00:50:25: Und der wurde circa zwei Monate vor dem Mord vergiftet.
00:50:30: Oh!
00:50:31: Miss Gilkrist war als sie noch lebte sich sicher irgendjemand wollte ihren Hund aus dem Weg räumen.
00:50:38: Okay also so nach dem Motto, dass man den Wachhund töten wollte bevor er irgendwie im Weg steht
00:50:45: Ja, das könnte man vermuten.
00:50:46: Und tatsächlich war Oscar zu dieser Zeit nicht in Glasgow.
00:50:50: also er könnte nicht der Mörder sein, der den Hund getötet hat.
00:50:55: Aber dann würde Theorie eins ja auch davon ausgehen dass Miss Gilchrist über längeren Zeitraum von dieser Person beobachtet wurde und da ja sogar sich schon angenähert wurde wenn man sogar Zugang zum Hund hatte.
00:51:08: Das macht die Theorie natürlich total gruselig.
00:51:11: Ja, und das ist eine Person war die Miss Gilchrist ein bisschen näherstand – das besagt auch Theorie Nummer zwei!
00:51:19: Die stellt nämlich unter anderem auch unser Sherlock Holmes-Erfinder Arthur Colin Doyle auf.
00:51:24: Denn er macht jetzt Folgendes….
00:51:26: Er kombiniert logisch und setzt Schritt für Schritt die Hinweise zusammen.
00:51:32: Und dabei fragt er sich ….
00:51:33: Wie kam der Mann in die Wohnung?
00:51:35: Was hat es mit dieser hölzernen Box auf
00:51:37: sich?!
00:51:38: Warum kam der Haushälterin der fremde Mann nicht komisch vor?
00:51:42: Und damit kommt eine neue Frage bei ihm auf, was wenn das Motiv ein anderes war.
00:51:50: Wenn es doch kein Raub war und die geklaute Branche nur als Ablenkungsmanöver galt.
00:51:56: Denke ich da ja auch die ganze Zeit noch dran.
00:51:59: Du hast es ganz am Anfang dieser Folge erwähnt, dass die Haushälterin beim fremden Mann nicht so überrascht wirkte und natürlich hatte ich da direkt den Gedanken was ist wenn sie den Mann kennt oder sogar irgendwie mit dem zusammengearbeitet hat?
00:52:15: Zusammen gearbeitet stimmt nicht ganz.
00:52:18: aber was auffällig ist das neben der gestohlenen Diamantenbranche gab's hier diese Box die der Täter aufgebrochen hat.
00:52:28: Das war übrigens auch das Geräusch, dass der Nachbar Arthur Adams durch die Tür gehört hat und man vermutet, dass in dieser Holzbox das Testament von Miss Gilchrist lag.
00:52:42: Und anscheinend hat Miss Gillchrist ihr Testament noch kurz bevor sie ermordet wurde geändert.
00:52:49: Statt ihrer Familie wollte sie fast all ihren Schmuck ihre Haushälterin Helen vererben!
00:52:56: Sogar Miss Gilchrist Tochter sollte kaum was bekommen.
00:52:59: Das weiß man nicht mehr, weil dieses Testament das hat man nicht gefunden!
00:53:03: Das war nur, was Leute berichtet haben, dass sie das anscheinend noch mal geändert hat...
00:53:08: Das klingt so sehr nach einem Sherlock Holmes-Roman oder auch Agatha Christie Roman.
00:53:14: Also ich erinnere mich wirklich an zwei Krimis in letzter Zeit, die einen ähnlichen Plot aufgewiesen haben.
00:53:19: Kurz vorher wurde noch das Testament geändert sodass die ganze Familie jetzt plötzlich ein Motiv hat den Mord zu begehen und irgendwie noch was zu manipulieren um davon zu profitieren.
00:53:31: Und als Auftraggeber kommt auch ganz konkret der Neffe von Miss Gilchrist in Frage.
00:53:37: Der heißt Francis.
00:53:39: Und Francis war zufälligerweise auch einer der Ärzte, der die Leiche untersuchte und deswegen hätte er dort auch bei der Vertuschung helfen können.
00:53:50: Außerdem war er und seine Familie sehr angesehen und so könnte er auch die Polizei beeinflusst haben.
00:53:55: Und tatsächlich findet ein Ermittler später heraus dass die Hausangestellte Helen, die später gesagt hat es war auf jeden Fall Oscar den sie gesehen hat in ihrem ersten Interview Am XXIII.
