Poet des Bösen
Shownotes
Triggerwarnung: Gewalt an Jugendlichen, sexuelle Gewalt, Suizid
Im Wienerwald wird im Frühjahr 1991 eine tote junge Frau gefunden. Um ihren Hals ist ihre Strumpfhose gebunden – zu einer Schlinge verknotet, die der Mörder so angelegt hat, dass er sie immer wieder lockern konnte. Nur drei Tage später wird eine zweite Frau gefunden. Um ihren Hals ist ein T-Shirt gebunden, der Knoten ist derselbe wie bei der ersten Leiche. Bald verschwindet alle zehn Tage eine Frau. Die Ermittler sind sich sicher: Sie jagen einen Serienmörder. Doch wer er ist, bleibt lange ein Rätsel.
Heute erzählen Linn und Leo von einem Fall, der sich von Österreich bis in die USA erstreckt. Für ihre Recherche reisen sie nach Österreich, stehen in einer alten Hütte in Kärnten, blättern in alten Tagebüchern und treffen Menschen, die damals mit dem Fall zu tun hatten. Die den Mann kannten, dessen Name in Österreich bis heute bekannt ist. Der sich selbst als einen Poeten des Bösen verstand.
Auf YouTube haben wir die kompletten Interviews mit den Protagonisten im Fall hochgeladen. Ihr findet sie hier
Eine Produktion von Auf Ex Productions. Hosts: Leonie Bartsch, Linn Schütze Recherche: Leonie Bartsch, Linn Schütze Redaktion: Antonia Fischer Produktion: Alexander Chouzanas, Julian Ortleb
Mehr Informationen, Bilder und Videos zum Fall findet ihr auf Social Media unter @mordaufexpodcast
MORD AUF EX Tour Zusatztermine 2026 – Tickets gibt's unter mordaufex.shop
- 14.01. SALZBURG, SALZBURGARENA
- 16.01. STUTTGART, PORSCHE-ARENA
- 17.01. FRANKFURT, FESTHALLE
- 19.01. ZÜRICH, HALLENSTADION
- 22.01. NÜRNBERG, PSD BANK NÜRNBERG ARENA
- 24.01. OBERHAUSEN, RUDOLF WEBER-ARENA
- 26.01. BRAUNSCHWEIG, VOLKSWAGEN HALLE
- 27.01. KIEL, WUNDERINO ARENA
Du möchtest mehr über unsere Werbepartner erfahren? Hier findest du alle Infos & Rabatte!
Du möchtest Werbung in diesem Podcast schalten? Dann erfahre hier mehr über die Werbemöglichkeiten bei Seven.One Audio!
Transkript anzeigen
00:00:31: Hallo und herzlich willkommen zu einer neuen Folge.
00:00:35: Mord auf Ex.
00:00:37: Hallo, meine Name ist Leonie Bartsch.
00:00:39: Und mein Name ist Lin Schützer.
00:00:41: Und Leo, ich weiß gar nicht, ob wir irgendwann schon mal im Podcast erzählt haben, dass ich ziemlich tollpatschig bin.
00:00:47: Haben wir?
00:00:48: Ich glaube, wir haben so das so zehn bis dreißig Mal erzählt.
00:00:52: Ah ja, okay.
00:00:52: Wurde ich jetzt mal sagen.
00:00:54: Ja,
00:00:54: eigentlich hätte mich das auch gewundert, wenn jetzt ... Die Axis, die uns jetzt seit über fünf oder sechs Jahre, solange gibt es schon sieben Jahre, keine Ahnung, schon eine sehr lange Zeit kennen, das noch nicht wüssten.
00:01:06: Aber der Grund, warum ich das jetzt gerade nochmal aufbringe, ist, dass ich ein Sedum zum Verbrechen gesehen habe, wo ich direkt gedacht habe, wenn wir beide ein Überfall begehen würden, würde das passieren.
00:01:18: Und okay, das wäre meine Schuld, dass es nicht funktionieren würde.
00:01:22: Ja, ich hab eh das Gefühl, ich fühl mich viel zu oft verbunden, zu dumm zum Verbrechen.
00:01:26: Das wird sich auch im Jahr zum Jahr zwanzig nicht ändern.
00:01:29: Aber ich bin gespannt, was es diesmal ist.
00:01:30: Irgendwas mit Flecken auf dem T-Shirt?
00:01:33: Nein, nicht ganz.
00:01:34: Es waren zwei Einbrecher, die ein Goldgeschäft ausrauben wollten.
00:01:39: Dafür hatten sie so Ziegelsteine mitgebracht, um damit die Scheibe einzuwerfen.
00:01:44: So standen sie vor diesem Geschäft und beide zielten auf die Scheibe ... Damit die halt kaputt geht.
00:01:51: Einer hat die Scheibe auch getroffen, der vorne stand und der hintere hat aber seinen Kompon getroffen.
00:01:57: Und hat halt den Eimer K.O.
00:02:00: geschlagen, damit das er ihm ein Ziegelstein gegen den Kopf gedämmert hat.
00:02:04: Also hat man wieder die Arbeit der Polizei übernommen.
00:02:07: Ja,
00:02:07: dann wollte er sich um seinen Freund kümmern.
00:02:09: der bewusst bloß auf dem Boden lag, aber da kam schon die Polizei.
00:02:13: Und ich musste sehr daran denken, wir haben irgendwann mal für True Love unseren anderen Podcast so ein Video gedreht, und da sollte ich über dich ein Brautstrauß werfen.
00:02:21: Ich glaub, ich hab ihn dir zehnmal ins Gesicht geworfen.
00:02:25: Und irgendwann ... Warst du noch so?
00:02:27: Nein.
00:02:28: Dein Ärzte?
00:02:29: Hast du Wut auf mich?
00:02:30: Gibt's so irgendwas, was nicht aufgearbeitet ist?
00:02:32: Warum willst du mit ich gehen, was ins Gesicht?
00:02:34: Soll ich mir mal was sprechen?
00:02:36: Ja, es ist sehr bezeichnend, dass wenn wir beide was werfen sollen, sämtliche Menschen in unserem Umfeld oft in Deckung gehen.
00:02:44: Ja, so.
00:02:45: Ich glaub, da haben sämtliche Menschen in unserem Umfeld Todesangst.
00:02:48: Aber gut, dass wir zumindest wüsst ich nicht davon, in nächster Zeit nichts werfen müssen.
00:02:53: Ja.
00:02:53: Ich plan jetzt nicht irgendwie so mit Sperrwurf anzufangen oder so.
00:02:56: Das ist kein Ziel von im Jahr zwanzig.
00:02:59: Oh, ich habe irgendwann mal in der Schule.
00:03:01: Da sollte man auch so Weitwurf machen.
00:03:05: Und da habe ich aus Versehen den Ball rückwärts geworfen und dem volle Kanne meinem Sportlehrer ins Gesicht geworfen.
00:03:13: Und seitdem habe ich beschlossen, das ist nicht mein Talent.
00:03:16: Das sollte ich einfach nicht tun.
00:03:18: Aber ich fühle mich besser, weil nicht nur mir wird was ins Gesicht geworfen, auch dem Sportlehrer.
00:03:22: Also alles ist gut, es gibt keine unaufgearbeiteten Wutprobleme, weil... Lin und Leo, sondern nur sehr viel Tollpatschigkeit, die vorhanden ist.
00:03:33: Und es gibt noch etwas, liebe Exis, nämlich ein Fall, den wir euch auch wieder im Jahr zwanzigundzwanzig mitgebracht haben an diesem Montag.
00:03:42: Und tatsächlich haben wir diesen Fall schon ganz schön lange auf der Festplatte gespeichert.
00:03:48: Also das Skript, das liegt schon lange bei uns im Ordner.
00:03:53: Und wir haben auf den richtigen Moment gewartet, wann wir diesen Fall euch erzählen wollen.
00:03:58: Und da wir in ein paar Tagen nach Österreich reisen werden für unseren ersten Mord of Ex-Live-Tourstop, würde ich sagen, ist heute, die Woche davor, der richtige Zeitpunkt, dass wir euch auch diese Geschichte erzählen.
00:04:15: Denn wir waren schon mal für eine Tourrecherche in Österreich für ein Fall.
00:04:21: Es kann also sein, Leute, dass die eine oder andere Person, die uns zu Jahrzehntundzwanzig vor drei Jahren mittlerweile live gesehen hat.
00:04:28: Boah,
00:04:28: so lang ist das schon her.
00:04:31: Den Fall jetzt schon kennt.
00:04:33: Aber wenn es euch so geht wie mir, dann habt ihr bestimmt schon ganz schön viel davon vergessen.
00:04:38: Also so ging es mir komplett, als ich mich jetzt neu reingearbeitet habe, weil ich so richtig überrascht von unserer Recherche damals.
00:04:44: Und ich muss auch sagen, ich habe noch mal neue Informationen hinzugefügt.
00:04:48: Also das hier wird die ausführlichere Version des Fals.
00:04:51: Ich bin so bereit für diese Folge, weil wir haben über diesen Falschen total viel gesprochen.
00:04:56: Ich weiß gar nicht, ob wir es so viel öffentlich gemacht haben, aber wir beide ganz, ganz viel.
00:05:01: Und wir waren ja auch vor Ort, haben vor Ort recherchiert.
00:05:03: Und ich habe ganz viel, worüber ich mit dir noch mal reden möchte.
00:05:07: Außerdem werdet ihr nicht nur mich den Fall vortragen hören, sondern wir haben auch ganz eng dafür mit den damaligen Amitlern gearbeitet.
00:05:15: Wir haben viele wichtige Protagonisten aus dieser Geschichte.
00:05:18: in Österreich getroffen und viele davon hört ihr auch immer mal wieder selbst.
00:05:24: Und Leute, schaut auch gerne bei YouTube vorbei.
00:05:26: Da haben wir auch ein Kanal, Mod of Ex Podcast.
00:05:28: Und da laden wir euch auch noch mal einen Einblick in diese Recherche hoch.
00:05:32: Also ihr könnt die Interviewpartner sehen, ihr könnt uns vor Ort in Österreich sehen, wie wir diesen Fall recherchiert haben.
00:05:38: Das laden wir euch alles ab sofort hoch, also geht einfach mal auf YouTube.
00:05:42: Und deswegen würde ich sagen, lass uns starten, es könnte eine längere Folge werden.
00:05:46: Los geht's!
00:05:48: Wir reisen dafür in unser Nachbarland, nach Österreich.
00:05:53: Letztes Jahr war Wien, genau wie dieses Jahr es Österreich ist, einer unserer ersten Tourstops.
00:06:00: Und Lin, was waren denn damals deine Eindrücke von Wien?
00:06:03: so?
00:06:05: Wien ist so schön und vor allem total verwunschen.
00:06:08: Also, ich finde, Wien hat ja diese engen Gassen.
00:06:12: Es hing auch irgendwie jedes Mal, wenn wir da waren, so ein Nebel über der Stadt.
00:06:18: Es hat auch so einen leichten Hang, also ich weiß nicht, ob das nur Wien ist.
00:06:22: Liebe Österreicher, schreibt uns das doch mal.
00:06:24: Ich hatte das Gefühl, Wien hat einen starken Hang zum Morbiden.
00:06:30: Also alle Menschen dort reden auch gerne und sehr viel über den Tod.
00:06:35: Ja, tatsächlich ist Wien dafür auch in der Kultur bekannt.
00:06:39: Es gibt ein Lied, und zwar vom Sänger Georg Kaiser.
00:06:41: Das heißt, der Tod, das muss ein Wiener sein.
00:06:44: Außerdem gibt's ja auch noch den Musiker Österreichs und Wiens, Falco.
00:06:50: Und wer Falco öfter hört, der hat vielleicht schon mal mitbekommen, dass der Tod auch ein ständiger Begleiter in seinen Texten ist.
00:06:57: Wir haben ja auch die ganze Zeit Falco auf unserer Recherche gehört, also im Auto.
00:07:01: Lief der Song Rock Me Amadeus und der Kommissar wirklich durchgehend.
00:07:06: Ja, man kann sagen, der Tod ist in Wien sichtbar und Teil des städtischen Alltags.
00:07:14: Der Zentralfriedhof gehört zu den größten Friedhöfen Europas und liegt nicht außerhalb, sondern mitten im Stadtgebiet.
00:07:22: In Wien, finde ich sehr auffällig, existieren Schönheit und Verfall nebeneinander.
00:07:28: Und das, muss ich sagen, ist mir wirklich auch aufgefallen, als wird dort wann für die Recherche, dass prunkvolle Fassaden neben bröckelnden Innenhöfen stehen und ja auf der Putz schon so abgegangen ist.
00:07:42: und ich finde auch, es hatte was sehr verwunschenes, was sehr melancholisches.
00:07:47: Und natürlich gibt es in Wien auch eine fantastische Sachertorte und ein ganz leckeres Schnitzel.
00:07:52: Auch noch das.
00:07:54: In den neunziger Jahren ist Wien aber vor allem bekannt für seine Gemütlichkeit.
00:07:59: Die Stadt gilt als ruhig, als friedlich und ist eine der sichersten Städte überhaupt.
00:08:06: Klar, die Stadt besingt den Tod, aber Morde gibt es hier selten.
00:08:11: Deshalb ist auch die Wiener Mordkommission eher klein.
00:08:15: Nicht umsonst nannte der Papst Wien bei einem Besuch die Insel der Seligen.
00:08:22: Serienmörder, das kennen die Wiener Anfang der neunziger Jahre nur aus dem Kino.
00:08:27: Gerade läuft nämlich der Film Das Schweigen der Lämmer.
00:08:31: Der kanibale Hannibal Lecter führt die Ermittler an der Nase herum.
00:08:35: Und auch die Wiener Polizisten schauen den Film.
00:08:38: Und sie denken sich, oh.
00:08:41: Gott sei Dank passiert sowas nur in Amerika und nicht hier bei uns.
00:08:46: Aber tatsächlich liegen sie da falsch.
00:08:50: Und dafür schauen wir uns jetzt den zwanzigsten Mai, nineteenhundertneinundneinzig an.
00:08:55: Dieser Tag ist ein grauer Montag.
00:08:58: Nur wenige Kilometer vom Trubel der Innenstadt entfernt liegt der Wiener Wald.
00:09:03: Der Wald grenzt an den westlichen Stadtrand, zieht sich von den äußeren Bezirken der Hauptstadt bis tief nach Niederösterreich hinein.
00:09:12: Das Waldgebiet ist hier durchzogen von Forststraßen, Wanderwegen und Kleinlichtungen, die leicht erreichbar und doch abgeschirmt sind vom Lärm der Stadt.
00:09:23: Die Bäume stehen hier dicht beieinander.
00:09:26: Und auf dem Boden versuchen kleine Sträucher sich einen Platz an der Sonne zu erkämpfen.
00:09:31: Auf dem Blättern des Wiener Waldes liegt ein frischer Tau.
00:09:35: Der Wald ist still und friedlich.
00:09:38: obwohl er zu den meistbesuchten Naherholungsgebieten Österreichs gehört.
00:09:43: Schon seit Jahrhunderten wird er zur Jagd, zur Holzgewinnung und als Rückzugsort genutzt.
00:09:49: Aber an diesem Morgen ist kaum jemand unterwegs.
00:09:53: In den letzten Wochen hatte es sehr viel geregnet.
00:09:56: Deswegen sind nur wenige Spaziergänger und Wanderer am Wiener Wald.
00:10:01: Jetzt endlich bricht die Sonne etwas durch.
00:10:05: Der Sommer scheint zu kommen.
00:10:07: Und mit ihm die Menschen zurück in den Wiener Wald.
00:10:12: Ein Rentner spaziert in der Nähe der Kreuzzeichenwiese.
00:10:16: Das ist eine offene, grasbewachsene Lichtung, an der mehrere Waldwege vorbeiführen.
00:10:23: Zuerst bemerkt der Wanderer ein seltsam Geruch.
00:10:28: Zwischen dem feuchten Geruch von Erde, Sträuchern und Moos ist da noch etwas anderes.
00:10:36: Es riecht irgendwie ungewöhnlich.
00:10:40: Ungewöhnlich, süßlich, beißend.
00:10:44: Der Wanderer schaut sich um.
00:10:46: Zuerst sieht er nichts Ungewöhnliches.
00:10:48: Nur Bäume und Sträucher, Äste und
00:10:50: Moos.
00:10:51: Doch dann entdeckt er die Leiche.
00:10:55: Zwischen Baumstüpfen und Blättern liegt auf dem Waldboden eine Frau.
00:10:59: Sie muss schon lange dort gelegen haben.
00:11:02: An einigen Stellen ist nur noch der blanke Knochen zu sehen.
00:11:06: Der Wanderer ruft sofort die Polizei.
00:11:08: Die Beamten kommen jetzt an einem Fundort an, den sie in Wien niemals für möglich gehalten hätten.
00:11:15: Die junge Frau ist nackt.
00:11:17: Sie trägt nur noch ein Leopard-T-Shirt, das ihr bis zu den Schultern hochgezogen wurde.
00:11:23: Ihre Beine sind weit auseinander gespreizt.
00:11:26: Die Arme wurden nach oben ausgestreckt hingelegt.
00:11:30: Außerdem wurde sie auf dem Bauch platziert.
00:11:33: Ihr Kopf wurde tief in die Erde gedrückt.
00:11:37: Über ihrem Körper ist mittlerweile ein gräulicher Pilz gewachsen.
00:11:41: Fast sieht es so aus, als wäre sie eins mit dem Boden geworden und in die feuchte Erde hinabgesunken.
00:11:48: Außerdem erkennt ihr mittlerweile jetzt, dass um die Leiche herum der Täter die Habseligkeiten und die Kleidung der Frau verteilt hat.
00:11:57: Sie sind kreisförmig angeordnet und auf den ersten Blick wirkt es fast wie ein Ritual.
00:12:05: Ja, der Täter ... hat ja ganz bewusst die Leiche so angeordnet, also sie ist inszeniert worden, was natürlich auch für die Wiener Mordkommission etwas ganz Neues ist.
00:12:16: Also die haben zwar Morde da auch mal gehabt, aber nie etwas, das so inszeniert wurde, etwas, das wirkt wie aus einem Thwiller, wie aus einem Krimi.
00:12:27: Also diese Inszenierung entsetzt natürlich das sonst so friedliche Wien jetzt komplett.
00:12:33: Und das hat der Mörder auch gewollt.
00:12:35: Also der wollte Angst und Schrecken verbreiten.
00:12:38: Er wollte die Leute verstören.
00:12:41: Ja, ganz genau.
00:12:41: Und das wird jetzt auch noch etwas anderem sichtbar.
00:12:45: Denn um den Hals der Frau ist ihre Strumpfhose gebunden.
00:12:49: Und zwar in einer Schlinge, die vom Täter so geknotet worden ist, dass er sie anscheinend immer wieder lockern konnte.
00:13:00: Und da interpretiert die Polizei jetzt direkt Das war ein Mittel, um den Tod der Frau hinaus zu zögern.
00:13:07: Also eigentlich ein folter Werkzeug, was der Täter aus der eigenen Stromfose geknotet hat, um die Frau langsam und qualvoll sterben zu lassen.
00:13:18: Die Polizei kann die Identität der jungen Frau feststellen und sie erkennen, es ist die twenty-fünfjährige Sabine Moizzi.
00:13:28: Nur drei Tage später wird eine zweite Frau gefunden.
00:13:32: Karin Eroglo ebenfalls im Wiener Wald.
00:13:36: Ihr Gesicht ist mit mehreren Schlägen zertrümmert worden.
00:13:40: Und auch um ihren Hals wurde mit ihrem T-Shirt ein Knoten gebunden.
00:13:47: Ergleich dem der ersten Frau.
00:13:50: Unter Karin Eroglo finden der Mittler außerdem ein Kleinteil eines Handschuß.
00:13:58: Man merkt ja hier schon, dass der Täter seine Taten geplant hat.
00:14:02: Er hat alles vorbereitet und er hat auch einen ganz klaren Modusoperandi.
00:14:08: Ja und zu diesem Modusoperandi gehören auch die Frauen, die er sich in diesem Fall gesucht hat.
00:14:15: Denn die Ermittler können herausfinden, dass beide Frauen in Wien als Sexarbeiterin gearbeitet haben.
00:14:23: Und sie finden parallel jetzt auch noch heraus, zwei weitere Sexarbeiterinnen werden noch vermisst.
00:14:31: Während die österreichische Presse jetzt von den sogenannten Wiener Waldmorden berichtet, verschwinden auch in Prag und in der Steiermark Sexarbeiterin.
00:14:41: Tatsächlich verschwindet nun alle zehn Tage eine Frau.
00:14:47: Aber die Ermittler schließen zu diesem Zeitpunkt einen Zusammenhang aus.
00:14:52: Es übersteigt einfach ihre Vorstellungskraft, dass hier ein Mensch in mehreren Ländern morden könnte.
00:14:59: Ein Serienmörder zu fassen ist generell sehr schwierig, weil es gibt kein offensichtliches Motiv.
00:15:05: Man kann nicht schauen, ob die Tat aus Harbgier, aus Eifersucht oder aus persönlicher Rache begangen wird.
00:15:11: Stattdessen ist das Motiv dann zum Beispiel der innere Drang zu töten, sexuell zu missbrauchen oder zu quälen oder dass der Mörder seine Fantasien befriedigen will, dass er irgendwie Gott spielen will, dass er über Leben und Tod entscheiden will.
00:15:27: und dass ihn vielleicht das auch erregt, diese Macht zu haben.
00:15:32: Aber das ist ja nicht was, was du als Kommissar so eindeutig nachverfolgen kannst, wie jetzt beispielsweise.
00:15:40: der Ehemann hat seine Frau umgebracht, weil er ihr Geld haben wollte.
00:15:44: Das kannst du so schnell nachverfolgen.
00:15:46: Das ist beim Serienmörder wesentlich komplizierter und deswegen ist es auch immer so schwer, die zu fassen.
00:15:51: Ja genau, wie du schon sagst, die Töten aus diesen Gründen oft Fremder.
00:15:56: Und
00:15:56: halt häufig auch Menschen, die am Rande der Gesellschaft stehen, also dass hier Sexarbeiterinnen vor allem zum Opfer werden, ist bestimmt auch bewusst vom Täter gewählt, damit sie nicht so schnell vermisst werden.
00:16:09: Und das macht es jetzt für die Wiener Polizei so unfassbar schwer.
00:16:13: Sie haben überhaupt keinen Anhaltspunkt.
00:16:15: Wie sollen sie nur ein Täter finden?
00:16:18: Fragen sich Diametler.
00:16:20: Zwei Wiener Amitler sind sehr bedeutend in diesem Fall.
00:16:24: Das ist einmal Max Edelbacher.
00:16:26: Max Edelbacher ist Chef des Wiener Sicherheitsbüros.
00:16:29: Also das Sicherheitsbüro ist damals quasi die Leitenstelle für große Fälle, also die Polizei.
00:16:36: Und die Amitler dort sind sehr gut ausgebildet.
00:16:40: Einer dieser sehr gut ausgebildeten Amitler ist Ernst Geiger.
00:16:45: Ernst Geiger ist in diesem Fall der Hauptamitler.
00:16:49: Und Ernst Geiger haben wir in Wien getroffen.
00:16:52: und damit ihr euch ihnen mal ein bisschen besser vorstellen könnt, laden wir euch natürlich zu allem auch immer auf Mord of Ex Podcast, auf Social Media, Fotos und Videos von allem hoch.
00:17:01: Aber hier nochmal so ein paar grundlegende Fakten zu Ernst Geiger.
00:17:04: Ernst Geiger gilt eigentlich immer schon als Überflieger.
00:17:07: Während andere im Studium auf WG-Partys waren oder irgendwie rumgehangen haben mit Studentenverbindungen, hat er vor allem gelernt.
00:17:17: hat dann auch sehr gut abgeschlossen und ist nach seinem Jurastudium dann zur Polizei gegangen und dort wiederum auch schneller aufgestiegen als jeder andere.
00:17:27: Mittlerweile leitet er die Mordkommission.
00:17:30: Und er ist gar nicht so der Typ Streber, wie man jetzt vielleicht ... ihn vor sich sieht.
00:17:34: Also, ganz Geiger wollte mit uns schon um zehn Uhr morgens ein Schnaps trinken, muss man sie ihm sagen.
00:17:40: Man
00:17:40: musste zwar auch sagen, er ist mittlerweile in Rente.
00:17:43: Ich glaube, er hätte den Schnaps mit uns jetzt nicht getrunken, wenn er immer noch aktiv in der Mordkommission arbeiten würde.
00:17:49: Nein.
00:17:50: Und er ist ein super sympathischer, sehr, sehr höflicher Herr mit dem... Wir sehr gerne gesprochen haben.
00:17:58: Es war super spannend.
00:17:59: Wir haben danach gedacht, wir müssten eigentlich zehn Folgen mit ihm aufnehmen, weil er so viele beeindruckende Geschichten hatte, die er in seinem Leben erlebt hat und was er alles dort ermittelt hat.
00:18:11: Ja, unbedingt.
00:18:12: Also, das schreiben wir noch mal auf unsere To-Rechersie-Liste fürs Jahr-Zw-Sech-Zw-Sech.
00:18:20: Man muss aber sagen, zu diesem Zeitpunkt ist der große Fall in seinem Leben zunächst ausgeblieben.
00:18:26: Die meisten Taten, die in Skyger aufklärt sind, Beziehungstelekte.
00:18:30: Doch mit diesem Fall jetzt wird sich das alles ändern.
00:18:34: Später wird es über er in Skyger heißen, er war der einzige, vor dem sich der Mörder gefürchtet hat.
00:18:42: Sein Erzfeind.
00:18:44: Aber genug über ihn, es wird jetzt Zeit, dass er mal selber spricht.
00:18:49: Er hat uns nämlich erzählt, wie es damals für ihn war.
00:18:53: Wie sind Sie jetzt vorgegangen, nachdem die erste Leiche gefunden wurde?
00:18:56: Wie bei jedem Mordfall.
00:18:58: Das beginnte mal mit der Spurensicherung.
00:19:00: Versuchte, am Tatort alles zu sichern, was möglich ist, an Spuren.
00:19:06: Das war damals noch sehr wenig.
00:19:07: Es gab damals noch keine DNA-Technologie.
00:19:10: Fingerabdöcke im Freien findet man eigentlich nicht.
00:19:14: Es waren Hapselikäten irgendwie vergegnet, verstreut.
00:19:19: Und das nächste ist dann einmal ... die Identifizierung der Leiche.
00:19:23: Und gab es dann so eine Art Profiling, was man gemacht hat?
00:19:26: Also hat man überlegt, wie könnte der Täter aussehen, was könnte der machen, so weiter und so fort?
00:19:31: Man hat das damals noch nicht Profiling genannt, aber natürlich gab es diese Dinge.
00:19:37: Wir wussten noch nicht, ob alle ermordet sind.
00:19:39: Das hat sich dann der nächsten Wochen herausgestellt.
00:19:43: Hier sind dann im Winterwald dann insgesamt vier Leichen gefunden
00:19:48: worden.
00:19:49: Alles leichen von Straßenprostitierten.
00:19:52: Und wir haben uns natürlich gefragt, wer macht so etwas?
00:19:54: Warum macht der Täter so etwas?
00:19:56: Hat der ein Hass auf Frauen?
00:19:59: Hat der ein Hass auf Prostitierte?
00:20:02: Wie dick der ist der sexuell abartig eingestellt?
00:20:06: Sind das sexuell motivierte Tötungsdelikte?
00:20:10: Jetzt kann man sehr viele Hinweise auch von Prostitierten über auffällige Freier, die sich auffällig verhalten haben.
00:20:17: Und wir haben ihm dann zunächst im postituierten Milieu schwerpunktmäßig ermittelt.
00:20:24: Jetzt gerade steht Ernst Geiger also noch ganz am Anfang seiner Ermittlungen.
00:20:29: Während er versucht, irgendetwas rauszufinden, sei es noch die kleinste Information, geben die Medien dem unbekannten Mörder bereits einen Namen.
00:20:38: Linda, erinnerst du dich noch daran, wie sie ihn jetzt taufen?
00:20:42: Denn man muss ja sagen, die Morde erinnern an einen anderen bekannten Serienmörder.
00:20:48: Ja, sie haben ja an Jack the Ripper erinnert.
00:20:51: Also zumindest war das die erste Assoziation, die die Medien hatten.
00:20:57: An den genauen Namen erinnere ich mich aber tatsächlich nicht mehr.
00:21:01: Ja, den Medien fällt auf, dass ähnlich wie bei Jack the Ripper vor allem mutmaßlich Sexarbeiterin getötet wurden und auch auf diese verstörende Art und Weise hinterlassen wurden an den Orten im Wiener Wald.
00:21:14: Und deswegen taufen sie den Namen um und ändern ihn von Jack the Ripper zu Jack the Strangler.
00:21:22: Die Artikel über diesen Jack the Strangler dominieren jetzt die Schlagzeilen.
00:21:28: Und nicht nur in den Zeitungen wird berichtet, auch im Radio spricht man über diesen Mörder.
00:21:35: Für den ORF, den österreichischen Rundfunk, bisschen vergleichbar wie bei uns ARD ZDF, berichtet jetzt auch ein Journalist namens Johann.
00:21:46: Der Journalist Johann berichtet dort regelmäßig über Kriminalität im Rotlichtmilieu.
00:21:51: Das hat auch einen Grund.
00:21:52: Er hat nämlich einen persönlichen Bezug dazu.
00:21:55: Seine Tante, die mal als Sexarbeiterin gearbeitet hat, wurde ebenfalls ermordet, als er noch ganz klein war.
00:22:04: Und nach dem Mord an seiner Tante hat man gemunkelt, dass der Täter einer ihrer Freier gewesen wäre.
00:22:10: Das hat Johann so beschäftigt, dass er sich auch quasi auf Kriminalreportage spezialisiert hat.
00:22:16: Und im Gegensatz zu vielen anderen Reportern geht er jetzt zu einem Ort, der gar nicht so ungefährlich ist, den deswegen auch viele andere Journalisten vermeiden, nämlich auf den Wiener Straßenstrich im fünftzehnten Bezirk.
00:22:32: Johann arbeitet sich jetzt also hier durchs Rotlichtmilieu und will jetzt hier Informationen über den Täter herausfinden.
00:22:39: Er spricht ja jetzt auch mit den Sexarbeiterinnen, also fragt die ganz konkret, wie es ihnen geht mit diesem unbekannten Täter.
00:22:47: Also er gibt ihnen eine Stimme, denn nirgendwo sonst hört man die Frauen, die eigentlich betroffen sind und die natürlich jetzt auch unfassbar große Angst haben.
00:22:57: Der Journalist fährt dann oft mit dem Auto dorthin und interviewt die Frauen in seinem Auto.
00:23:02: Unter anderem steigt hier zum Beispiel eine Frau namens Susanne ein.
00:23:07: Und was sie erzählt, Da können wir einmal rein hören, denn diese Reportage läuft damals im Radio und wir haben sie vorliegen.
00:23:15: Angefangen hat sie wie die meisten ohne behördliche Genehmigung als Amateurin.
00:23:19: Sie steht unter dem Eindruck der ungeklärten Mordfälle.
00:23:36: Und dann, wenn was passiert, dann ist aber erst jetzt spät.
00:23:47: Wie schaut's aus mit der Zusammenarbeit der Polizei?
00:23:49: Na gar nichts, die machen ja nichts, bitte.
00:23:51: Was für Zusammenarbeit.
00:23:52: Die kommen da her, Deckel kontrollieren und das weiß dann.
00:23:55: Ja, die Frau erzählt ja, dass sie Angst haben.
00:23:58: Also, dass sie zwar weiterarbeiten, weil sie das Geld brauchen, aber dass sie natürlich Angst haben, sie könnten die Nächste sein und dass sie auch enttäuscht sind von der Polizei, weil sie fühlen sich nicht ausreichend geschützt.
00:24:10: Die einzige Person, die ihm wirklich etwas näher auf die Schliche kommt, ist der Journalist Johann.
00:24:16: Er wird aber jetzt erstmal von seinen Chefs woanders hingeschickt.
00:24:20: Denn es gibt nämlich auch einen anderen Ort, der unter steigender Kriminalität leidet.
00:24:27: Und das ist ein Ort, wo wir auch schon öfter mal waren mit Mord of Ex, nämlich Los Angeles.
00:24:32: Und dorthin wird der Journalist Johann jetzt geschickt.
00:24:36: Vielleicht kann man dort ja etwas mehr über Kriminalität und Serienmörder erfahren, denkt sich die Chefabteilung.
00:24:42: Tatsächlich ist es ja auch so, dass die Mordern, die im prostituierten Milieu in Wien passieren, dass die sehr den Eneln, die zu der Zeit in LA die ganze Zeit sind.