00:54:08: Dezember gesagt hat, sie habe den Mörder gesehen und sie hat den Möhrer auch benannt – Sie sagt ganz klar es war der Neffe Francis.
00:54:17: Doch die Polizei ließ damals seinen Namen aus den Akten entfernen.
00:54:21: Sie machten daraus die Initialien A B. Denn Francis ist sehr einflussreich und hochgeachtet in der schottischen heiße Society.
00:54:28: Man will sein Namen nicht beschmutzen!
00:54:31: Die Familie hätte außerdem einen Schlüssel gehabt oder sie wäre von Miss Gilchrist reingelassen worden….
00:54:37: Das würde auch erklären, warum die Person ohne Gewalt in die Wohnung kam und warum die Haushälterin Helen nicht besonders auf die Person reagierte.
00:54:46: Also es ist ja so auffällig dass die Haushälterin Helen hier den Neffen gesehen hat und denen auch als Täter, als die Person identifiziert hat der da aus der Wohnung rauskam.
00:54:56: Und dann wird das später noch mal geändert.
00:54:58: also das Ja is für mich auf jeden Fall die naheliegendste Theorie hiermit Und es wird doch erklären, warum auch so gewaltvoll vorgegangen wurde.
00:55:06: Weil das wirkt ja als ob da jemand richtig sauer war und viel Wut hatte.
00:55:09: Vielleicht auch weil man nicht ganz so happy darüber war, dass man aus dem Erbe rausgestrichen wurde?
00:55:15: Für mich macht diese Theorie am meisten Sinn.
00:55:19: Auch für den Erfinder von Sheller Combs.
00:55:21: Er kommt zu dem Schluss.
00:55:22: Es ging eher um die Hölzerne Box als um die Brosche.
00:55:26: Daher wurde sie aber nie von der Pre-Zei verfolgt ... und so sitzt immer noch ein Unschuldiger im Gefängnis.
00:55:34: Aber die Justiz hat natürlich kein Interesse daran, sich den Fall nochmal anzuschauen!
00:55:38: Da ändert auch das Buch von Arthur Conan Doyle nix dran – Oscar kommt jetzt ins Peterhead-Prison wo er schwere Zwangsarbeit verrichten soll.
00:55:47: Zum Beispiel muss er mit Puraumuske Kraft große Felsen zu Schottersteinen zerschlagen und beim Bau des Hafens bis zur Erschöpfung mitarbeiten….
00:55:57: Mit der Zeit verschwindet sein Fall aus der Öffentlichkeit.
00:56:01: Als im Februar, aber ein Zellengenosse von Oscar entlassen wird, bittet Oscar den Mann einen Brief nach draußen zu schmuggeln.
00:56:09: Der Zellengenosse faltet diesen ganz klein zusammen und versteckt ihn unter seinem Gebiss – damit er bei einer Durchsuchung nicht gefunden wird.
00:56:17: Kurz darauf faltet Sir Arthur Conan Doyl diesen Brief wieder auseinander.
00:56:22: Er sei seine letzte Hoffnung.
00:56:28: Das lässt sich Sir Arthur Connendoll nicht zweimal sagen!
00:56:31: Treizehn Jahre nach der Veröffentlichung seines Buches verbringt er Schellakum-Schöpfer jetzt wieder jede freie Minute damit, für Oscars Freilassung zu kämpfen – er schreibt einflussreichen Freunden und sorgt dafür dass öffentlich wieder über den Fall gesprochen wird.
00:56:46: Auch der Journalist William Park, der damals Connendoil ja auf jeden Fall aufmerksam gemacht hat, veröffentlicht ein weiteres Buch.
00:56:54: In die Wahrheit über Oscars Läter fasst er noch mal alle Ungereimtheiten des Fals zusammen.
00:57:00: Und diesmal hat der Erfinder von Sherlock Holmes Erfolg – wahrscheinlich, da die damals verantwortlichen Menschen bei der Polizei und der Justiz mittlerweile nicht mehr am Amt sind!
00:57:10: –, und in den letzten Jahren wird eine parlamentarische Untersuchung eingeleitet.
00:57:15: Dabei wird zum ersten Mal festgehalten, dass der damalige Staatsanwalt im Prozess wichtige entlastene Information zurückgehalten Und so wird der Fall noch einmal vor Gericht geprüft.