00:24:53: Also das war diese Zeit der Serienmörder, wo wirklich einen Killer nach dem nächsten, also Son of Sam, die Hillside Strangler, Richard Ramirez, da gab es zu dieser Zeit ... so viele Fälle, die passiert sind.
00:25:06: Er hat genau deswegen reist Johann jetzt dorthin.
00:25:08: In nineteenhundertneunzig ist nämlich die Stadt der Engel nicht nur für ihn Glamour bekannt, der tausende Menschen mit großen Träumen anlockt, sondern auch für die Crack-Epidemie, für Gang-Kämpfer auf den Straßen und für eine der höchsten Mordraten der Welt.
00:25:26: Für den ORF soll Johann jetzt vor Ort über die Schattenseiten der Stadt der Engel berichten.
00:25:33: Er soll hier Interviews mit Sexarbeiterinnen und dem LAPD führen, also der Polizei in Los Angeles.
00:25:40: Er will auch außerdem einen Beitrag über die starken Frauen der Stadt schreiben und am liebsten würde er dafür chair treffen, aber sie hat ihn bisher noch nicht geantwortet.
00:25:51: Der hat aber auch hohe Ambitionen.
00:25:54: Dass er denkt, als kleiner österreichischer Reporter ist chair so klar, komm vorbei.
00:26:00: Vor allem auch wie unterschiedlich.
00:26:03: So chair für irgendwas Glamourmäßiges befragen und dann aber wieder zum LAPD.
00:26:08: Also hat nicht so nur Kriminalität als Fokus, ist schon ein bisschen breiteres Fälsch.
00:26:13: Am elften Juni fliegt Johann jetzt nach LA und er checkt jetzt ein eines der bekanntesten Hotels in Los Angeles ein.
00:26:20: Ein Hotel, über das wir auch schon beim Mod of X hier häufiger gesprochen haben.
00:26:25: Den weiß natürlich ganz genau, wo er wohnt.
00:26:28: Es ist das Cecil Hotel.
00:26:29: Darüber haben wir so eine komplette Folge gemacht und wir waren auch da.
00:26:33: Also wir sind in LA jetzt nicht für diesen Fall, aber für unsere aktuelle Tour-Gescherche.
00:26:40: Sind wir nochmal zum Cecil Hotel gefahren und es gibt ja um dieses Hotel rum so ganz viele Legenden und Gruselgeschichten, das dann scheint immer was passieren soll, dass sich da Leute aus den Fenstern schmeißen, dass sich da Frauen in den Tod stürzen.
00:26:54: Hier sollen mehrere Serienmörder gewohnt haben.
00:26:57: Und ich habe mich immer ein bisschen gefragt, ob das so eine Legende ist, so eine Urban Legend.
00:27:03: Und dann sind wir hingefahren und wir waren, glaube ich, zehn Minuten da und währenddessen kam die Feuerwehr.
00:27:10: Die Polizei, da war ein Rieseneinsatz, irgendwas war wieder los.
00:27:14: Und ich dachte, das kann doch nicht sein.
00:27:18: Das Hotel war mit unter einer der größten Orte und Punkte, als wir in LA waren.
00:27:24: Da waren wir nur so zehn Minuten, und dann unser ganzes Kamerateam war so, okay, let's fucking go, wir wollen hier weg.
00:27:31: Das hat immer noch so ein bisschen gefährliche Aura.
00:27:33: Mittlerweile ist es geschlossen, es ist kein Hotel mehr.
00:27:35: In der Zeit, wo Johann aber dort hinreißt, Da will er genau dort wohnen.
00:27:41: Er wird ganz freundlich an der Rezeption aber gewarnt.
00:27:44: Die Rezeptionistin sieht nämlich, dass Johann mit Schmuck anreist.
00:27:49: Er hat einen schicken weißen Anzug an.
00:27:52: Er hat sogar so einen weißen Cowboy-Hut auf und einen weißen Mantel mit so einem Muster drauf.
00:27:57: Ich glaube, er wollte sich sehr so Hollywood irgendwie anpassen, keine Ahnung.
00:28:02: Und die Rezeptionistin sagt so, sind sie sicher?
00:28:05: Hier in der Gegend ist es nicht ganz ohne, dass sie hier so rumlaufen wollen?
00:28:10: Ja, ich glaube, er hat einfach ge-googelt Amerika.
00:28:13: Hatten Cowboy-Hut gesehen und genau das eingekauft, weil es schon ein bisschen albern würde ich sagen, wie er eigentlich aussieht.
00:28:19: Vielleicht wollte er Cher auch beeindrucken.
00:28:22: Hätte damit nicht funktioniert.
00:28:24: Aber als ihre Rezeptionistin ihn warnt, da grinst er und beruhigt sie und sagt, alles gut, ich bin Reporter und ich will ganz genau in diese Gegend.
00:28:34: Das Hotel ist nämlich die perfekte Lage für seine Reportage.
00:28:39: Das Cecil Hotel liegt genau zwischen dem Straßenstrich in der Seventh Street und dem LA-Polizeepartment.
00:28:47: Dort stellt sich Johann jetzt als österreichischer Reporter vor und wird von den Polizisten mit auf Streife genommen.
00:28:54: Er stellt den Beamten unterwegs jetzt Fragen über ihre Vorgehensweise.
00:28:59: Und am Ende des Interviews fragt Johann dem Polizisten dann noch, Ihr habt kein besonders gutes Brot in diesem Land, oder?
00:29:06: Ich finde übrigens, es hat ja recht.
00:29:08: Also
00:29:09: jedes Mal, wenn, also nicht, dass ich da ja super häufig war, aber die ein, zwei Male, wo ich in den USA war, ist mir auch aufgefallen, das Brot ist da wirklich nicht das Beste im Vergleich zu Deutschland.
00:29:19: Ja, aber trotzdem ist es vielleicht nicht der beste Kultopener.
00:29:23: Erst mal das Brot zu beleidigen.
00:29:25: Ja, es war zumindest das Ende des Interviews.
00:29:28: Vielleicht hat er gedacht, er hat eh schon seine wichtigsten Otöne eingesammelt.
00:29:32: Johann lebt jetzt einige Wochen in LA für seine Reportagen.
00:29:36: Er konzentriert sich vor allem auf Berichte über Kriminalität.
00:29:39: Mittlerweile ist es Juli.
00:29:42: An einem Vormittag im Juli liegt eine trügerische Ruhe über Los Angeles.
00:29:48: Denn etwas unterscheidet diesen Tag.
00:29:51: Etwas, das die Stadt für einen Moment innehalten lässt.
00:29:57: Eine Sonnenfinsternis wurde angekündigt.
00:30:00: Um viertel nach zehn, mitten am Tag, beginnt sich der Mond vor die Sonne zu schieben.
00:30:06: Im Laufe der nächsten Minuten verdeckt der Mond sie immer mehr.
00:30:12: In LA wird es mitten am Tag dunkel.
00:30:17: Um dieses Naturspektakel zu beobachten, fahren zwei Väter mit ihren Kindern in die Hügel von Malibu.
00:30:24: Sie laufen hier durch die ausgetrocknete Buschlandschaft auf ein Plateau, um von dort aus einen besseren Panoramablick zu bekommen.
00:30:32: Der Ausblick hier ist wunderschön.
00:30:34: Ganz Santa Monica Bayer streckt sich vor ihnen.
00:30:38: Normalerweise verabreden sich hier Liebespärchen und ein paar leere Weinflaschen liegen noch auf dem Boden.
00:30:45: Die Kinder sind aufgeregt.
00:30:46: Der Mond steht jetzt mittlerweile fast vollständig vor der Sonne.
00:30:51: Doch als sie ganz oben auf dem Plateau ankommen, richten sie ihre Köpfe nicht mehr gehen Himmel.
00:30:59: Im Licht der Dämmerung fällt ihnen etwas anderes und trockenen Gras auf.
00:31:05: Und das lässt sie schnell die Sonnenfinsternis vergessen.
00:31:09: Die zwei Familien schreien entsetzt auf und fliehen den Hügel hinunter.
00:31:15: Um elf Uhr fünfzehn klingelt das Telefon im LA-Polizeepartment.
00:31:21: Ein aufgeregter Vater ist am Telefon, panisch erzählt er, was die Kinder in den Hügeln von Malibu gefunden haben.
00:31:28: Die Polizei ist wenig später oben auf dem Berg.
00:31:31: Es ist mittlerweile wieder hell und die Sonne brennt heiß am Himmel.
00:31:35: Die Familien führen sie zu einem Lorbeerstrauch.
00:31:39: Und darunter finden die Ermittler die verweste Leiche einer Frau.
00:31:44: Um den Hals der Frau ist ihr eigener BH geknotet.
00:31:48: So eine Schlinge hat die Polizei noch nie gesehen.
00:31:52: Die Gerichtsmediziner können die Leiche anhand ihrer Fingerabdrücke identifizieren.
00:31:57: Ihr Name ist Sherry Long.
00:32:00: Die Ermittler sind sich sicher, dass der Fall sich schnell aufklären wird.
00:32:03: Sie haben die Vermutung, dass ein verärgerter Liebhaber oder Ehemann hinter dem Mord steckt, wie bei so vielen dieser Delikte.
00:32:11: Vor allem, weil das ja auch an einem superromantischen Ort jetzt alles passiert, denken sie, es muss irgendeine Verbindung geben.
00:32:20: Bei allem der Ermittler klingelt es jetzt, als er dem Polizeibericht liest.
00:32:24: Es gab doch schon mal so einen Fall.
00:32:27: Ebenfalls eine Frau in LA, die mit ihrem BH adrosselt wurde.
00:32:32: Und nicht nur das.
00:32:33: Vor drei Wochen wurde eine weitere, eine dritte Frau gefunden.
00:32:38: Bei all diesen Fällen hat der Täter aus den BHs der Opfer einen Mordinstrument gebaut.
00:32:44: Also ändert die Polizei ihre Theorie.
00:32:48: Sie vermuten, dass sie es mit einem Serienmörder zu tun haben.
00:32:52: Nur wo sollen sie da jetzt anfangen?
00:32:55: Zu diesem Zeitpunkt gibt es in LA um die viereinhalb Millionen männliche Einwohner.
00:33:00: Dazu kommen noch tausende Touristen und Lkw-Fahrer.
00:33:04: Wenn der Täter wirklich ein Serienmörder ist, dann läuft ihn die Zeit davon.
00:33:10: Sie müssen ihn finden, bevor er wieder zuschlägt.
00:33:14: Aber, und das ist jetzt etwas komisch, es gibt nach den Fund von Cherry Long keinen weiteren Mord mit diesem Modus operandi.
00:33:23: Der Mörder hört einfach auf.
00:33:26: Warum weiß niemand?
00:33:28: Vielleicht ja, weil er den Ort gewechselt hat.
00:33:32: Ja, es gibt nämlich etwas, was das LAPD nicht weiß.
00:33:37: Zwar ist es bei ihnen wieder ruhig in LA, aber woanders auf der Welt, geht die Mordserie weiter.
00:33:44: Nämlich in Österreich.
00:33:46: Und zwar mit dem gleichen Knoten und dem gleichen Modus operandi.
00:33:52: Hier nennt man den Täter ja nur Jack the Strangler oder Mörder der Wiener Waldmorde.
00:33:59: Und er wurde bisher noch nicht gefasst.
00:34:02: Und wie wir ja schon wissen, ist die österreichische Gesellschaft sehr verängstigt.
00:34:06: Aus Johanns Radio-Interview haben wir erfahren, dass sich Frauen vor allem Sexarbeiterinnen nicht mehr sicher fühlen und dass die Polizei, so denken sie, ihnen nicht hilft.
00:34:19: Und mit diesem Wissen aus LA und auch aus dem Rotlichtmilieu in Wien will Johann jetzt, wo er wieder zurück ist in Wien, dem Polizeichef direkt konfrontieren.
00:34:30: Und so macht das sich auf den Weg zum Sicherheitsbüro, also zur Polizei.
00:34:35: Hier arbeiten ja Ernst Geiger und Max Edelbacher.
00:34:38: Max Edelbacher ist ja der Chef des Sicherheitsbüros und mit ihm hat der Journalist Johann jetzt ein Termin ausgemacht, um ihn zum Stand der Ermittlungen für das Journal Panorama zu interviewen.
00:34:52: Und auch mit Max Edelbacher haben wir für diese Recherche gesprochen und er erinnert sich noch sehr, sehr gut an diesem Tag.
00:35:03: Und warum?
00:35:04: Das erzählt er uns jetzt mal selbst.
00:35:06: Ja, es kam ein satter jüngerer Mann herein mit einem UF-Mikrofon.
00:35:11: Er war angekündigt, die Pressestelle hat das Interview erlaubt.
00:35:15: Es war Juni, da waren wir da, da gab es Kassakoren gehabt, nur Hemdhose, Stanker machen.
00:35:23: Unauffällig.
00:35:25: und mit seinem Traktaschel halt mit dem UF-Mikrofon.
00:35:30: Viel konnte ich ja nicht sagen, außer den Fakten, dass vier Prostitierte gesetzt wurden, dass die Angst unter den Prostitierten eine große war, dann war da offen aus, mehr wusste ich nicht.
00:35:43: Er war zuhörend, fragend, neugierig.
00:35:49: Und ich kann mich noch erinnern, ich bin dann nach Hause gekommen und habe meiner Gattin und wir haben ... Zwei Töchter, die jüngere Tochter, die Publizistik studiert.
00:35:58: Und da habe ich das erzählt, das Kommträder, der Hashtag Unterweger.
00:36:02: Und sofort fallen meine beiden Frauen, die Garten und die Tochter, die Publizistik, studiert über mich her und sagen, na kennst du den nicht?
00:36:11: Das ist doch der mit weißen Anzug und dem Maschel, der einen Mord oder einen Mädchen begangen hat und der nun in der Haft sich als Schriftsteller artikuliert.
00:36:24: Also ihr habt ja gerade Max Edelbacher gehört.
00:36:27: Er spricht ja mit einem ziemlich starken Dialekt.
00:36:29: Ich muss zu mich auch erst dran gewöhnen, um das zu verstehen, weil ich leider so schlecht Dialekte verstehe.
00:36:35: Aber vielleicht noch mal ganz kurz zum Hintergrund.
00:36:37: Wir saßen ja mit ihm im Büro und er hat das erzählt und er ist so wirklich der Urtyp eines Polizeichefs, wie man sich den vorstellt.
00:36:46: Also ein älterer Mann, der sehr ... viel Erfahrung mit sich bringt, der einen sehr starken Händedruck hat.
00:36:54: Ich glaube, ich habe noch nie einen so starken Händedruck bekommen wie von Max Edelbacher.
00:36:59: Und der uns ganz viel erzählt hat.
00:37:02: Aber natürlich war genau diese Stelle die entscheidendste.
00:37:06: Nämlich Max Edelbacher hat gerade erzählt, dass er diesen freundlichen professionellen Journalisten hatte, der ja zu ihm reinkam und an dieser... Absurde Moment war, also er kam abends nach Hause und seine Frau und seine Tochter sagten, wie?
00:37:21: Mit dem hast du gesprochen, das ist ja nicht der Journalist Johann, sondern das ist Jack Unterweger.
00:37:28: Und Jack Unterweger hatte damals in Österreich sich schon einen Namen gemacht, und zwar nicht nur als Journalist, sondern als ein Mann, der einmal sehr brutal eine Frau ermordet hat.
00:37:40: Ja, genau das erfährt Max Edelbacher jetzt von seiner Familie, was ich unfassbar absurd finde, dass das seiner Tochter und seiner Frau ihm erst so mitteilen.
00:37:50: Er dachte, er führte einfach irgendein Interview für den öffentlich-rechtlichen Rundfunk.
00:37:55: Was man aber jetzt wissen muss, der Journalist Johann ist unter einem anderen Namen in Österreich bekannt, nämlich unter dem Namen Jack Unterweger.
00:38:07: Johann, das ist sein bögerlicher Name.
00:38:10: Er wurde als Johann geboren, wird aber von allen, von seiner Familie und seinem Umfeld eigentlich Hansi genannt.
00:38:16: Das fand er immer so ein bisschen hinterweltlerisch und er will eher aufregen klingen, eher amerikanisch und deswegen nennt er sich selber Jack.
00:38:25: Und Unterweger ist ein Nachname, also Jack Unterweger.
00:38:28: Und der Grund, warum Edelbacher's Familie so reagiert, du hast es ja gerade schon erzählt, ist, weil er nicht nur ein Reporter ist oder Autor, sondern auch noch ein Mörder.
00:38:41: Das muss man sich mal vorstellen.
00:38:42: Dieser Mann, der gerade den Polizeichef interviewt und gefragt hat, wer könnte denn der Mörder sein, ist selbst einer.
00:38:48: Der hat mit Anfang zwanzig damals superbrutal eine achzenjährige Frau aus Hessen ermordet.
00:38:55: Und dafür musste er ins Gefängnis, ist dann aber wieder rausgekommen.
00:38:59: Und ja, er hat gedacht, wo kenne ich mich aus?
00:39:02: Wo kann ich am besten in welchem Bereich arbeiten?
00:39:04: Er hat gedacht, ja, True Crime.
00:39:06: Das ist jetzt mein Bereich.
00:39:08: Das
00:39:08: ist so krass.
00:39:09: Also da muss ich immer so ein bisschen an Jens Söring denken, der ja jetzt auch True Crime-Touren macht.
00:39:16: Ich glaube, also das kann man am meisten damit vergleichen in einer aktuellen Zeit.
00:39:21: Ja, ich gehe gleich nochmal genauer drauf ein.
00:39:23: Jack Unterweger ist auch nicht nur als Reporter bekannt, sondern vor allem als Autor und auch als Poet.
00:39:30: Und das erscheint jetzt Max Edelbacher kaum fassbar.
00:39:34: Also der findet das absurd, der findet das grotesk.
00:39:37: Der fragt sich, wie kann das sein, dass der von so vielen abgefeiert wird, obwohl der ja mal einen Mord begangen hat?
00:39:44: Und der denkt sich auch, es ist nicht ein bisschen auffällig, dass genau in dieser Zeit, wo dieser Jack-Unterweger im Rotlicht-Milieu-Interviews führt, dort auch immer wieder Frauen verschwinden, also beginnt er jetzt tiefer zu graben.
00:40:01: Und er versucht jetzt so viel wie möglich gemeinsam mit Ernst Geiger über die Vergangenheit von Jack-Unterweger in Erfahrung zu bringen.
00:40:10: Und das machen wir jetzt auch.
00:40:13: Zunächst recherchieren sie zu dem Mord von Damals, wegen dem Jack Unterweger Jansk Gefängnis gekommen ist.
00:40:20: In einer Nacht im Dezember, hier besucht Jack Unterweger seine damalige Freundin in Hessen und ist mit ihr dort nachts unterwegs.
00:40:30: Die beiden brauchen Geld.
00:40:32: Gegen drei Uhr treffen sie zufällig eine Bekannte von Jacks Freundin, die achtzehnjährige Margaret Schäfer.
00:40:41: Magret steigt ins Auto ein.
00:40:44: Nach kurzer Fahrt hält Jack an und fesselt Magret.
00:40:49: Sie fahren dann weiter zur Wohnung der jungen Frau, nehmen Bargeld und Kleidung mit und fahren gegen Mitternacht weiter.
00:40:57: Jack wiegt in einen Waldweg ab.
00:41:00: Eine Viertelstunde später kommt er alleine zurück und setzt sich wortlos in den Wagen.
00:41:07: Er hat eine blutige Schlagwaffe dabei, an der Haare kleben.
00:41:11: Seine damalige Freundin erzählt später alles detailliert.
00:41:14: der Polizei und übrigens auch Jack selbst erzählt dann noch viele verstörende Details, also ergibt ein umfassendes Geständnis ab.
00:41:23: Für den Mord, an der achtzehnjährigen Margaret, wird Jack Unterweger jetzt so lebenslanger Haft verurteilt.
00:41:30: Er muss jetzt in die JVA Stein in Österreich.
00:41:32: Das gilt so als das härteste Gefängnis des Landes.
00:41:36: Und ja, hier passiert jetzt ganz schön viel, ganz schön Absurdes.
00:41:42: Zunächst fängt Jack jetzt an, sich im Gefängnis weiterzubilden.
00:41:47: Er liest jetzt unheimlich viel, er arbeitet ganz viele Bücher durch und er holt jetzt auch die Matura nach.
00:41:55: Also er macht quasi das Abitur und ... beginnt dann selbst zu schreiben.
00:42:01: Er gründet im Gefängnis noch einen eigenen Verlag und gibt ab jetzt die Literaturzeitschrift Wortbrücke heraus.
00:42:09: Jack Unterweger wird jetzt auf dieser Art und Weise zum sogenannten Häfenpoeten.
00:42:16: Häfen ist ein anderes Wort für Gefängnis auf Österreichisch.
00:42:20: Er wird also zum Gefängnispoeten.
00:42:23: Und nicht nur das, er schreibt jetzt auch seinen ersten Roman, ein autofiktionales Werk über seine Kindheit und die Zeit im Gefängnis.
00:42:33: Der Roman heißt Fegefeuer und der enthält autobiografische Elemente und Erzählungen ist aber auch stellenweise fiktionalisiert.
00:42:43: Fegefeuer wird jetzt zum Bestseller und erhält internationale Aufmerksamkeit.
00:42:50: Ich glaube, da kann man darüber streiten, ob das jetzt daran liegt, dass
00:42:53: das
00:42:54: unglaublichste Buch überhaupt ist.
00:42:56: Es ist relativ gut geschrieben.
00:42:58: Es ist sogar so gut geschrieben, dass man sich ein bisschen fragt, ob es wirklich Jack Unterweger geschrieben hat oder ob er dabei vielleicht Unterstützung hatte.
00:43:05: Aber ich glaube, dass es so bekannt geworden ist und auch eine internationale Aufmerksamkeit erreicht hat, war vor allem, weil dieses Bild des schreibenden Heftlings super spannend zu dieser Zeit für ganz viele Menschen war.
00:43:19: Ja, und die Menschen haben noch fast nie eine angebliche Biografie, was darin wirklich war und was nicht war, es können wir auch später nochmal diskutieren.
00:43:28: Aber die Menschen haben selten so eine... Ungewöhnliche Biografie eines Menschen gelesen, die so abscheulich ist, die so derb ist, wie er es darin erzählt.
00:43:38: Und das hat die Menschen unter anderem auch fasziniert.
00:43:41: Denn man muss sagen, Jack Unterweger ist der Meinung, seine lieblose und grausame Kindheit hat ihn zum Murder gemacht.
00:43:51: Oder, wie er es selber formuliert, er sei das Opfer einer brutalen Kindheit unter einem versoffenen, herumhohrenen Großvater.
00:44:01: Und ja, auf so ein paar Punkte können wir immer eingehen.
00:44:05: Ich habe nämlich fege Feuer leider auf eine Art auch gelesen, um irgendwie möglichst viel über seine Kindheit herauszufinden und zumindest über das, was er selber erzählt.
00:44:16: Und nicht zuletzt waren wir auch vor Ort und haben uns das alles mal angeschaut.
00:44:22: Es ist nämlich so.
00:44:23: Jack Unterweger's Mutter kommt wegen Diebstahl ins Gefängnis, als Jack Unterweger selbst gerade mal zwei Jahre alt ist.
00:44:32: Sein Vater lernt er nie kennen, der war nämlich amerikanischer Soldat.
00:44:37: und die Beziehung seiner Eltern, so Mutmast Jack Unterweger später selbst, war vielleicht eine kurze Affäre oder sogar Sex mit Bezahlung.
00:44:48: Und mehr dazu, schreibt Jack Unterweger selbst in Fegefeuer, das hier ist ein Auszug.
00:44:54: Nicht eingeplant, danach sofort weggegeben, war ich eines Tages eben vorhanden.
00:45:01: Vom Erzeuger wurde nur der Namen bekannt, außer seinen Schwanzstößen lernte ich nie etwas von ihm kennen.
00:45:08: Bei meiner Geburt war er bereits wieder unbekannt verzogen.
00:45:12: Ich war vier Jahre alt, vielleicht schon fünf, vielleicht noch jünger.
00:45:16: Irgendwann hat mich irgendwer zum Vater meiner Mutter gebracht.
00:45:21: Von der Mutter wusste ich nichts, nicht einmal das Wort.
00:45:25: Der Opa war alles in einer Person für mich.
00:45:28: Von wo ich kam, ob ich bei ihm leben wollte, niemand hatte mich gefragt.
00:45:34: Ja, dieser Großvater, der spielt ja eine ganz große Rolle im Leben von Jack Unterweger, den nennt er ja auch immer wieder, also das ist ein ganz zentrales Motiv.
00:45:47: Wir wissen natürlich nicht, was wir davon glauben können, was er geschrieben hat, was auch fiktiv ist, was real ist.
00:45:53: Er zeichnet natürlich das Bild einer ganz grausamen Kindheit, ein Bild auch, das passt in das, was wir normalerweise von Serienmördern kennen, das die nämlich oft ohne Liebe aufgewachsen sind, dass die selbst schlimme Dinge in ihrer Kindheit erfahren haben.
00:46:10: Und ich glaube, gerade deshalb war das für die Leute auch so spannend, dieses Buch zu lesen, weil du wirklich das Gefühl hattest, du schaust in die tiefsten Abgründe einer Seele hinein.
00:46:20: Und das Besondere war ja dann auch noch, und dazu passen diese Texte so ungemein, dass dieser Großvater in einer kleinen Hütte mitten im Nögendwo gewohnt hat.
00:46:29: Und genau diese Hütte.
00:46:31: Im tiefsten Österreich in Kernten haben wir uns ja auch angeschaut.
00:46:35: Also wir waren auch bei dieser Hütte.
00:46:38: Und auch hier konnte ich mir gar nicht vorstellen, dass die wirklich so abgeschieden ist, dass die so gruselig ist, wie sie dann am Ende war.
00:46:47: Also als man in der Hütte war, konnte man sich tatsächlich vorstellen, dass es so war, wie es in Fegefeuer auch geschrieben wurde.
00:46:55: Ja, also der Europa, wie du schon sagst, ist ein ganz zentraler Punkt im Roman.
00:47:00: Also er gibt seinem Großvater eigentlich die Schuld für seine Taten.
00:47:04: Er sagt, dass er unter diesem groben, gewalttätigen Mann in dieser abgelegenen Hütte aufgewachsen ist.
00:47:11: Die bezeichnet er als sogenannte Keusche.
00:47:14: Das ist österreichisch und heißt so viel wie kleine Hütte.
00:47:18: Und diese Hütte steht wirklich im tiefsten Österreich.
00:47:22: Also wir sind stundenlang durch die Berge gefahren, um da irgendwann anzukommen.
00:47:27: Und da war eine Stunde vorher und eine Stunde nachher nichts.
00:47:32: Ich weiß auch, dass wir zwischendurch echt gedacht haben, Scheiße, haben wir genug getankt.
00:47:36: Weil es war nicht die Möglichkeit, irgendwo in der Nähe noch zu tanken.
00:47:40: Und diese Hütte wird zu einem Ort der Isolation für Jack Unterweger.
00:47:44: Die ist auch ganz wichtig in seiner Biografie, denn andere Kinder sieht Jack Unterweger in dieser Zeit kaum.
00:47:51: Er geht unregelmäßig zur Schule oder fehlt dort.
00:47:54: ganz und teilweise vergehen wirklich Tage ohne Kontakt mit anderen Menschen, also ohne Orientierung.
00:48:02: Er selber schreibt das hier über die Zeit in der Hütte.
00:48:07: Der Regen prasselte in Bindfäden vom Himmel.
00:48:10: Seit Stunden beherrschte ein lauenhaftes Sommergewitter die Bewegung der Menschen.
00:48:16: Der Regen kennt keinen Unterschied zwischen Stadt und Abgeschiedenheit.
00:48:21: Er fand auch den Weg in unser abgelegenes Bergtal, von dem der fleißigste Beamte nur wusste, dass es existiert.
00:48:29: Von den Menschen dort drang wenig, bis in die Amtsstuben vor.
00:48:32: Und wenn, dann war ein Negativereignis schuld am Durchbruch der Anonymität.
00:48:39: Es gab nur die beiden Zimmer in der Käusche, die bewohnbar waren, Stube und Schlafzimmer.
00:48:45: Der Großvater war noch nicht alt, kaum fünfzig, aber er war Frührentner, invalid.
00:48:52: Er hauste in diesem Tal unerlaubt.
00:48:55: Ich war längst drehenlos geworden.
00:48:59: Opas prügel mich ich aus und er trug sie hassend.
00:49:02: innerlich verbrennt.
00:49:04: Ich war sein Haus und Hof nah, sein Sklave, vom Großvater zum Betrugskomplizen ausgebildet und eingespannt.
00:49:13: Das fand ich auch so schwierig, als man da war, weil es war tatsächlich so.
00:49:18: Es hat auch in Bindfäden geregnet, als wir in dieser Hütte waren.
00:49:21: Und sie war so klein und so einsam und so dicht.
00:49:24: Wir waren oben und da war so viel Kram und dann haben wir da auch das Bett gesehen, in dem Jack Unterweger wahrscheinlich mal geschlafen hat.
00:49:32: Und es wirkte alles sehr, sehr eng.
00:49:34: Aber trotzdem hielt sich mein Mitleid in Grenzen mit diesem Mann, der so viel Leid über so viele Menschen gebracht hat.
00:49:43: Weil das ist ja am Ende, was er bekommen möchte mit seinem Roman-Fegefeuer.
00:49:48: Also er will eigentlich von seiner eigenen Tat ablenken und sagen, oh, schad mich an, ich armes, armes.
00:49:54: was mir alles als Kind passiert ist.
00:49:57: Und das rechtfertigt natürlich aber überhaupt nicht, dass er später selbst zu einem so gewalttätigen Menschen geworden ist.
00:50:05: Und die Frage ist ja auch, was stimmt tatsächlich alles davon?
00:50:09: Man kann vielleicht ja auch beides fühlen.
00:50:11: Also ich hab schon mit Gefühl für das Kind, das damals da gewohnt hat, aber nicht für die Person, die da mal wachst, an Alter diese Entscheidungen trifft.
00:50:19: Weil, das sagen wir auch häufiger hier, viele Menschen haben eine harte Kindheit, nicht jeder wird zum Mörder.
00:50:24: Es ist immer noch eine eigene Verantwortung, vielleicht die richtigen Entscheidungen zu treffen und nicht andere Menschen zu quälen, nur weil du einmal etwas Schlimmes erlebt hast.
00:50:32: Man kann aber festhalten, diese Hütte wirklich diesen sehr maroden Eindruck bei uns auch hinterlassen hat.
00:50:40: Wir haben uns ja fast gar nicht getraut, uns da durchzubewegen, weil alles so geknazt hat.
00:50:45: Da lag ja auch alles rum.
00:50:46: Wir haben noch ein Gebiss gefunden, wir haben Porno-Heft gefunden, alte Puppen, altes Spielzeug.
00:50:54: Also da war alles noch in dieser Hütte drin.
00:50:56: Man muss sagen, wir durften da rein.
00:50:57: Man soll da eigentlich nicht mehr.
00:50:59: Wir hatten aber die Erlaubnis.
00:51:01: Das wollte ich auch noch mal kurz erwähnen.
00:51:02: Also wir haben über Umwege die aktuelle Besitzerin der Hütte gefunden und die Erlaubnis geholt, dass wir dort wirklich uns das anschauen dürfen, aber nicht nachmachen.
00:51:12: Also die berichtet wirklich davon, dass da manchmal so ganz selten Leute vorbeikommen und sich das anschauen wollen.
00:51:17: Aber das geht nur mit Erlaubnis, weil das gehört jetzt mittlerweile wieder jemandem.
00:51:22: Aber die Hütte an sich ist in dem gleichen Zustand.
00:51:25: nach Jack Unterwegers Großvater hat da noch mal jemand anderes drin gewohnt, aber auch nur für ein paar Jahre.
00:51:31: Und zwar der Großvater, von der das jetzt gehört.
00:51:34: Und an sich ist da aber noch vieles im gleichen Zustand.
00:51:37: Da ist oben drin so eine kleine Holzwerkstatt noch gewesen, dann dieses eine große Zimmer und unten halt die Stube.
00:51:45: Und es gibt aber... kein Bad.
00:51:47: Also sie mussten draußen auf der Wiese einen Plumsklo benutzen.
00:51:52: Es gab kein warmes Wasser, es gab kein Klopapier.
00:51:54: Das war schon ein sehr, sehr annüchterndes Aufwachsen.
00:51:59: Und dann wird schon von vielen Menschen auch im Dorf berichtet, dass der Großvater als je zornig gilt, dass der gewalttätig war und dass es kaum Zuwendung und emotionale Nähe gab.
00:52:11: Der Großvater soll auch, so sagt Jack selbst, Alkoholprobleme gehabt haben und Frauen gegenüber übergriffig gewesen sein.