00:57:27: Und Arthur Conan Doll übernimmt die Kosten der Verteidigung!
00:57:31: Oh, und ich hoffe jetzt so sehr dass sie jetzt endlich sich mal all'die Dinge anschauen, die Arthur Conan doll rausgefunden hat weil Oskar ja schon so lange unschuldig im Gefängnis sitzt?
00:57:42: Ja...und tatsächlich wird das jetzt endlich getan.
00:57:46: Das Urteil wird aufgehoben Und nach fast neunzehn Jahren Haft wird Oscar am vierzehnten November nineteenhört zwanzig aus dem Gefängnis entlassen.
00:57:57: Zum ersten Mal blickt er wieder in den Himmel, ohne die Gefängniskitter vor seinen Augen.
00:58:02: Mit mittlerweile fünfundfünfzig Jahren ist er zum ersten mal seit langen wieder ein freier Mann.
00:58:07: Doch die Zeit in Haft hat Spuren hinterlassen!
00:58:10: Er hat seine Haare verloren, sein Schnurrbad ist ergraut und der freundliche Gesichtsausdruck ist zusammen mit seiner Hoffnung auf Gerechtigkeit verschwunden.
00:58:19: Im Jahr nach seiner Entlassung wird er offiziell frei gesprochen und erhält eine Entschädigung von sechstausend Pfund – heute umgerechnet etwa eine halbe Million Euro.
00:58:29: Also das macht natürlich nicht die letzten neunzehn Jahre ungeschehen, die er einfach nicht in Freiheit leben konnte.
00:58:35: Einfach nur weil Menschen sich das aus den Fingern gesogen haben was ihn da am Ende ja Hintergitter gebracht hat.
00:58:41: aber natürlich ist es jetzt schön zu hören dass er jetzt wieder draußen ist und auch finanziell jetzt erstmal abgesichert ist wenn er jetzt neu in der Welt wieder startet.
00:58:50: Ja und er beginnt tatsächlich auch ein neues Leben.
00:58:54: er nimmt wieder seinen Geburtsnamen an zieht in eine schottische Küstenstadt Und hier heiratet er noch mal neu, nämlich eine deutschstämmige Schotten.
00:59:02: Die beiden eröffnen einen kleinen Antikladen das ich ganz süß fand.
00:59:08: Vielleicht kannst du da ja noch vorbeifahren falls der auch in dritter Generation oder so existiert?
00:59:13: Das werde ich wohl noch recherchieren müssen!
00:59:16: Oskars Fall zieht aber auch nach der Entlassung große Kreise und die offensichtlichen Fehler im Prozess führen dazu dass in Schottland der Criminal Appeal Act eingeführt wird also die Möglichkeit, Urteile von einem weiteren Gericht überprüfen zu lassen.
00:59:32: Das ist ein wichtiger Schritt zu dem späteren System von Berufung und
00:59:36: Revision.".
00:59:37: Arthur Conan Doyl stippt zwei Jahre nach Oscars Entlassung im Jahr neunzehntretig.
00:59:43: Er wird auf dem Gelände seines Landsitzes beerdigt – das Anwesen in dem er eins lebte und arbeitete, ist heute ein Seniorenheim.
00:59:52: Ein stiller Ort an dem kaum noch etwas an den Mann erinnert der eines den berühmtesten Detektiv der Literatur erschuf, der schon Anfang des zwanzigsten Jahrhunderts sich für True Crime begeisterte und der selbst zum echten Sherlock Holmes wurde.
01:00:10: Also was für ein Fall!
01:00:12: Ich weiß jetzt zumindest schon mal in welchem Seniorenheim ich irgendwann mal leben möchte weil natürlich müssen wir als True Crime-Podcasterin auch in dem Anwesen von Sherlock Holmes mit Achtzig unseren English Breakfast Tea trinken.
01:00:26: Und ich finde es auch so befriedigend, dass er nach so vielen Jahren Arbeit dann wirklich noch mal zu seinem Lebensende dafür sorgen konnte, dass dieser Mann aus dem Gefängnis kommt.
01:00:36: Weil das hat ihn ja wahrscheinlich auch wahnsinnig gemacht, weil er hat hier alles schwarz auf weiß und ... all seine Sherlock Holmes-Grundsätze angewendet.