00:52:20: Tatsächlich haben wir auch für diese Recherche mit einem Journalistenkollegen gesprochen, Malte, der ein Podcast für den NDR über den Fall produziert hat.
00:52:29: Mittlerweile hat er auch ein Buch zu dem Fall geschrieben.
00:52:32: Ja, und Malte wiederum hat mit einer Frau gesprochen.
00:52:36: die für einige Zeit auch in der Hütte gewohnt hat, weil nämlich ihre Mutter damals in der Zeit mit Jax Großvater zusammen war.
00:52:44: Also es ist quasi für einige Jahre Jax Stiefschwester gewesen.
00:52:49: Und die hat Malte gegenüber im Interview zum ersten Mal erzählt, das hat sie vorher noch keinem Menschen erzählt, dass der Großvater auch sie sexuell bedrängt hat.
00:52:58: Also der hat sowas gesagt wie, wenn du hier bleibst und ... dich mir zur Verfügung stellst, körperlich, da musst du nicht mehr arbeiten gehen.
00:53:05: Das war so ganz ekelhaft und ist auch auf sie zugegangen, dann ist sie rausgerannt.
00:53:09: Also es war schon ein ganz schlimmer Mensch.
00:53:12: Und Jack schreibt dann selbst, was diese Kindheit mit ihm gemacht hat und da würde ich gerne nochmal ein Auszug vorlesen.
00:53:20: Ich war kein Bub mehr.
00:53:22: Ich war ein Beast, ein Teufel, ein vergreistes Kind, dem es gefiel, schlecht zu sein.
00:53:29: In mir war eine Hoffnung auf spätere Rache.
00:53:32: Das stärkte mich.
00:53:34: In meinen Träumen schlitzte ich Opa's Leib mit glühenden Schürhaken auf.
00:53:39: Schürhaken waren seine bevorzugten Zuschlaginstrumente.
00:53:42: Dann wollte ich nicht mehr weglaufen, hinauf in den Wald, wo ich mir eine Schutzhöhle zurechtgebaut hatte.
00:53:50: In die Jauchegrube wollte ich Opa werfen, so, wie er es mit den Ratten machte.
00:53:55: Ich fing die Ratten mit bloßen Händen.
00:53:58: An ihn trainierte ich meine Rache Gedanken.
00:54:01: halbtod und würgend schleuderte ich sie durchs Loch des Plumsklos im Hof.
00:54:07: Ich war verschlagen, ihnen mich jubelte es, wenn ich anderen schaden konnte.
00:54:13: Diesen Teil würde ich ihnen tatsächlich glauben, weil das ja auch sehr ähnlich ist zu den Taten, die er später Menschen antut.
00:54:21: Ja, aber ich glaube, man muss hier auch mal... kurz noch mal sagen, weil darüber haben wir noch nicht gesprochen, dass auch viel nicht gestimmt hat von dem, was Jack Unterweger geschrieben hat und auch erzählt hat.
00:54:30: Zum Beispiel hat er ja erzählt, dass er eine Tante hatte, die ermordet wurde.
00:54:34: Dieser Fakt, den haben wir euch vorhin auch erzählt, der stimmt nicht.
00:54:37: Das war nur eine Behauptung, die er aufgestellt hat.
00:54:40: Genauso, dass seine Mutter eine Prostituierte gewesen sein soll.
00:54:43: Als man das alles nach recherchiert hat, hat man gemerkt, dass er sich viele seiner Aussagen erlogen hat.
00:54:48: Und deswegen bin ich auch sehr kritisch damit, was in Fegefeuer steht und ob man das wirklich ihm glauben könnte, dass ihm das passiert ist.
00:54:57: Ich hab das Gefühl, Fegefeuer zeigt eher den riesigen Narzissmus von Jack Unterweger, weil in diesem Buch wird ja auch kein einziges Mal über Margaret gesprochen, über die Frau, die er ermordet hat, sondern es geht nur immer darum, ich, ich, ich, und oh nein, mir ging's so schlecht, ich armer.
00:55:14: Mhm.
00:55:15: Und vor allem hat er auch ein großes Ziel.
00:55:17: Er will Mitleid und er will die Schuld von sich schieben auf die Person, mit denen er aufgewachsen ist, auf den Ort, wo er aufgewachsen ist.
00:55:23: So dass klar wird, er kann da jetzt eigentlich nichts für.
00:55:28: Übrigens, ein anderer Grund, warum er nach LA gereist ist, war auch, weil er Kontakte knüpfen wollte, damit sein buchfähige Feuer verfilmt wird.
00:55:35: Weil Jack Unterweger findet, seine Geschichte ist Hollywood-Reif.
00:55:39: Also der Mann ist auf jeden Fall gerößenwahnsinnig.
00:55:42: Erst mal wieder Schere treffen, dann wird er das sein Buch verfilmt wird und dann vergisst er, dass er ein Verurteilter Mörder ist und dass er jetzt nicht eine riesige Karriere vor sich haben sollte.
00:55:53: Ja, das vergessen aber leider auch ein paar andere Leute, denn es ist jetzt so, dass die Menschen das ganz schön spannend finden, was er da eigentlich auf Papier bringt.
00:56:04: Wir müssen vielleicht ganz kurz einordnend sagen, dass das die Zeit ist, wo Resozialisierung ganz groß geschrieben wird.
00:56:12: Und man total hofft, diesen perfekten Gefangenen zu finden.
00:56:16: Vielleicht sogar ein Mörder, der sich durch seine Zeit im Gefängnis zum neuen Menschen machen kann.
00:56:22: Und auch der Gefängnisdirektor damals, in dem Gefängnis Wojack Unterweger war, der hat sich so ein bisschen so ein Vorzeigekind gewünscht.
00:56:29: Und genau das ... hat ihm Jack unterwieger gegeben.
00:56:32: Also, der hat einfach so getan, als wäre er dieser perfekte Gefangene, der jetzt total zum neuen Menschen geworden ist, was er aber nicht ist.
00:56:42: Ja, und deswegen ... darf er auch immer mehr veröffentlichen, er schreibt im Gefängnis Gedichte, er schreibt Theaterstücke.
00:56:49: Und das finde ich, glaube ich, das Belastendste von all den Dingen, die er veröffentlicht hat.
00:56:55: Er durfte auch gute Nachtgeschichten für Kinder schreiben, für die Sendung Traummenlein im ORF.
00:57:02: Das könnt ihr euch so vorstellen wie das Sandmännchen.
00:57:05: Es ist verrückt, also die haben einen verurteilten Mörder.
00:57:08: gute Nachtgeschichten schreiben lassen.
00:57:10: Der
00:57:11: eine achtzehnjährige Frau ermordet hat, also die selbst fast noch ein Kind war.
00:57:15: Und er war auch super stolz drauf.
00:57:17: Also er hat auch Folgen vom Traummännlein aufgenommen, die er selber geschrieben hat.
00:57:22: Oder hier ist auch wieder die Frage, hat er sie selber geschrieben?
00:57:25: Oder hat ihm jemand geholfen?
00:57:26: Weil er hat auch sehr viele Freunde sich gemacht in seiner Zeit im Gefängnis.
00:57:30: Es gab viele
00:57:31: Schriftsteller
00:57:32: oder Schriftstellerinnen, die ihn ganz toll fanden, weil ... Eine Sache muss man sagen, ich glaube Jack Unterweger war sehr charmant, er war sehr gut darin, Leute zu bezürzen und er hat auch Leute dazu bekommen und sehr anerkannte Striftsteller und Schriftstellerinnen, dass sie ihm bei seinen Texten geholfen haben.
00:57:51: Ja und noch mehr, er hat tatsächlich die Literaturelite dazu bekommen, dass sie sich für seine Freilassung einsetzen.
00:57:59: Ich hört richtig, es gibt große Namen, es gibt wichtige Autorinnen und Autoren, aber auch Psychologen und so weiter, die dafür plädiert haben, dass dieser Mann aus dem Gefängnis entlassen wird.
00:58:13: Zum Beispiel hat die Nobelpreisträgerin Elfriede Jelinek für seine Freilassung plädiert und auch Autoren wie Günter Gras unterstützten Jack Unterweger.
00:58:24: Jack Unterweger wird nämlich zum Vorbild für Resozialisierung.
00:58:28: Jacks Unterstützer schreiben sogar ein Sammelbrief ans Justizministerium in Österreich und an den Bundespräsidenten, um seine Entlassung zu fordern.
00:58:39: In diesen Briefen heißt es zum Beispiel, das Aggressionspotenzial wurde weitgehend abgebaut.
00:58:46: Für kriminelle Aktivitäten scheint kaum mehr Raum vorhanden und wir persönlich sind uns sicher, dass er sich in Freiheit voll bewähren würde.
00:58:56: Ernst Bornemann, ein bekannter Sexualforscher und Psychoanalytiker, schreibt auch an den Justizminister Folgendes.
00:59:04: Ich kenne ihn nicht persönlich, aber ich habe seinen autobiografischen Roman fege Feuer gelesen.
00:59:09: Der Mann hat Intelligenz.
00:59:12: Ich kann die Tat als beruflicher Sexualwissenschaftler besser würdigen, als so mancher Psychiater.
00:59:18: Und eben deshalb bin ich überzeugt, dass diese Tat nicht wiederholt werden wird.
00:59:23: Ich unterstütze deshalb seinen Gesuch, vorzeitig aus der Haft entlassen zu werden.
00:59:28: Das finde ich Wahnsinn.
00:59:29: Er hat den nicht mal selber getroffen und konnte ihn nicht selbst begutachten und sagt dann trotzdem, ja, der ist klug, deswegen sollte der freigelassen werden.
00:59:39: Aber wir wissen ja, dass viele Serienmörder auch sehr, sehr klug sind.
00:59:45: Das schließt sich ja absolut nicht aus.
00:59:48: Und wir erinnern uns ja, er wurde lebenslang verurteilt.
00:59:52: Aber lebenslänglich heißt ja nicht immer direkt ein ganzes Leben lang, sondern es ist so, dass in Deutschland und Österreich man nach frühestens fünfzehn Jahren wieder entlassen werden kann, aber mit ein paar Bedingungen, nämlich nur nach positiver Gefährlichkeitsprognose und nach sehr strenger Prüfung durch Gerichte und Gutachterinnen und Gutachter.
01:00:14: Und dreimal dürft ihr raten, wer tatsächlich auch nach fünfzehn Jahren aus dem Gefängnis entlassen wird.
01:00:21: Der Achsuppe gabte Jack Unterweger.
01:00:23: In den letzten Jahren darf er wieder raus.
01:00:27: Ein weiterer Therapiebedarf wird nicht für nötig angesehen.
01:00:31: Niemand sieht Rückfallgefahr.
01:00:34: Und das ist auch bei Weiten noch nicht alles.
01:00:36: Also Jack Unterweger wird jetzt zum Star der österreichischen Gesellschaft.
01:00:41: Er geht von Talkshow zu Interview zu netten T-Runden.
01:00:45: Und alle wollen dem verurteilten Mörder zuhören.
01:00:50: Ja, er ist jetzt neun und dreißig Jahre alt und ein freier Mann und er selber schreibt in dieser Zeit auch sehr viel Tagebuch wieder und hier schreibt er nieder.
01:01:00: Ich habe nur eine Chance, die ich mir selbst gebe und verdammt, die will ich nutzen mit jeder Faser.
01:01:05: Schönheit im Morgen.
01:01:08: Jack ist nach seiner Entlassung jetzt Autor und wird dafür gefeiert.
01:01:12: Du hast es schon gesagt, er ist jetzt in Talkshows, er hält Lesungen in Buchhandlungen, er ist in Schulen, er tritt in Schulen vor Kindern auf, er ist in Kaffeehäusern, er ist in Champagnerbars und er reist auch für seine Reportagen durch die Welt und gibt Autogramme.
01:01:30: Jack Unterweger wird zum Literaturstar.
01:01:34: Bei der Wiener Oberschicht gilt Jack als ein Poet des Bösen.
01:01:39: So wird er Teil der Wiener Schickeria.
01:01:43: Und
01:01:44: tatsächlich kommt Jack Unterweger auch bei vielen Frauen gut an.
01:01:50: Er hat jetzt ganz schön viele Verehrerinnen.
01:01:52: Eine von ihnen kauft ihm einen weißen Anzug.
01:01:56: Den trägt er jetzt immer und ins Knopfloch steckt Jack jetzt immer eine rote Rose.
01:02:02: Bald fährt ja auch ein weißen Ford Mustang mit dem Nummern Schild W. Jack I. Natürlich gibt er sich die Nummer I. Sehr passend zu ihm.
01:02:13: Natürlich.
01:02:13: Und es läuft auch finanziell ganz gut durch seine Bücherverkäufe und seine Auftritte.
01:02:18: Im gleichen Jahr kauft er nämlich noch fünf weitere Autos.
01:02:23: fragt man sich auch, wie das sein kann.
01:02:26: Da würde es mich auch interessieren, was die Familie der ermordeten Frau dazu sagen würde, die jetzt sieht, wie ein Täter in Sausum rauslebt.
01:02:36: Das ist schon absurd.
01:02:37: Ich glaube, niemand verkörpert besser diese Faszination mit dem Bösen und auch das Abartige daran, was man ja durchaus auch immer hinterfragen muss und kritisieren muss.
01:02:48: Und hier haben wir aber einfach einen Mörder gehabt.
01:02:50: der Karriere damit gemacht hat.
01:02:53: Das ist schon wild.
01:02:55: Er führt jetzt auch ganz präzise Tagebuch über seine sexuelle Nauberung.
01:02:59: Er behauptet hier zum Beispiel, in weniger als zwei Jahren mit hundertzwanzig Frauen geschlafen zu haben.
01:03:05: Und er inszeniert sich für die Frauen als eine Art Mutprobe.
01:03:09: Er fragt sich jetzt ganz oft so, traust du dich, zu einem Mörder ins Auto zu steigen?
01:03:15: Gleichzeitig ist er aber auch wahnsinnig einfühlsam und gebildet, sagen zumindest seine Affären über ihn, und sie sind sich auch sicher, er würde mittlerweile keiner Fliegewas antun.
01:03:27: Er hat jetzt mehrere Affären und immer mehrere Frauen gleichzeitig, die aber oft auch nichts voneinander wissen.
01:03:34: Die Älteste ist fünfundsechzig, die Jüngste minderjährig, sechzehn Jahre alt.
01:03:41: Sich selbst bezeichnet Jack als Zitat gierig fressendes Individuum, voll Hunger nach Leben.
01:03:49: Ja, dieses ganze Tagebuch strotzt auch wieder voller Nazismus.
01:03:53: Also er findet das richtig geil, sich da als Frauenheld darzustellen, der die Frauen dadurch fasziniert, dass er ein Mörder ist.
01:04:04: Und wir haben ja damals auch in seinem Tagebuch gelesen, da gab es so unglaublich eklige Stellen, dass er irgendwie erzählt hat, dass er einer Frau seine Schamhaare geschenkt hat und wie oft er Sex hatte und alles Mögliche und zwar so abartig.
01:04:20: Also dieser Mann ekelt mich so unglaublich an.
01:04:23: Der hat wirklich einfach auch Gedichte veröffentlicht mit dem Namen Wanderschwanz.
01:04:28: Also er hat darüber geschrieben, mit wie viele Frauen er schläft, dass er ein Wanderschwanz sei, der durchs Land zieht und ... Ja, also ganz, ganz, ganz schlimm, das mit diesem Schamhahn ist, glaube ich, der belastendste Tagebuchmoment, weil da erzählt er, wie eine Frau ihn damals noch in Haft besucht hat und er hatte so einen roten Faden aus der Hose raushängen und hat dann zu ihr gesagt, irgendwie, ich habe ein Geschenk für dich, zieh mal und dann zieht sie und dann ist da so ein Büschel Schamhaare dran gebunden.
01:04:55: Also wirklich, dass da Leute sagen, ne, Therapie bedarf nicht mehr vorhanden.
01:05:01: Das hat mich so sauer in unserer Recherche gemacht, dass im Falljack Unterweger das einfach so unkritisch dargestellt wurde.
01:05:08: Dass seine Texte, dass die einfach so veröffentlicht wurden, dass Leute es lustig fanden, dass in Talkshows nie nachgefragt wurde, dass nie nach Margaret gefragt wurde, nach der Frau, die ermordet wurde.
01:05:18: Und er einfach jetzt nur noch der tolle Poet war.
01:05:21: Und nicht mehr der Mörder, der er ist.
01:05:24: Es gibt auch so eine Talkshow beim ORF.
01:05:26: Ich konnte wirklich nicht glauben, was der gesehen hat.
01:05:29: Das hat mehrere Menschen in einer Runde.
01:05:31: Jack Unterweger hat natürlich wieder seinen weißen Anzug an mit einer Rose drin.
01:05:36: Alle stellen ihm so Fragen zu seiner Arbeit und sind so, boah, der Jack.
01:05:41: Wow, niemand ist irgendwie ein bisschen kritisch.
01:05:44: Bis auf einen so einen Mann, der da auch mit drin sitzt, der kriegt die Krise.
01:05:48: Der ist so richtig so, wie können wir das gerade hier wirklich machen?
01:05:51: Und Jack Unterweger und der betteln sich dann so ein bisschen.
01:05:54: Und man hat ja wirklich das Gefühl, dass der Moderator auch Jack zur Seite springt in dieser Talkshow.
01:05:59: Und Jack sagt zu Sachen wie ... Ja, Mai, der Mord, das ist halt passiert, das passiert doch mal.
01:06:06: Ist es wirklich ganz komisch, dass da wirklich so jemand sich darstellen konnte auf die Art und Weise und dass das gar nicht so lange her ist, dass das in den neunziger Jahren so sein konnte.
01:06:16: Und was ja auch niemand bemerkt, ist, dass Jack Unterweger, der ja mittlerweile jetzt auch für den ORF arbeitet, also für den öffentlichen Rundfunk, dass der immer genau an den Orten ist, wo jetzt zufälligerweise Wiederfrauen ermordet werden.
01:06:31: Das bemerken jetzt nur ein paar Ermittler, unter anderem Max Edelbacher und Ernst Geiger.
01:06:38: Die sehen ihn langsam als nicht mehr ganz so harmlos an, wie es die Wiener Schickeria tut.
01:06:46: Der Chef des Sicherheitsbüros, Max Edelbacher, findet es mehr als verdächtig, dass der Reporter, der ihn interviewt hat, nur ein Jahr vor dem ersten Sexarbeiterin Mord aus dem Gefängnis entlassen wurde.
01:07:01: ließ Max Edelbacher ein Brief, den seine Mitarbeiter zuerst für unglaubwürdig gehalten hatten.
01:07:07: Er wurde von einem pensionierten Kommissar verfasst, der in Salzburg gearbeitet hat.
01:07:12: Und darin steht, der Ex-Kommissar verdächtigte Jack Unterweger schon seit mehr als einem Jahrzehnt für einen ungeklärten Mord in Salzburg aus den Siebzigerjahren.
01:07:24: Er hatte damals lange versucht Jack Unterweger dafür dranzukriegen, aber er war gescheitert.
01:07:30: Das war nämlich damals sogar noch vor dem ersten offiziellen Mord in Hessen.
01:07:35: Und damit haben sie jetzt genug.
01:07:38: Max Edelbacher und Ernst Geiger entscheiden sich jetzt, Jack Unterweger überwachen zu lassen.
01:07:44: Ihre Kollegen glauben aber nicht so ganz dran.
01:07:47: Warum sollte ein Frauenheld wie Jack Sexarbeiterin umbringen?
01:07:51: Das hat er ja gar nicht nötig, der kriegt ja auch so genug Frauen, denken die.
01:07:55: Das erscheint ihnen irgendwie absurd.
01:07:57: Klar, Jack fährt ohne Führerschein in einem auffälligen Autorum und interviewt den Chef des Sicherheitsbüros zum Stand der Ermittlung, will alles ganz genau wissen, wie nah die in einem Täter schon gekommen sind, aber all das seien ja keine Beweise.
01:08:12: Max Edelbacher und Ernst Geiger sind da ziemlich andere Meinung.
01:08:16: Sie sind sich mittlerweile sicher, Jack Unterweger könnte dahinter stecken.
01:08:23: Sie beobachten jetzt, wie Jack in Wien sein Leben in Freiheit in vollen Zügen genießt.
01:08:30: Er hat eine große Wohnung im achten Bezirk, geht auf viele Dates und baut seine Prominenz ziemlich erfolgreich aus.
01:08:37: Er wird jetzt sogar von einem Lifestyle-Magazin angefragt.
01:08:41: Die Reporterin Margit Haas arbeitet für das Stadtmagazin Wiener und schreibt hier über Restaurants und Events.
01:08:49: Für eine Rubrik, in der Prominente ihre Lieblingslokale aufzählen, fragt sie Jack Unterwege an.
01:08:55: Kurz darauf lädt Jack die Reporterin Margit zur Premiere seines ersten Theaterstücks ein.
01:09:01: Selbstbewusst diskutiert Jack nach dem Stück mit seinem Publikum.
01:09:06: Er spricht über den Strafvollzug seiner Erfahrung und genießt sichtlich das Scheinwerferlicht.
01:09:13: Die Reporterin Margit und Jack verstehen sich gut.
01:09:16: Und tatsächlich ... werden sie auch mit der Zeit zu ziemlich engen Freunden.
01:09:23: Market selbst stammt aus der österreichischen Oberschicht.
01:09:27: Sie ist in einer Villa im Diplomatenviertel aufgewachsen.
01:09:31: Aber sie hat schon früh angefangen gegen ihr Elternhaus zu rebellieren, gegen das brave Bürgertum.
01:09:37: Sie hat im Gegensatz dazu ein Fable für Unterweltgrößen.
01:09:42: Deswegen sagt sie selbst, liebt sie auch die Hamburger Repa-Bahn und ihre Außenseiter und Rebellen.
01:09:49: Margit und Jack freunden sich also an.
01:09:51: Sie treffen sich jetzt immer wieder, machen zusammen Ausflüge in die Natur oder trinken Wein in den Wiener Bars.
01:09:59: Manchmal allerdings fällt Margit auf, dass Jack sich irgendwie komisch verhält.
01:10:05: Und das macht sie auch stutzig.
01:10:08: Genau von diesen Momenten hat Margit uns erzählt, als wir mit ihr zusammen zum Wiener Wald gefahren sind.
01:10:16: Es war der Oster-Sondag und Jack hat mich am Freitag angerufen und wir haben uns eben für Oster-Sondag verabredet und er hat gemeint, dass er nicht mit dem Fortmustern kommt, den hätte er bei den Bergrennern in Italien zu Schrott gefahren.
01:10:32: Und Jack fährt los und also von seiner Wohnung zum Grobenzels sind es ungefähr zwanzig Minuten und er fährt über die ganze Höhenstraße und wir fahren schon irrsich lange, ja ich weiß nicht, Ich sag dann ungefähr auf diese Stelle hier, da ist der Hanselteig, sag ich, wie fährst du denn?
01:10:52: Du fährst mit der Kirche ums Kreuz, ja?
01:10:55: Du fährst den totalen Umweg, ja?
01:10:57: Und wir sind eben entlang gefahren und dann kommt das Schild Schottenhof.
01:11:11: Da wird er ganz, ganz langsam.
01:11:13: Da fährt der so Schritttemper Da richtig Schritttempo, genau bei dem Schildschottenhof.
01:11:19: Und hinter uns hoben sie bereits, weil der so langsam gefahren ist und immer so geguckt hat.
01:11:26: Und ich sage, was schaust du denn?
01:11:28: Ja, lass mich doch, ich muss was gucken.
01:11:31: Ich habe das nicht verstanden.
01:11:33: Und dann, als Rostitute verschwunden
01:11:36: sind
01:11:37: und so weiter, habe ich eben, ich habe jetzt kein Tagebuch geführt, aber es war ein Kalendern, da habe ich so kurze Stichbesiten reingemacht und da ist mir wirklich kalt über den Drücken geronnen, weil das eben in diesen Tagen war, wo eben
01:11:54: dann
01:11:55: eine verschwunden ist, die da abgelegt wurde
01:11:57: am Schottenhof.
01:11:59: Und dann hattest du ja vorhin schon mal angedeutet, dass es noch eine zweite Situation gab.
01:12:05: In der Nacht, wo die Vorhaltberge postulierte, verschwunden war, hatte er eine Lesung in Vorhaltberg und er rief mich nach der Lesung an und war sehr frustriert, weil nur wenige Leute zu der Lesung kamen und dann hat er mich nochmal angerufen.
01:12:21: um Mitternacht herum oder vielleicht war es sogar schon nach Mitternacht.
01:12:24: Und plötzlich war er total euphorisch und glücklich und so losgelöst, ja.
01:12:31: Und mich hat das irritiert, dass innerhalb
01:12:33: von vier Stunden
01:12:34: ein Mensch so eine Stimmungsschwankung hat.
01:12:37: Und hab ihm dann noch gefragt, was ist denn jetzt passiert, dass du auf einmal gute Laune bist, obwohl du zuerst so frustriert warst.
01:12:44: Und da bin ich eben draufgekommen, nachher eben, dass eben da eine umgebracht wurde in Vorlberg.
01:12:54: Ja, Margit ist ja echt eine enge Freundin irgendwann von Unterweger geworden.
01:12:59: Sie hat halt echt gemerkt, dass er immer so schlecht erreichbar war, dass da so komische Momente waren.
01:13:04: Und nicht nur ihr fällt ja auf, dass Jack Unterweger sich merkwürdig verhält, sondern auch die Polizei schafft es jetzt, die Tat miteinander zu verbinden.
01:13:14: Ja, sie rekonstruieren jetzt, wo sich Jack aufgehalten hat zum Zeitpunkt der Morde.
01:13:19: Dabei fällt ihnen etwas auf.
01:13:21: Und Prag, Graz, Bregenz und LA sind Frauen verschwunden, in genau der Zeit, als sich auch Jack dort aufgehalten hat.
01:13:31: Insgesamt zählen sie elf Frauenmorde, sieben in Österreich, einen in Polen, drei in den USA.
01:13:39: Die Polizisten überprüfen jetzt Jacks Alibis und finden keins davon wirklich glaubwürdig.
01:13:46: Im Gegenteil, es gibt starke Indizien, die für Jack als den Täter sprechen.
01:13:52: Und vor allem Ernst Geiger kombiniert das jetzt alles.
01:13:56: Wir
01:13:56: wussten, dass wir kein Geständnis erzielen konnten.
01:13:59: Wir wussten ein Indizienprozess führen und wir haben natürlich sehr viele Indizien zusammengetragen.
01:14:05: Das begann schon einmal damit, dass er in all den Fällen in Tatnähe war.
01:14:14: In Wien war das noch nicht ungewöhnlich, da hat er gewohnt.
01:14:17: Aber auch hier konnten wir das sehr genau eingrenzen.
01:14:20: Was er vorher gemacht hat, der war im Kino, hat sich von seiner Begleiterin getrennt, sie schweigen der Lehm angeschaut und dann ist er zum Straßenstrich gefahren, hat das Opfer aufgenommen und danach hat er das ganze begonnen, den Mord einbegangen.
01:14:35: und er hat immer Tagebuch geführt.
01:14:39: Nur für die tatgültischen Zeiten nicht.
01:14:41: Das hat er verschwinden lassen.
01:14:42: Also das war weg des Tagebuch.
01:14:44: Wir hatten wie als Tausend Bewegungsabläufe nachvollzogen und konnten ihm sagen, dass er im Prag genau mit der Nacht am Wenzlersplatz war, sich dort von der Tholmetschen getrennt hat und fünfzehn Minuten später ist es im Opfer begegnet.
01:15:01: So genau konnten wir das nachweisen.
01:15:05: junges Mädchen gefunden, der war erst siebzehn Jahre, völlig unerfahren, das war ein ihrer ersten Kunden.
01:15:11: und sie ist zu ihm eingestiegen in den auffälligen Fort Mustank mit dem Kennzeichen Weh-Check-Eins, das hat er sich gemerkt.
01:15:19: Und
01:15:21: der Mann hatte geboten nicht nur dreihundert Schilling, wie es damals jüblich war, sondern gleich tausend Schilling.
01:15:29: Hat dann noch ein tausender draufgelegt, wenn er meinte, Er ist ein bekannter Journalist.
01:15:36: Er kann in der Stadt sich mit ihm zeigen, er muss rausfahren in eine einsamere Gegend.
01:15:42: Und dort hat er noch tausend Angeboten, wenn es sich fesseln lässt.
01:15:46: Er hat gesagt, lass dich fesseln.
01:15:49: Er braucht das unbedingt auf der Steder.
01:15:51: und
01:15:52: sie hat dann zugestimmt und dann war sie mit Handschuhen gefesselt.
01:15:56: Und
01:15:57: dann hat er begonnen, um sexuelle Handlungen vorzunehmen.
01:16:00: Und sie hat Angst bekommen, hat laut gewähnt.
01:16:05: Und er hat abgelassen von ihr.
01:16:08: Wir wissen bis heute nicht, warum das so war.
01:16:11: Sie hat gesagt, irgendwo in der Ferne ist ein Licht angegangen, ob das gestimmt hat.
01:16:16: Wir konnten den Ort nicht mehr genau lokalisieren.
01:16:19: Jedenfalls, er hatte die Handvessel abgenommen und hat sie wieder in die Stadt zurückgeführt und dort abgesetzt.
01:16:26: Dann hatten wir Sachbeweise in Fallvorelbergfasern, das sind von seinem roten Schallfasern auf der Leiche seines Opfers zurückgeblieben.
01:16:38: Und in Prag hatten wir das Glück, ein Haar in seinem Auto sicherzustellen.
01:16:47: Ja, also Ernst Geiger muss man ganz ehrlich sagen, der hat in diesem Fall Unglaubliches geleistet.
01:16:52: Der hat alles zusammengebracht, der hat die richtigen Leute interviewt, der hat sich da auf die Spuren von Jack Unterweger gesetzt.
01:16:59: und deswegen hast du es ja am Anfang schon richtig gesagt, er war der größte Erzfeind von Jack Unterweger.
01:17:05: und eigentlich sollten wir viel mehr über Ernst Geiger alle... Und jeder sollte genauso wie den Namen Jack Unterweger den Namen Ernst Geiger kennen, weil dieser Mann hat ihn zu Fall gebracht.
01:17:15: Ja, absolut.
01:17:16: Und er ist es jetzt auch, der am dreizehnten Februar twohundundundundzeig bei der Grazer Staatsanwaltschaft einen Haftbefehl gegen Jack Unterweger erwirkt.
01:17:27: Doch als sie Jack Unterweger auf der Schliche sind, verlieren sie sein weißen Mustang im Feierabendverkehr.
01:17:33: Und damit ist Jack erst mal aus den Augen.
01:17:36: Jack?
01:17:37: bemerkt, dass er beschattet wurde und er ist jetzt auf der Flucht.
01:17:41: Die Beamten haben keine Ahnung mehr, wohin er als nächstes fährt.
01:17:45: Und da haben wir allerdings und ermittlern jetzt einiges voraus, wir können Jacks Flucht rekonstruieren.
01:17:51: und tatsächlich ist er am nächsten Tag in die Schweiz gefahren, wo seine achtzehnjährige verlobte Bianca gerade als Kellnerin jobbt.
01:18:01: Ja, Jack Unterweger ist mittlerweile verlobt.
01:18:05: Bianca kommt eigentlich aus Wien und geht dort noch zur Schule.
01:18:09: Sie und Jack haben sich in einer Wiener Diskothek kennengelernt und sie himmelt den über zwanzig Jahre älteren Jack komplett an.
01:18:17: Sie ist jetzt aber ziemlich verwundert, als er plötzlich vor ihrer Tür steht.
01:18:21: Jack fährt jetzt von Zürich aus erst nach Lyon und danach Paris.
01:18:26: A Pariser Flughafen lässt Jack sein Wagen stehen und kauft am American Airlines-Schalter zwei Flugtickets.
01:18:34: One Way nach Miami.
01:18:37: Denn seine verlobte Bianca ist ein großer Fan von der Fernsehserie Miami-Weiß.
01:18:44: Jack Unterweger wird jetzt weder beim Abflug noch bei der Ankunft in Miami abgefangen.
01:18:49: Aber ihm und seiner Verlobten geht jetzt so langsam das Geld aus in Miami.
01:18:55: Erst wohnen sie für einige Nächte in einem billigen kakalakenverseuchten Motel Dann mieten sie ein kleines Apartment in Miami Beach, das unweit von Miami Beach Police Department entfernt liegt.
01:19:07: Aber Jack wähnt sich in Sicherheit.
01:19:10: Bianca hingegen entdeckt deutsche Zeitungen am Kiosk.
01:19:15: Und darauf sieht sie ihren verlobten Jack auf der Titelseite.