01:00:44: Er ist objektiv geblieben, er hat Gefühle und Vorurteile ausgeschlossen und hat so herausgefunden, dass jemand durch die gesellschaftlichen Vorurteil in der Zeit verurteilt wurde und das Menschen beeinflusst wurden dadurch.
01:00:57: Und das sollten wir uns alle noch mal den Kopf
01:00:59: rufen.".
01:01:00: Ich muss auch sagen ich habe bei der Recherche auch oft daran gedacht, ja dieser Fall ist schon etwas länger her aber diesen Grundsatz von Sherlock Holmes nämlich objektiv bleiben, Gefühle und Vorurteile möglichst ausblenden.
01:01:12: Das könnten sich vielleicht auch einige Politiker oder Politikerinnen so ein bisschen mehr zu Herzen nehmen, weil dieser Fall von Oskar der zeigt halt total wie stark gesellschaftliche Vorurteilung Ermittlungen beeinflussen können oder unsere Wahrnehmungen beeinflüssen können.
01:01:27: Also
01:01:27: Geschichte wiederholt sich Und dementsprechend was können wir tun?
01:01:32: Wir können die Geschichten von Sherlock Holmes in diesem Fall lesen und weiter empfehlen aktueller denn je.
01:01:40: Ja, ich hab irgendwie im Moment voll viel gesehen dass auch wieder viel bei der AfD diskutiert wird über den Zusammenhang von Migration und Kriminalität also irgendwie ist das ja sehr ähnlich zu dem was Oscar passiert ist und dass die AfD gerade diese Kriminalitätsfälle verbindet mit Forderung nach einer deutlich härteren Migrationspolitik.
01:02:00: und ich finde vielleicht zum Ende dieser Folge können wir uns alle den Fall von Oscar so ein bisschen als Warnung mitnehmen nämlich wenn Angst vor Kriminalität mit Vorurteilen verknüpft wird, entsteht schnell ein gesellschaftliches Klima in dem Menschen allein aufgrund ihrer Herkunft verdächtiger erscheinen als andere.
01:02:20: Und das zeigt ja dieser Fall, dass das nie Gutes und schnell zu Fehlern führen
01:02:26: kann.".
01:02:36: die aber ja aktueller denn je sind.
01:02:38: Also es zeigt wirklich, dass True Crime schon immer ein gesellschaftliches Thema ist was Menschen interessiert hat.
01:02:44: und falls ihr noch mehr true crime nach dieser Folge wollt beziehungsweise es nicht mehr true jetzt wird's eher fiction Falls ihr noch meer crime wollt nach dieser folge.
01:02:53: hier mal wieder einen kleiner leotip diesmal aber ein mod of x redaktions tip.
01:02:58: ich habe ein bisschen mitbekommen worüber unsere Redakteurinnen aktuell reden und was gelesen wird Und da fiel jetzt häufiger der Name Emily Rudolf, eine deutsche Autorin die Krimis schreibt.
01:03:09: Vielleicht kennt ihr von ihr das Buch Die Haussitterin?
01:03:13: Da habe ich nur Gutes von gehört und dann schreibe ich mir selbst auch auf die Liste.
01:03:16: Ja, das hat Maike mir ja schon auf den Schreibtisch gelegt!
01:03:18: Ich glaube, das muss ich direkt lesen... ...und ich hab' noch einen Tipp!
01:03:22: Nimm mich, wenn ihr genauso historisch bleiben wollt aber nicht so weit in die Vergangenheit zurückgehen wollt.
01:03:27: Und wenn ihr gerade genau wie ich eine Serie durchsuchtet, nämlich Love Story ... Dann erzählen wir den kommenden Freitag also am neunundzwanzigsten Die Geschichte von JFK Jr.
01:03:38: und Carolyn Bissett In unserem Podcast True Love Podcast Also die wahre Geschichte hinter der Serie, die grade alle feiern.
01:03:47: Und falls ihr gerade ganz, ganz doll im Lauf-Fieber seid und vielleicht sogar online Arda zugeschaut habt wie er den sechshundert Kilometer Lauf absolviert hat.
01:03:56: Dann hört euch unsere letzte Schulerfolge an weil da geht's auch um ein Ultramarathon der nicht zu dem Ergebnis geführt hat was man vorher dachte.
01:04:06: aber mehr dazu in der Folge.
01:04:07: also schaut auf jeden Fall bei Schuler vorbei und wir hören uns lieber Axis nächsten Montag wieder
01:04:13: bis dann ciao.
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