01:19:20: Und ein Bild von sich selbst.
01:19:24: Die beiden werden international gesucht.
01:19:28: Als sie Jack das jetzt aufgebracht erzählt, reagiert der ziemlich gelassen.
01:19:33: Er klaut ein paar Baseball-Caps, damit sie weniger auffallen und verstecken.
01:19:37: Ach, das müssen sie nicht machen.
01:19:40: Sie sollen doch lieber einfach die Sonne von Miami genießen.
01:19:42: Er ist schließlich so lange davon gekommen.
01:19:46: Jack taucht jetzt auch nicht sang- und klanglos unter.
01:19:51: Er sucht den Kontakt zu den Medien, zu seinem alten Arbeitgeber, dem ORF.
01:19:56: Er schaltet sich jetzt sogar bei einer Livesendung des ORFs dazu, um zu beteuern, er sei unschuldig, er werde zu Unrecht dafür verdächtigt.
01:20:06: Aber weil das Geld jetzt doch ganz schön knapp ist, begeht Jack dann doch ein Fehler.
01:20:12: Er meldet sich in dieser Zeit bei einer Liebschaft, einer Verlagsekretärin und bittet sie um Medikamente und Geld.
01:20:20: Die Frau ist bereit, Jack zu helfen.
01:20:22: Doch ihr Chef bekommt den Anruf mit, und meldet sich sofort bei Ernst Geiger.
01:20:28: Und der entwickelt jetzt ein Plan.
01:20:31: Ohne dass die Sekretärin Verdacht schöpft, soll ihr Chef anbieten, das Paket selbst zu Post zu bringen.
01:20:39: Dann würde sie Jack Bescheid geben, dass alles vorbereitet ist und das Geld per Western Union bei ihm ankommen wird.
01:20:46: Die Kollegen in Miami sollen ihn dann dort abfangen.
01:20:49: Ernst Geiger hofft, dass der Plan aufgeht.
01:20:53: Und es sieht auch erst mal ganz gut aus.
01:20:56: In Miami ist Jack mittlerweile doch etwas misstrauisch geworden.
01:21:01: Er schickt jetzt stattdessen nämlich seine Verlobte, Bianca, zu Western Union Filiale in Miami Beach.
01:21:07: Also erst so richtig so, ja, also wenn du abgefangen wirst, Alter, okay, ja, Hauptsache nicht ich.
01:21:12: Also das ist unglaublich, was diese Frauen alles für Jack Unterweger getan haben und sie haben überhaupt nicht gemerkt, dass sie selbst Jack total egal sind.
01:21:21: Ja, und das fällt jetzt auch, Björn kann nicht auf, die sagt so, okay, wenn du ein bisschen mehr im Fokus der Ermittlung bist, dann kann ich ja schon machen.
01:21:30: Und sie geht jetzt auch zu Western Union Filiale.
01:21:32: Und dort fällt ihr aber dann doch etwas Merkwürdiges auf, denn überall sitzen Männer in Anzügen rum mit Sonnenbrallen.
01:21:42: Und all diese Männer scheinen sie irgendwie zu beobachten.
01:21:46: Das ist natürlich auch superunnauffällig vom FBI.
01:21:49: Ja, es ist einfach wie so ein schlechter Ergänzenfilm.
01:21:52: Und dann, sagt die Frau am Schalter auch noch, dass es ein Problem mit der Geldüberweisung gab.
01:21:58: Bianca ist sich sicher, hier stimmt was nicht.
01:22:02: Aber sie setzt schon in der Falle.
01:22:04: Und Lilly, nächste Szene stelle ich mir original wie aus so einem Catch Me If You Can Film vor, weil alles daran ist einfach so schon aus Film gesehen.
01:22:16: Denn ... Bianca ist jetzt in der Filiale.
01:22:18: Sie checkt jetzt irgendwas, passt hier nicht so ganz.
01:22:21: Und als sie jetzt die Filiale verlassen will, springen die Männer mit den Sonnenbrillen alle auf einmal auf und rennen auf sie zu.
01:22:30: Jack, der jetzt zwei Ecken weiter auf sie wartet, bekommt das mit.
01:22:34: Und er fängt jetzt an zu rennen, auch Bianca fängt an zu rennen.
01:22:38: Bianca rennt in eine Richtung, Jack in die andere.
01:22:41: Bianca wiederum wird sofort gefasst, aber die Beamten brauchen bei Jack ein bisschen länger.
01:22:46: Die liefern sich jetzt eine komplette Verfolgungsjagd.
01:22:48: Jack rennt rein in ein Restaurant.
01:22:51: In der Küche dort speist er jetzt alle Köpfe und Teller auf den Boden, um den FBI-Agenten den Weg zu versperren.
01:22:58: Und durch die Hintertür kommt er dann auf einen großen Parkplatz.
01:23:01: Hier umstellen wiederum die anderen Agenten dann den Parkplatz und schreien jetzt, Hände hoch, sie sind verhaftet.
01:23:09: Und so wird Jack Unterweger dann doch gefasst.
01:23:13: Er hat ein Jahr, neun Monate und vier Tage in Freiheit verbracht.
01:23:18: Aber jetzt muss er wieder hinter Gitter.
01:23:21: Zwei Monate später wird er jetzt von den USA nach Österreich ausgeliefert.
01:23:26: Jack Unterweger ist also wieder in Haft.
01:23:29: Er wird angeklagt für elf Morde, die er begangen haben soll, elf Frauen, die Jack Unterweger umgebracht haben soll.
01:23:37: Und das ist halt wirklich eine unglaubliche Zahl, eine unglaubliche Zahl an Leben, die er ausgelöscht hat, wo alle ihn noch super, super toll fanden.
01:23:47: Er ist jetzt in Untersuchungshaft, während der Gerichtsprozess vorbereitet wird gegen ihn.
01:23:52: Übrigens, meine Meinung ist, ich glaube, es sind mehr als elf Frauen.
01:23:57: Also ... Ich kann mir gut vorstellen, dass da nicht alles aufgedeckt wurde, weil manche sind auch so zufällig noch rekonstruiert worden.
01:24:05: Also ich hab das Gefühl, dass da eigentlich noch mehr Leben genommen wurde.
01:24:10: Und das Unglaubliche ist ja, obwohl dieser Mann so viele Frauen getötet hat, hört ja diese Faszination mit Jack Unterweger auch nicht auf.
01:24:18: Also, auch jetzt, wo er ein Haft sitzt, kriegt er ja wieder Fanposts und die ganzen Frauen finden ihn immer noch irgendwie toll.
01:24:25: Ja, und eine von ihnen ist eine junge Jurastudentin aus Graz, namens Astrid Wagner.
01:24:32: Astrid Wagner hat Jacks Buch gelesen und kennt seine Geschichte.
01:24:37: Und das, was die Medien über ihn schreiben, passt für sie sogar nicht zu dem, was die da über diesen verwahrlosen Jungen aus dem romanen Fegefeuer gelesen hat.
01:24:46: Astrid Wagner glaubt nicht alles, was über Jack in den Medien geschrieben wird, kann zum Gegenteil.
01:24:52: Sie glaubt an seine Unschuld.
01:24:54: Sie glaubt, dass er zu Unrecht wieder im Gefängnis sitzt.
01:24:59: Und sie hat ein Mitleid mit ihm.
01:25:01: Und es auch gleichzeitig irgendwie fasziniert von diesem Mann.
01:25:04: Darum entscheidet sich Astrid, ihm einen Brief ins Gefängnis zu schicken.
01:25:09: Und nach diesem Brief lädt er sie ein, ihn zu besuchen.
01:25:14: Ihr erstes Treffen dauert gerade einmal fünfzehn Minuten.
01:25:18: In diesen fünfzehn Minuten verliebt sich Astrid Wagner unsterblich in Jack.
01:25:25: Sie hat eigentlich einen langjährigen Freund in dieser Zeit.
01:25:29: Mit dem ist sie mega lang schon zusammen und die planen eigentlich auch ihre Zukunft zusammen.
01:25:34: Aber nein, dieser Mann im Gefängnis, der bis zu elf Frauen umgebracht haben soll, ist doch so viel interessanter.
01:25:41: Und sie verlässt ihren Freund nach diesem fünfzehn Minuten Aufenthalt bei Jack im Gefängnis dann ziemlich schnell.
01:25:49: Sie zieht jetzt ganz in die Nähe der JVA und kommt jetzt zweimal pro Woche in die JVA, um Jack zu besuchen.
01:25:57: Jack führt parallel zu dieser neuen Frau Astrid, auch noch seine Beziehung zu seiner ja eigentlich verlobten Bianca und verschweigt ihr, dass er auch Astrid mittlerweile dated.
01:26:08: Der Untersuchungsrichter bekommt allerdings mit, dass Jack nun zwei Frauen für seine Zwecke manipuliert.
01:26:15: Jack lässt Bianca und Astrid frische Wäsche für ihn ins Gefängnis bringen und er lässt sich von ihnen aufmuntern.
01:26:22: Und er spielt sie außen ein bisschen gegeneinander aus.
01:26:26: Vor Astrid zieht er über Bianca her.
01:26:29: Bianca wiederum erfährt kaum etwas oder wenn dann nur schlecht ist über Astrid.
01:26:36: Ein Gefängniswerter bekommt jetzt davon mit, dass Jack jetzt zwei Frauen für seine Zwecke manipuliert.
01:26:42: Und der Gefängniswerter überlegt sich jetzt was, der hat dir beobachtet, wie beide Frauen ja eigentlich verarscht werden.
01:26:49: und er vertauscht jetzt heimlich die Briefe, die Jack aus dem Gefängnis schickt.
01:26:55: Und so bekommt Astrid jetzt ein Liebesbrief, der eigentlich an Bianca gerichtet ist und Bianca bekommt einen, der an Astrid gehen sollte.
01:27:05: In beiden Briefen beteuert Jack seine Liebe und spricht mal wieder schlecht über die jeweils andere.
01:27:12: Und daraufhin trennt sich Bianca, aber Astrid bleibt.
01:27:16: Das finde ich so ein geilen Move von dem Gefängniswerter, dass er diese Briefe austauscht.
01:27:22: Und ich kann echt nicht glauben, dass Astrid Wagner dann geblieben ist.
01:27:26: Und bis heute hat sie ja auch einen engen Bezug zu Jack Unterweger.
01:27:29: Wir waren ja bei ihr.
01:27:30: Sie hat noch alles von ihm aufbewahrt.
01:27:33: Briefe, sie hat sogar seinen Anzug dort hängen.
01:27:35: Den durften wir uns dann auch angucken.
01:27:38: Und die Faszination ist immer noch da.
01:27:41: Ja, also ... Unser Interview mit Astrid Wagner in ihrer Kanzlei in Wien reiht sich wieder bei mir ein in die merkwürdigsten Interviews, die ich jemals geführt habe.
01:27:51: Ich glaube, auf Platz eins ist immer noch der Hells Angels Auftragskiller, den wir für die Nachbarn interviewt haben.
01:27:56: Aber ich glaube, Platz zwei hat vielleicht schon Astrid Wagner bei mir, weil diese Frau zu treffen war für mich ein ganz merkwürdiger Tag.
01:28:05: Das zeigt zum Beispiel auch ihre Kanzlei.
01:28:08: Astrid Wagner ist mittlerweile eine sehr bekannte und erfolgreiche Rechtsanwältin, die von vielen als Rechtsanwältin für das Böse bezeichnet wird.
01:28:17: Ihre größten Fälle, die haben sie ihr angetan.
01:28:21: Und die wurden von einem befreundeten Künstler in riesengroßen Porträts gemalt und die hängen bei ihr an den Wänden in ihrem Büro.
01:28:31: Also die Serienmörder und Mörder hängen.
01:28:34: an ihren Wänden, wenn man in die Kanzlei kommt.
01:28:37: Ja.
01:28:37: Zum Beispiel hängt einfach Josef Fritzel an der Seite, den sie vertreten hat.
01:28:42: Und hinter ihr ist auch ein richtig großes Porträt von Napoleon.
01:28:46: Ich weiß auch nicht, irgendwas fasziniert sie anscheinend an diesen Verbrechern und Verbrecherinnen.
01:28:51: Auch eine Mörderin hing bei ihr im Zimmer, ganz groß als Porträt.
01:28:56: Und ja, ganz viel zu Jack Unterweger ist dort auch noch.
01:28:59: Das hat sie alles aufbewahrt.
01:29:01: Und sie hat uns auch nach weniger als fünf Minuten ein Interview zugesagt.
01:29:06: Sie hat sofort reagiert, sie will unbedingt über Jack Unterweger mit entsprechen, hat sie gemeint.
01:29:12: Sie sagt selbst über sich, dass sie nach Jack Unterweger nie wieder jemanden so stark geliebt hat wie ihn.
01:29:21: Das ist jetzt meine persönliche Meinung, aber vielleicht kamen auch in ihrem Nazismus hier niemand so gleich wie Jack Unterweger.
01:29:31: Aber lass uns doch Astrid einmal selbst reden lassen, weil das muss man ihr lassen.
01:29:36: Sie hat mit uns gesprochen, sie war super, super offen.
01:29:39: und hat auch alle Fragen beantwortet und hat uns auch davon erzählt, wie sie Jack Unterweger das erste Mal geküsst hat.
01:29:46: Mein Name ist Astrid Wagner.
01:29:47: Ich bin Rechtsanwältin in Wien und bin schon in sehr jungen Jahren, kann man durchaus sagen, berühmt geworden aufgrund meiner Neubeziehung zu Jack Unterweger.
01:30:00: Ich war schon als Studentin brennend interessiert an alles, was mit Kriminalität zu tun hat, an Kriminaliteratur.
01:30:08: Ich habe diese Bücher alle verschlummelt, unter anderem auch Bücher von Chick Unterweger.
01:30:12: Also er war quasi mein Idol.
01:30:15: Ein Mörder als Idol zu haben.
01:30:18: Ich persönlich stelle mir das irgendwie komisch vor.
01:30:20: Aber wie kam das, dass die das mit sich vereinbaren konnten?
01:30:24: Na ja, schauen Sie, man muss auch sagen, es war damals ein ganz anderer Zeitgeist, gell?
01:30:29: Es war damals dieser Zeitgeist, dass niemand böse geboren ist.
01:30:35: Check-Unterwege gehört zu jenen Menschen, die durch eine schreckliche Kindheit traumatisiert wurden und die ihn dann in die Kriminalität abgeglitten sind.
01:30:46: Und wenn man auch die Bücher liest, dann hat man auch den Eindruck, dass er von Drogen abhängig war.
01:30:53: Und als Tiefpunkt dieses kriminellen Lebens ... ist es dann eben tatsächlich zu einem Mord gekommen.
01:31:02: Also natürlich habe ich nicht den Mord sozusagen idolisiert, aber es war... sozusagen eher die Geschichte eines Menschen, das war es, was mich so geentrückt hat, die Geschichte eines Menschen, der von ganz unten sozusagen, der wirklich am Boden war, es geschafft hat, aus eigener Kraft sozusagen etwas aus sich zu machen.
01:31:29: Gab es so was wie Berührung
01:31:31: oder einen
01:31:31: Kurs oder so was?
01:31:33: Naja, wir waren, es war so eine Glasscheibe und unterhalb war so ein Fliegengitter.
01:31:40: Und dieses Flink-Gitter war aber nicht ganz, wie soll ich sagen, das war schon ein bisschen... Es war alles sehr old-fashioned, also so ein bisschen abgefuckt.
01:31:48: Und da hat man dann mit dem Finger immer so durchgreifen können.
01:31:51: Also wir haben da immer uns über den Finger so berührt.
01:31:54: Und es hat ja auch einen einzigen Kuss gegeben, nicht?
01:31:57: Und das war aber auch, möchte ich fast sagen, der Kuss meines Lebens, ja.
01:32:01: Weil dieser Kuss hat meinen elektrischen Schlag verschafft, nicht?
01:32:04: Das war... Durch die Gitarre stehe ich hindurch und Jack ist dort gestanden.
01:32:10: Und ich weiß nicht, plötzlich, das war so eine Eingebung, bin ich auf den Zug gegangen vor den Beamten, die mir geschaut und habe ihn geküsst.
01:32:19: Und in dem Moment habe ich tatsächlich einen wirklichen elektrischen Schlag verspürt.
01:32:24: So stark hat mich dieser Kuss sozusagen hier Besitz von mir genommen.
01:32:35: Was macht das jetzt gerade mit Ihnen?
01:32:38: Ja, ich tauche, ich bin ein sehr empathischer Mensch und es ist Teil meines Lebens, ein wichtiger Teil meines Lebens aus meiner Biografie, meiner Geschichte.
01:32:49: Und ich versetze mich in diese Zeit hinein und es tut mir gut, weil ich im Grunde weiß, dass ich alles richtig gemacht habe.
01:32:59: Ja, also ihr habt gerade gehört, Sie ... Sprich darüber immer noch sehr emotional.
01:33:04: Wir haben auch gemerkt, im Interview hat sie angefangen, so ein bisschen verträumt zu schauen.
01:33:09: Sie hat gelächelt, als sie über diesen elektrisierenden Kuss gesprochen hat.
01:33:14: Man kann in Frauen wie Astrid etwas wiedererkennen, was wir schon häufiger behandelt haben hier in Folgen.
01:33:22: Denn es gibt ja das Krankheitsbild Hybristophilie.
01:33:26: Also das entwickeln.
01:33:28: Frauen und Männer, aber vorrangig Frauen, wenn sie sich zu Serienmördern und Straftätern emotional und sexuell vor allem romantisch hingezogen fühlen.
01:33:40: Und Gründe für Hybristophilie können zum Beispiel Einsamkeit, ein geringes Selbstwertgefühl, Gewalt oder Missbraucherfahrung in der Kindheit sein oder auch ein sehr großer Helferkomplex.
01:33:52: Wir haben auch Astrid gefragt, was sie dazu verleitet hat, sich in Jack Unterweger zu verlieben.
01:33:58: Und sie selber sagt, sie habe einen großen Helfer komplex und hatte einfach das Gefühl, dass sie es sein kann, die Jack Unterweger bekehrt und zu einem besseren Menschen wieder macht.
01:34:09: Und sie hat sich auch immer schon zu Außenseitern hingezogen, gefühlt, weil sie selber in der Kindheit eine Außenseiterin war, sagt sie.
01:34:16: Für mich war das auch so spannend, weil es für mich total Unverständliches.
01:34:19: Also ich bin auch jemand, der glaub ich ... viel Leuten hilft.
01:34:22: Ich würde aber niemals auf die Idee kommen, einen Serienmörder helfen zu wollen, weil ich finde, so jemand hat die Hilfe nicht verdient.
01:34:29: Und gerade, wir sind auch beide Frauen und ich kann das sogar nicht nachvollziehen, wie diese Faszination da ist, dass Leute sagen, oh, ich möchte gerne einen Serienmörder daten.
01:34:40: Ich find den attraktiv, ich find toll, wie gefährlich der ist.
01:34:43: Und das ist für mich so unverständlich, so überhaupt nicht ... etwas, das jemals für mich in Frage kommen würde.
01:34:50: Und gerade deshalb fand ich das schon spannend, das einmal mit ihr zu besprechen, weil es diese Faszination eben gibt.
01:34:56: Hansi hat uns ja auch ganz viel erzählt, was irgendwie für uns total wenig verständlich ist.
01:35:02: Sie hat ja auch so Sachen erzählt, dass sie es gar nicht schlimm findet, dass er im Gefängnis saß.
01:35:07: Lebenspartner im Gefängnis ist, weil wenn sie hinfährt, dann war er immer da.
01:35:12: Er konnte nicht weg.
01:35:13: Wenn sie Lust hatte, ihn zu treffen, war er da.
01:35:16: Und er hat sich auch zurecht gemacht, weil sie hat uns erfasst, ein bisschen bemitleidet für unsere Partner, weil sie so war.
01:35:22: Ja.
01:35:23: Eure Partner, die lassen ihre Socken vielleicht liegen, die räumen die Spülmaschinen nicht aus.
01:35:28: Meiner, der kommt immer perfekt gegählt und gestriegelt in dem Besucherraum der JVA und er freut sich, dass ich da bin.
01:35:36: Probiert's mal aus, da hättet doch auch mal ein Straftäter.
01:35:39: Also das war wirklich ein absurder Moment.
01:35:41: Sie hat uns tatsächlich mitleidig angeguckt.
01:35:44: Und ich glaube, das ist vielleicht diese Faszination.
01:35:47: Das hab ich dann nicht verstanden, aber konnte ich nachvollziehen, dieses Ding von, der kann ich nicht verlassen.
01:35:53: Du weißt immer, wo der ist, das ist eine absolute Kontrolle.
01:35:55: Also du kannst nicht mehr über einen Partner eigentlich Bescheid wissen, als sie über Jack Unterweger, obwohl er sie ja dann auch mit Bianca noch zumindest in Briefen trocken hat, eine Zeit lang.
01:36:08: Und was schon auch auffällig war, man hat schon gemerkt auch in diesem Interview, dass sie es sehr sehr doll genossen hat.
01:36:15: Interview zu werden.
01:36:16: an sich, überall hinter ihr war noch so ausgeschnittene Zeitungsartikel von ihr selbst, ihr Gesicht, ihr Name war überall an den Wänden verteilt, hat sie alles ausgeschnitten und aufgehangen von sich selbst.
01:36:27: Mathe schon gemerkt, dass es da auf jeden Fall auch einen Drang gab irgendwie aufzufallen in der Öffentlichkeit zu sein.
01:36:34: Und Jack Unterweger ist ihr vielleicht da in dieser Hinsicht gar nicht so unähnlich.
01:36:39: Sie besucht Jack Unterweger jetzt mehr als hundertfünfzig Mal im Gefängnis.
01:36:44: Und dann beginnt der Prozess gegen ihn.
01:36:48: Am zwanzigsten April, nineteenhundertvierhundneunzig steht Jack Unterweger in Graz vor Gericht.
01:36:54: Angeklagt wegen elffachen Mordes.
01:36:57: Drei Länder sind involviert.
01:37:00: Und tatsächlich ist dieser Prozess auch historisch gesehen ein wichtiger, denn es ist der erste in Österreich, in dem in einem Prozess DNA als Beweismittel vor Gericht verwendet wird.
01:37:12: Das ist bis dahin noch nie passiert.
01:37:15: Jack Unterweger tritt auch hier wieder im schicken Anzug vor die Richter und die acht Geschworenen.
01:37:21: Und
01:37:22: man merkt auch hier, dass er sich die Bühne so ein bisschen nimmt und die auch genießt.
01:37:25: und er hält jetzt so eine Ansprache und sagt jetzt, meine Damen und Herren Geschworenen, wir sind jetzt für die nächsten zwei Monate zusammen und ich möchte hier kein steriler Schauspieler sein.
01:37:38: Ich möchte es mit Ihnen so haben wie im Kaffeehaus.
01:37:41: Falls Sie Fragen haben, stellen Sie sie bitte und ich werde Ihnen auf alles wirklich alles antwort geben.
01:37:48: Sehen Sie, ich habe den großen Vorteil, dass ich nicht zu verbergen habe, da ich nicht der Mörder bin.
01:37:55: Wenn Sie mich bei einer Lüge erwischen, dann verurteilen Sie mich.
01:37:59: Also er denkt jetzt einfach wieder, er ist der Superstar, der hier eine Show abliefern kann.
01:38:05: Auch wieder sehr typisch Serienmörder, weil das kennen wir ja auch von anderen Kandidaten, wie zum Beispiel einem Ted Bundy, der sich dann selber vertreten hat, was Jack übrigens auch getan hat.
01:38:14: Also er war sein eigener Verteidiger.
01:38:17: wahrscheinlich noch mehr Redezeit zu bekommen.
01:38:19: Und natürlich kann man es sich denken, der Gerichtssaal ist überfüllt, alle Menschen wollen darüber berichten, viele Reporter sind gekommen und sie berichten jetzt fast live über den Prozess.
01:38:31: Auch Unterstützer und Liebhaberin werden in den Zeugenstand gerufen und die meisten von ihnen sind sich sicher, Jack ist unschuldig.
01:38:38: Und sie sind sich auch sicher, dass wir die Jury merken und ihn freisprechen.
01:38:43: Dabei antwortet Jack aber nicht wirklich auf Sachfragen, er präsentiert auch keine Alibis.
01:38:49: Eine aus den USA einberufende Knoten-Expertin sagt auch aus und sie sagt, die Knoten verbinden all die Morde eindeutig.
01:38:59: Jack versucht jetzt aber noch die Geschworenen zu blenden und er versprüht sein Scham, sein Schlussplädoyer gleicht eigentlich einem Bühnenauftritt.
01:39:10: Aber damit kommt er nicht durch.
01:39:13: Zwei Monate nach Prozessbeginn, am neunzwanzigsten Juni, nineteenhundertvierneunzig, fällt das Urteil.
01:39:20: Draußen tobt ein Gewitter.
01:39:22: Es herrscht Chaos.
01:39:24: Ernst Geiger wird diesen Tag nie wieder vergessen.
01:39:28: Ich kann mir genauer erinnern, an dem Tag, wo der Prozess zum Abschluss kam, das war im Graz.
01:39:38: Am Vormittag waren die Plädoyers die ersten Anwälte, die waren gut.
01:39:43: Dann hat er das Schlusswort gehalten.
01:39:45: Das war sehr gut.
01:39:47: Er hat sehr emotional zu den Geschworen gesprochen, wollte sie von seiner Unschuld überzeugen.
01:39:53: Und ich habe mir das angehört und war wirklich im Zweifel, ob er verurteilt wird oder nicht.
01:40:01: Es war ein ganzen Prozess, nicht hundertprozentig sicher.
01:40:06: Ich erinnere mich noch genau an die Urteilsverkündung.
01:40:08: Das war erst den späten Abendstunden.
01:40:10: Da war schon dunkel.
01:40:13: Und da ging gerade ein Gewitter, war grad nieder.
01:40:16: Der große Urgerichtssaal wurde von Blitzen erleuchtet, die Blitze zuckten, wie der Richter das Urteil verkündete.
01:40:24: Und er verkündete den Schulspruch.
01:40:26: Unterwege ist schuldig, ich war wirklich erleichtert.
01:40:29: Ich hätte es kaum ertragen, wenn er freigesprochen worden wäre.
01:40:32: Im Gerichtssaal wird Jack Unterweger schuldig gesprochen.
01:40:37: Er bekommt eine lebenslange Haftstrafe für neun der Morde.
01:40:42: In zwei der Fälle gab es keine verwertbaren Spuren an den Leichen und so konnte Jack in diesen Fällen freigesprochen werden.
01:40:49: Noch im Gerichtsaal kündigt Jack Unterweger an, in Berufung zu gehen.
01:40:55: Doch dazu kommt es nicht mehr.
01:40:57: Sechs Stunden nach dem Schuldspruch begeht Jack Unterweger Suizid durch Erhängen.
01:41:03: Und das Auffällige Der angewendete Knoten bei seinem Suizid ist der gleiche wie der, mit dem er seine Opfer ermordet hat.
01:41:12: Also spätestens da sollte wirklich niemand mehr zweifeln, dass er der Täter ist.
01:41:17: Mhm.
01:41:18: Aber ja, eine Frau tut es aber doch.
01:41:22: Wir haben Astrid Wagner gefragt, was sie denkt und sie zweifelt bis heute daran, dass Jack Unterweger alle Morde begangen hat.
01:41:30: Allerdings ist Ernst Geiger sich sicher, den richtigen Mann gefasst zu haben.
01:41:35: Und das Unglaubliche ist ja, dadurch, dass Jack Unterweger sich selber umgebracht hat, wurden die neuen, ihn zu Last gelegten Morde nicht rechtskräftig.
01:41:44: Da ja das Verfahren, und so ist das in dem österreichischen Strafrecht, mit Unterwegers Tod dann eingestellt wurde.
01:41:51: Und das finde ich so'n letzten Feigenakt von ihm, dass er sich dem entzogen hat.
01:41:59: Er hat ja im Gerichtssaal noch Berufung eingelegt und hat angekündigt, dass er da weitermachen wird.
01:42:05: Und solange über diese Rechtsmittel nicht entschieden ist, gilt ein Urteil als nicht rechtskräftig.
01:42:10: Und dadurch, dass er sich vor der Berufung dann das Leben genommen hat, kann man ihn auch nicht als Serienmörder eigentlich bezeichnen.
01:42:17: Also offiziell gibt es nur ein rechtskräftiges Urteil gegen ihn, und zwar das am ersten Mord.
01:42:24: Und ich finde das so schlimm, also im Endeffekt ... Hat er wieder mal den Familien der Geschädigten, der Frauen, was genommen?
01:42:34: Er hat ihn eigentlich ein letztes Stückchen Gerechtigkeit genommen.
01:42:37: Weil eigentlich hätte er für diese Taten im Gefängnis widersitzen müssen, die absitzen müssen und schuldet den eigentlich Rechenschaft und ist dem so zuvor gekommen.
01:42:48: Ich glaube, was wir heute auf jeden Fall tun sollten, ist Jack Unterweger nicht mehr zu vergöttern, sondern ihn als das zu sehen, was er war, ein eiskalter Mörder, ein Serienmörder, jemand, der ganz vielen Frauen das Leben genommen hat.
01:43:01: Ich fand es total spannend, dass wir für diesen Fall vor Ort sein konnten und in Österreich auch mit so vielen Leuten gesprochen haben.
01:43:07: Es war viel Unverständnis für mich auch da, also viele Gespräche, wo ich gedacht habe, das kann ich nicht nachvollziehen.
01:43:14: Aber am Ende ist mir vor allem immer Ernst Geiger im Kopf geblieben, als dieser unglaublich tolle Kommissar, der das alles aufgedeckt hat und sich nie von Jack Unterweger blenden lassen hat.
01:43:28: Und er selber auch irgendwie durch diese Zeit verändert hervorgegangen ist.
01:43:31: Also er selber hat gesagt, er hat davor und danach nie wieder etwas Vergleichbares erlebt.
01:43:36: Er wurde auch durch diese Zeit traumatisiert.
01:43:38: Er war in unfassbar schrecklichen Tatorten.
01:43:41: Aber durch Menschen wie ihn und Menschen, die auf der richtigen Seite stehen und dafür kämpfen, dass es Gerechtigkeit gibt, dass so etwas nicht passiert, dass ... Frauen beschützt werden, gerade auch in so sensiblen, gefährlichen Berufen, wie in diesem Fall, und dass Menschen Rechenschaft leisten müssen und gefasst werden, die Machtkontrolle und Leid über andere ausüben.
01:44:06: Wir werden euch auf jeden Fall noch auf Social Media unter Mord of Ex Podcast ganz viele Videos und Fotos zu unserer Recherche im Fall Jack Unterweger hochladen und wir hoffen, dass Diese Folge für euch genauso spannend war wie der Fall damals für uns.
01:44:22: Wir sind jetzt allerdings nochmal weg, weil für uns geht es auf Tour.
01:44:26: Wir werden die nächsten Wochen euch persönlich sehen.
01:44:29: Hoffentlich ganz viele von euch.
01:44:30: Es gibt glaube ich noch ein paar Tickets, falls ihr noch vorbeikommen wollt.
01:44:33: Und deswegen machen wir eine kleine Pause.
01:44:36: und kommen am zweiten Februar wieder.
01:44:39: Aber wenn ihr sagt, oh nein, ihr wart nur so kurz da.
01:44:42: Und jetzt geht ihr wieder weg.
01:44:44: Es kommt noch eine kleine Überraschung.
01:44:45: Wir sagen jetzt noch nicht was, aber es wird eine Kleinigkeit in dieser Pause geben.
01:44:49: Und außerdem sind wir auf Tour.
01:44:51: Also wenn ihr uns zu doll vermisst, dann seht uns doch persönlich.
01:44:54: Und es gibt ja auch noch True Love.
01:44:56: Und da sind wir auch zurück aus der kurzen Winterpause mit einer neuen Folge.
01:45:00: Und ich würde sagen, das ist für alle die, die jetzt so ein bisschen ... unterkühlt aus dieser Folge hervorgehen und sagen, das war ganz schön hart, das war ganz schön belastend, so viel über dieses dunkle Kapitel in der österreichischen Kriminalgeschichte zu erfahren.
01:45:14: Und wenn ihr jetzt was hören wollt, was euch das Herz erwärmt, dann schaut doch mal bei True Love vorbei.
01:45:20: Ich sag nur Stichwort.
01:45:21: Cowboy.
01:45:23: Und eine ganz fantastische Liebesgeschichte.
01:45:26: Die könnt ihr jetzt da hören.
01:45:27: Und ansonsten hören wir uns am zweiten Februar wieder hier bei Mord of Ex Podcast.
01:45:32: Bis dann, lieber Axis.
01:45:33: Bis dann.
01:45:34: Ciao.
Neuer Kommentar